Unsealing request became moot after the parties reached agreement

BE.2009.20Tribunal Penal Federal / Câmara de Recursos17 de nov. de 2009Dismissed

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The Competition Commission sought unsealing of data seized in a raid on A. AG in a cartel investigation. A dispute arose because the respondent argued that some mirrored files contained municipal office secrets protected by official secrecy. The court gave the parties time to agree on a review method. They subsequently reached an agreement on the search of the mirrored data, and A. AG withdrew its objection. The Bundesstrafgericht therefore struck the matter from the docket as moot and ordered that no court costs be levied.

Sumário Omnilex

Art. 50 Abs. 3 VStrR; unsealing proceedings become moot when the parties subsequently agree on the manner of inspection and the sealing objection is withdrawn. In such a situation, the court need not rule on the substantive admissibility of the search; it may simply remove the case from the docket as erledigt. Where the settlement serves procedural economy and safeguards confidentiality interests, court costs may be waived under Art. 25 Abs. 4 VStrR in conjunction with Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG.

Texto completo

Entscheid vom 17. November 2009 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Tito Ponti und Alex Staub, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

WETTBEWERBSKOMMISSION,

Gesuchstellerin

gegen

A. AG,

Gesuchsgegnerin

Gegenstand Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BE.2009.20

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Gesuchstellerin wegen des Verdachts einer unzulässigen Wettbe- werbsbeschränkung eine Untersuchung gemäss Art. 27 des Bundesgeset- zes vom 6. Oktober 1995 über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschrän- kungen (Kartellgesetz, KG; SR 251) gegen verschiedene im Strassen- und Tiefbau auf dem Gebiet des Kantons Zürich tätige Bauunternehmen, darun- ter auch gegen die Gesuchsgegnerin, führt;

  • im Rahmen dieser Untersuchung am 9. Juni 2009 in den Räumlichkeiten der Gesuchsgegnerin eine Hausdurchsuchung stattfand, anlässlich derer auch eine elektronische Spiegelung von bestimmten Informatikmitteln durchgeführt wurde (act. 1.1);

  • auf Einsprache der Gesuchsgegnerin hin ein Grossteil dieser Spiegelung versiegelt wurde (act. 1.1);

  • die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 21. September 2009 an die I. Be- schwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte und beantragte, es sei unter Kostenfolge die Entsiegelung der am 9. Juni 2009 sichergestellten und versiegelten Datenträger der Gesuchsgegnerin anzuordnen und deren Durchsuchung durch die Gesuchstellerin zu gestatten (act. 1);

  • die Gesuchsgegnerin in ihrer Gesuchsantwort vom 19. Oktober 2009 pri- mär geltend machte, dass ihr Geschäftsführer als Gemeinderat der politi- schen Gemeinde Z. tätig sei und sich innerhalb der gespiegelten und ver- siegelten Daten auch Informationen befänden, die dem Amtsgeheimnis un- terstehen, welches auf Grund von Art. 50 Abs. 2 VStrR zu wahren sei (act. 4);

  • die Gesuchstellerin am 23. Oktober 2009 kurz zur Gesuchsantwort Stellung nahm (act. 6), worauf die I. Beschwerdekammer den Parteien eine Frist anberaumte, hinsichtlich der Durchsuchung sowie der geeigneten Mass- nahmen zur Wahrung allfälliger Amtsgeheimnisse eine Einigung zu erzielen (act. 7);

  • die Parteien sich in der Folge über das weitere Vorgehen bezüglich der Durchsuchung der gespiegelten Daten einigten, worauf die Gesuchsgegne- rin ihre Einsprache gegen die Durchsuchung zurückzog (act. 8.1 und 8.2);

  • 3 -

  • das vorliegende Verfahren daher zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben werden kann (vgl. Entscheide des Bundesstrafgerichts BE.2008.6 vom 1. Juli 2008, E. 2; BE.2008.2 vom

  1. Februar 2008);
  • keine Gerichtskosten erhoben werden, nachdem sich die Parteien im Sinne der Verfahrensökonomie auf eine pragmatische Vorgehensweise zur Durchsuchung der gespiegelten und versiegelten Daten unter Wahrung al- lenfalls bestehender Geheimhaltungsinteressen einigen konnten (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG);

  • 4 -

und erkennt:

  1. Das Verfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt von der Ge- schäftskontrolle abgeschrieben.

  2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Bellinzona, 17. November 2009

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Wettbewerbskommission
  • A. AG

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Palavras-chave

unsealingsecrecycartel investigationsearch of datamootnesscourt costsprocedural economy

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the sealed data should be unsealed and searched by the Competition Commission

Decisão extraída

The request was not decided on the merits because the dispute had become moot after the parties agreed on the search procedure and the respondent withdrew its objection.

Fundamentação extraída

Since the parties reached a pragmatic agreement on how the mirrored data would be reviewed, there was no longer a live controversy requiring a substantive ruling.

Questão jurídica principal

Whether court costs should be imposed

Decisão extraída

No court costs were charged because the proceedings ended without a merits decision after the parties' agreement.

Fundamentação extraída

The solution reached by the parties served procedural economy and protected any confidentiality interests, so costs were waived.

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