No entry on blanket recusal request against entire appellate court

BB.2012.140,BP.2012.56Tribunal Penal Federal / Câmara de Recursos26 de set. de 2012Dismissed

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Resumo

A. asked the Federal Criminal Court's Appeals Chamber to recuse the entire Obergericht of the Canton of Lucerne and to stay the cantonal proceedings. The court held that a recusal motion must either concern a specific person or give individualized reasons for each member of the authority. Because the application was directed only at the entire court and lacked such reasons, the chamber did not enter into the recusal request. The stay request became moot, and costs of CHF 500 were imposed on the applicant.

Regest

Art. 58 Abs. 1 and Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO; blanket recusal request against an entire authority: a motion for disqualification must be filed without delay and must either designate the concrete person challenged or, if directed against a multi-member authority as a whole, set out individualized reasons for each member. A merely collective, unsupported attack on the whole body does not permit review of bias and leads to non-entry. Ancillary requests such as suspensive effect fall away if the main request is not entertained; costs follow the outcome under Art. 59 Abs. 4 StPO (consid. 1-3).

Texto completo

Beschluss vom 26. September 2012 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Tito Ponti, Gerichtsschreiberin Sarah Wirz

Parteien

A.,

Gesuchstellerin

gegen

OBERGERICHT DES KANTONS LUZERN,

Gesuchsgegnerin

Gegenstand Ausstand des gesamten Berufungsgerichts (Art. 59 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 56 StPO)

Aufschiebende Wirkung (Art. 387 StPO)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

H aup tv e rfa hr en: B B .20 12 .14 0 N ebe nv erf ahr en : B P .2 01 2.5 6

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Die Beschwerdekammer hält fest und zieht in Erwägung, dass:

  • A. mit Schreiben vom 5. September 2012 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte und unter anderem beantragt, das gesamte Obergericht des Kantons Luzern sei wegen Befangenheits- und Aus- standsgründen abzulehnen und habe in den Ausstand zu treten, überdies sei das Verfahren vor Obergericht bis zum Entscheid des Bundesstrafge- richts zu sistieren (act. 1);

  • die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts das Ausstandsgesuch, welches gemäss Art. 57 Abs. 1 StPO bei der Verfahrensleitung der betrof- fenen Strafbehörde zu stellen wäre, dem Obergericht des Kantons Luzern als betroffene Behörde zur Stellungnahme weiterleitete (act. 2);

  • das Obergericht des Kantons Luzern in seiner Stellungnahme vom

  1. September 2012 beantragt, das Gesuch sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne (act. 3);
  • eine Partei, die den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person verlangen will, der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Ge- such zu stellen hat, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat, wobei die den Ausstand begründenden Tatsachen glaubhaft zu machen sind (Art. 58 Abs. 1 StPO);

  • die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ohne weiteres Beweisver- fahren und endgültig entscheidet, wenn ein Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. a oder f StPO geltend gemacht wird oder sich eine in einer Strafbehörde tätige Person einem von einer Partei gestellten Ausstandsgesuch wider- setzt, welches sich auf Art. 56 lit. b – e StPO abstützt (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG und Art. 19 Abs. 1 des Organisationsreg- lements vom 31. August 2010 für das Bundesstrafgericht [Organisations- reglement BStGer, BStGerOR; SR 173.713.161]);

  • sich das Ausstandsgesuch gegen die Mitwirkung einer bestimmten Person im konkreten Verfahren richten muss oder andernfalls eine Begründung enthalten muss, weswegen jedes einzelne Mitglied der betroffenen Behör- de in den Ausstand zu treten habe (BOOG, Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 58 StPO N. 2);

  • sich das vorliegende Ausstandsgesuch gegen das Obergericht des Kan- tons Luzern pauschal als Gesamtbehörde richtet und eine Begründung,

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weshalb die einzelnen Mitglieder des Obergerichts in den Ausstand treten sollen, fehlt;

  • dem Ausstandsgesuch somit nicht zu entnehmen ist, welche Einzelmitglie- der der Gesamtbehörde aus welchem Grund befangen sein sollen;

  • es der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts infolgedessen nicht möglich ist, die Befangenheit jedes einzelnen Mitglieds des Obergerichts des Kantons Luzern zu überprüfen;

  • gemäss den vorstehenden Ausführungen auf das Ausstandsgesuch (BB.2012.140) somit nicht einzutreten ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von der Gesuchstellerin zu tragen sind (Art. 59 Abs. 4 StPO) und das Gesuch um aufschiebende Wir- kung (BP.2012.56) gegenstandslos wird;

  • die Kosten des vorliegenden Verfahrens auf Fr. 500.-- festgesetzt werden (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 2 des Reglements des Bundesstraf- gerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädi- gungen in Bundesstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162).

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Auf das Ausstandsgesuch wird nicht eingetreten (BB.2012.140).

  2. Das Gesuch um aufschiebende Wirkung wird gegenstandslos (BP.2012.56).

  3. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Gesuchstellerin auferlegt.

Bellinzona, 26. September 2012

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • A.
  • Obergericht des Kantons Luzern

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Palavras-chave

recusalimpartialityadmissibilityindividualizationsuspensive effectcosts