Refusal to remove evidence not directly appealable

BES.2014.98Tribunal Superior / Juiz Singular22 de ago. de 2014Inadmissible

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The Basel-Stadt Appellationsgericht, sitting as single judge, held that a prosecutor’s refusal to delete statements and reports from the file in an ongoing criminal case is not directly appealable. Because the admissibility of the evidence must be decided by the trial court after final judgment, the complaint was not entered into. The appellant was ordered to pay CHF 300 in costs. Appointed defense counsel received CHF 400 plus CHF 32 VAT from the court treasury, subject to reimbursement if the conditions of Art. 135(4) StPO are met.

Sumário Omnilex

Art. 393 Abs. 1 lit. a, Art. 396 and Art. 141 Abs. 5 StPO; challenge to refusal to remove evidence from the file during pending criminal proceedings. Before the criminal proceedings have reached final judgment, Swiss criminal procedure does not provide for definitive removal of evidence whose admissibility is contested. The question whether evidence is subject to an exclusionary rule or unusable is for the trial court to decide in the merits judgment. A prosecutorial decision refusing deletion of such material is therefore not independently appealable by complaint; the party must raise the request before the trial court and then pursue ordinary remedies against that judgment (consid. 1).

Texto completo

Appellationsgericht

des Kantons Basel-Stadt

Einzelgericht

BES.2014.98

ENTSCHEID

vom 22. August 2014

Mitwirkende

Dr. Marie-Louise Stamm

und Gerichtsschreiberin lic. iur. Barbara Noser Dussy

Beteiligte

A_____ , geb. [...] Beschwerdeführer

c/o Untersuchugsgefängnis,

[...]

vertreten durch [...], Advokat,

[...]

gegen

Staatsanwaltschaft Basel-Stadt Beschwerdegegnerin

Binningerstrasse 21, 4001 Basel

Gegenstand

Beschwerde gegen eine Verfügung der Staatsanwaltschaft

vom 23. Juni 2014

betreffend Abweisung des Antrages auf Entfernung von Aktenstücken

Das Einzelgericht zieht in Erwägung,

dass die Staatsanwaltschaft gegen A_____ ein Strafverfahren wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz führt,

dass A_____ am 26. April 2014 verhaftet wurde und sich seither in Untersuchungshaft befindet,

dass er mit Eingabe vom 18. Juni 2014 er beantragen liess, dass das Protokoll seiner ersten Einvernahme als beschuldigte Person vom 27. April 2014 sowie seine Aussagen im Polizeirapport vom 26. April 2014 und im Bericht der am 27. April 2014 durchgeführten Hausdurchsuchung aus den Akten entfernt würden,

dass die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 23. Juli 2014 diesen Antrag abwies,

dass A_____, amtlich vertreten durch Advokat [...], hiergegen mit Eingabe vom 4. Juli 2014 Beschwerde erhob,

dass die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 29. Juli 2014 unter Hinweis auf die Begründung der angefochtenen Verfügung und Verzicht auf eine weitere Stellungnahme die kostenfällige Abweisung der Beschwerdebeantragt,

dass gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 lit. b StPO Verfahrenshandlungen und Verfügungen der Staatsanwaltschaft grundsätzlich der Beschwerde an das Appellationsgericht als Einzelgericht (§ 4 lit. b und § 17 lit. b EG StPO; § 73a Abs. 1 lit. b GOG) unterliegen,

dass die vorliegende Beschwerde gemäss Art. 396 StPO form- und fristgemäss eingereicht und begründet worden ist,

dass indessen, wie das Bundesgericht in BGer 1B_2/2013 E. 1.2 erkannt hat, das Gesetz vor rechtskräftigem Abschluss des Strafverfahrens keine definitive Entfernung von Beweismitteln vorsieht, deren Verwertbarkeit streitig ist (vgl. Art. 141 Abs. 5 StPO; BGer 1B_584/2011 vom 12. Dezember 2011 E. 3.2),

dass daher der Entscheid, ob ein Verwertungsverbot besteht, dem Sachgericht obliegt (BGer 1B_2/2013 E. 1.2),

dass die diesbezügliche Verfügung der Staatsanwaltschaft somit nicht mit Beschwerde anfechtbar ist, sondern der Beschwerdeführer – wenn er damit nicht einverstanden ist – sein Begehren um Entfernung von Aktenstücken zunächst beim Sachgericht vorbringen muss, dessen Entscheid in der Folge mit ordentlichen Rechtsmitteln angefochten werden kann,

dass auf die Beschwerde daher nicht einzutreten ist,

dass bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens dessen Kosten gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und dem amtlichen Verteidiger – unter Vorbehalt der Rückerstattungspflicht des Beschwerdeführers unter den Voraussetzungen von Art. 135 Abs. 4 StPO – eine angemessene Entschädigung aus der Gerichtskasse auszurichten ist, wobei sein Arbeitsaufwand auf 2 Stunden geschätzt wird,

und erkennt:

://: Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

Der Beschwerdeführer trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 300.–, einschliesslich Auslagen.

Der amtlichen Verteidiger, [...], wird aus der Gerichtskasse ein Honorar von CHF 400.– (einschliesslich Auslagen), zuzüglich 8 % MWST von CHF 32.– zugesprochen. Art. 135 As. 4 StPO wird vorbehalten.

APPELLATIONSGERICHT BASEL-STADT

Die Präsidentin Die Gerichtsschreiberin

Dr. Marie-Louise Stamm lic. iur. Barbara Noser Dussy

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes [BGG] innert 30 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerdeschrift ist fristgerecht dem Bundesgericht (1000 Lausanne 14) einzureichen. Für die Anforderungen an deren Inhalt wird auf Art. 42 BGG verwiesen. Über die Zulässigkeit des Rechtsmittels entscheidet das Bundesgericht.

Palavras-chave

criminal procedureinadmissibilityevidence exclusionappealabilitypre-trial detentioncourt costsappointed counsel

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Questão jurídica principal

Whether the prosecutor's refusal to remove evidentiary materials from the file is directly appealable before final judgment.

Decisão extraída

No. Before the criminal case is finally concluded, there is no definitive removal of evidence whose admissibility is disputed; the question of exclusion belongs to the trial court.

Fundamentação extraída

The court relied on the StPO scheme and Federal Supreme Court case law: disputes over the usability of evidence are to be decided by the merits court, so the prosecutor's refusal cannot be challenged by complaint at this stage.

Questão jurídica principal

Allocation of costs and compensation for appointed defense counsel after the non-entry decision.

Decisão extraída

The appellant must bear the appeal costs, and appointed counsel is to be paid from the court treasury, subject to repayment under Art. 135(4) StPO.

Fundamentação extraída

Because the appeal did not succeed, costs follow the outcome; counsel's effort was estimated and compensated from public funds.

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