Late appeal against AHV lump-sum decision dismissed

9C_892/2010Tribunal Federal / Divisão de Direito Público III17 de nov. de 2010Inadmissible

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Resumo Omnilex

The Federal Tribunal dealt with an appeal against a Federal Administrative Court judgment concerning an AHV lump-sum (old-age pension) matter. Because the appellant, a Serbian national residing in Serbia, had not provided a Swiss service address despite repeated requests, the lower court validly served its judgment by publication in the Federal Gazette. The appeal deadline therefore began on publication and expired long before the appellant filed in October 2010. The filing was also insufficiently reasoned and lacked a prayer for relief. The court thus refused to enter into the appeal and waived court costs.

Sumário Omnilex

Art. 11b Abs. 1 und Art. 36 lit. b VwVG; Art. 100 Abs. 1, Art. 44-48 und Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG: Fehlt im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht ein Zustelldomizil in der Schweiz, ist die Eröffnung durch Publikation im Bundesblatt zulässig; mit der Publikation beginnt der Rechtsmittelfristlauf. Eine nach Fristablauf eingereichte Beschwerde ist verspätet. Zudem setzt die Beschwerdebegründung eine zumindest minimale Auseinandersetzung mit den Erwägungen und einen Antrag voraus; fehlt es daran, ist auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten. Die Kostenverlegung kann ausnahmsweise unterbleiben (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG).

Texto completo

{T 0/2}
9C_892/2010

Urteil vom 17. November 2010
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Gerichtsschreiberin Helfenstein Franke.

Verfahrensbeteiligte
N.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Ausgleichskasse,
avenue Edmond-Vaucher 18, 1203 Genf,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Alters- und Hinterlassenenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid
des Bundesverwaltungsgerichts
vom 10. Dezember 2009.

Nach Einsicht
in den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. Dezem-ber 2009, mit welchem die Beschwerde des N.________ gegen die Verfügung der Schweizerischen Ausgleichskasse vom 5. Mai 2008 betreffend eine einmalige Abfindung (Altersrente) abgewiesen wurde und welcher N.________ mangels Angabe eines Zustelldomizils in der Schweiz am 30. Dezember 2009 mittels Publikation im Bundesblatt (BBl 2008 S. 101) eröffnet wurde,
in die Beschwerde von anfangs Oktober 2010 (Poststempel)

in Erwägung,
dass auf den Beschwerdeführer als serbischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Serbien weiterhin das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung vom 8. Juni 1962 (SR 0.831.109.818.1) sowie die entsprechende Verwaltungsvereinbarung vom 5. Juli 1963 betreffend die Durchführung des Abkommens (SR 0.831.109.818.12) anwendbar ist,
dass weder im Abkommen noch in der Verwaltungsvereinbarung eine direkte Postzustellung vorgesehen ist, weshalb der Beschwerdeführer im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht ein Zustelldomizil in der Schweiz anzugeben hat (Art. 11b Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren, VwVG, SR 172.021), andernfalls die Eröffnung des Entscheides mittels Publikation im Bundesblatt (Art. 36 lit. b VwVG) erfolgt,
dass der Beschwerdeführer trotz mehrmaliger Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts kein Zustelldomizil in der Schweiz angab,
dass die Vorinstanz deshalb den Entscheid mit der Publikation im Bundesblatt auf dem Ediktalweg rechtsgenüglich eröffnet hat und die Beschwerdefrist mit der Veröffentlichung im Bundesblatt zu laufen begann (hier 30. Dezember 2009),
dass die Beschwerde offensichtlich nicht innert der nach Art. 100 Abs. 1 BGG 30-tägigen, gemäss Art. 44 - 48 BGG am 1. Februar 2010 abgelaufenen Rechtsmittelfrist eingereicht worden ist,
dass im Weiteren das einzige in der Beschwerdeeingabe enthaltene Vorbringen, "die Sache (sei) von der AHV-Ausgleichskasse nicht korrekt geführt worden" offensichtlich keine genügende Begründung darstellt, abgesehen davon, dass ein Antrag fehlt,
dass deshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten ist und in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG umständehalber auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Beschwerdeführer, dem Bundesverwaltungsgericht und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 17. November 2010

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Meyer Helfenstein Franke

Palavras-chave

social insuranceappeal deadlineservice by publicationinadmissibilityreasoning requirementcourt costs

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Questão jurídica principal

Whether the Federal Tribunal could enter into the appeal filed in October 2010 against the Federal Administrative Court judgment of 10 December 2009.

Decisão extraída

The appeal was filed after expiry of the statutory appeal period and was therefore inadmissible.

Fundamentação extraída

Service by publication in the Federal Gazette was valid because no Swiss service address was provided despite repeated requests. The appeal period began on publication and expired on 1 February 2010; the October 2010 filing was therefore late.

Questão jurídica principal

Whether the appeal was sufficiently reasoned and contained a request for relief.

Decisão extraída

The filing did not contain a sufficient legal reasoning and lacked a request.

Fundamentação extraída

The only assertion that the AHV office had not handled the matter correctly did not meet the minimal reasoning requirements.

Questão jurídica principal

Whether court costs should be charged.

Decisão extraída

No court costs were levied due to the circumstances.

Fundamentação extraída

The court exercised its discretion under the applicable provision and waived costs.

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