Reduction of party compensation in EL appeal was unjustified

9C_259/2009Tribunal Federal / Divisão de Direito Público III11 de mai. de 2009Granted

Abrir fonte

Extraído pela Omnilex

Resumo Omnilex

The claimants appealed to the Federal Supreme Court against a cantonal costs decision in an EL dispute. The cantonal court had partly allowed their appeal on the merits but reduced the party compensation because they had not fully prevailed. The Federal Supreme Court held that, under Art. 61 lit. g ATSG, a reduction cannot be based solely on partial success where the quantified request did not increase the procedural effort. It annulled the cantonal costs ruling, remitted the matter for a new assessment of the cantonal party compensation, and imposed federal costs and compensation on the respondent.

Sumário Omnilex

Art. 61 lit. g ATSG; party compensation in cantonal social insurance proceedings may not be reduced merely because the appellant prevailed only partially on the merits. In disputes concerning the amount of a benefit, an overclaim justifies a reduction only if the quantified request affected the procedural effort; otherwise the necessary work is the same as for a request corresponding to the eventual outcome (consid. 1.3). If the reasoning of the cost decision does not permit a reliable assessment of the impact of partial success, the matter must be remitted for a new cost determination with reasons. Art. 66 Abs. 1 and Art. 68 BGG govern federal costs and party compensation according to the outcome.

Texto completo

{T 0/2}
9C_259/2009

Urteil vom 11. Mai 2009
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Kernen, Seiler,
Gerichtsschreiber Traub.

Parteien
F.________ und R.________, Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Zimmermann,

gegen

Stadt X.________, Durchführungsstelle
für Zusatzleistungen zur AHV/IV,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Ergänzungsleistung zur AHV/IV,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
vom 31. Januar 2009.

Sachverhalt:
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hiess am 31. Januar 2009 eine Beschwerde des F.________ und der R.________ gegen einen Einspracheentscheid des Bezirksrates teilweise gut, hob den angefochtenen Entscheid auf und verpflichtete die zuständige Behörde, den Anspruch der Beschwerdeführenden auf Ergänzungsleistung zur halben Invalidenrente des Ehemanns für die Zeit ab August 2007 im Sinne der Erwägungen neu festzusetzen. Im Kostenentscheid sprach das kantonale Gericht den Beschwerdeführenden "entsprechend dem Ausmass des Obsiegens" eine Prozessentschädigung von Fr. 1100.- (einschliesslich Auslagen und Mehrwertsteuer) zu (Ziff. 3 des Entscheiddispositivs).
F.________ und R.________ führen Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, Dispositiv-Ziff. 3 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und die zugesprochene Prozessentschädigung auf Fr. 2200.- anzusetzen.
Die Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt X.________ und das Bundesamt für Sozialversicherungen verzichten auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:

1.
Streitig und zu prüfen ist allein, ob das kantonale Gericht die Parteientschädigung dem materiellen Verfahrensausgang entsprechend kürzen durfte.

1.1 Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person im kantonalen Verfahren Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Satz 1), wobei diese vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Satz 2).
Im Geltungsbereich von Art. 61 lit. g ATSG prüft das Bundesgericht als Frage des Bundesrechts frei, ob der vorinstanzliche Entscheid hinsichtlich der Bemessung der Parteientschädigung den bundesrechtlichen Anforderungen genügt, darüber hinaus aber praktisch nur, ob die Höhe der Parteientschädigung vor dem Willkürverbot standhält (SVR 2006 ALV Nr. 15 S. 51 E. 4.2, C 223/05).

1.2 Die Vorinstanz erkannte im angefochtenen Entscheid, entgegen der Festlegung von Durchführungsstelle und Bezirksrat, wonach der Ehefrau im Hinblick auf die Berechnung der Ergänzungsleistung zur halben Invalidenrente des Ehemanns mit Wirkung ab August 2007 ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 44'200.- anzurechnen sei, sei lediglich von einem solchen von Fr. 22'100.- auszugehen. Die Beschwerdeführer hatten im kantonalen Beschwerdeverfahren im Hauptbegehren beantragt, es sei der Ehefrau gar kein Erwerbseinkommen anzurechnen. Das kantonale Gericht berücksichtigte bei der Festsetzung der Parteientschädigung offenkundig den Umstand dieses bloss teilweisen Obsiegens.

1.3 Ist das Quantitative einer Leistung streitig, rechtfertigt eine "Überklagung" nach der in Rentenangelegenheiten ergangenen Rechtsprechung eine Reduktion der Parteientschädigung nur, wenn das ziffernmässig bestimmte Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat (BGE 117 V 401 E. 2c S. 407; EVGE 1967 S. 215 E. 3a; Urteil 8C_471/2007 vom 1. Februar 2008 E. 3.2 mit Hinweisen). Dasselbe muss für den Bereich der Ergänzungsleistungen gelten.
Die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte Beschwerde befasste sich mit dem Anspruch auf eine Ergänzungsleistung, ohne dass der notwendige Prozessaufwand durch die dem Hauptantrag zugrunde liegende Berechnungsvorgabe - keine Anrechnung eines Erwerbseinkommens - beeinflusst worden wäre; er wäre gleich gewesen, wenn die Beschwerdeführer einen dem vorinstanzlichen Entscheid entsprechenden Antrag gestellt hätten. Das kantonale Gericht hätte die Parteientschädigung daher nicht allein deswegen reduzieren dürfen, weil es auf Anrechnung eines Erwerbseinkommens aus einem halben Arbeitspensum erkannte. Andere Gründe für eine Reduktion sind nicht ersichtlich.

2.
Die vorinstanzliche Motivation des Kostenentscheids lässt nicht zweifelsfrei erkennen, in welchem Ausmass der Umstand des nur teilweisen Obsiegens die Festsetzung der Prozessentschädigung beeinflusst hat. Demnach ist die Sache an das kantonale Gericht zurückzuweisen, damit dieses den Betrag der Parteientschädigung festlege, falls gekürzt unter Angabe der Gründe.

3.
Dem Verfahrensausgang entsprechend werden die Gerichtskosten der das Prozessrisiko tragenden Beschwerdegegnerin auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG). Den Beschwerdeführern steht eine Parteientschädigung zu (Art. 68 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und Ziff. 3 des Dispositivs des Entscheids des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 31. Januar 2009 aufgehoben. Die Sache wird an die das kantonale Gericht zurückgewiesen, damit es die Parteientschädigung für das kantonale Beschwerdeverfahren im Sinne der Erwägungen neu festsetze.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführenden für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1500.- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 11. Mai 2009
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Meyer Traub

Palavras-chave

party compensationsocial insurancepartial successoverclaimremittalcosts

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the cantonal court could reduce party compensation solely because the claimants only partially succeeded on the merits

Decisão extraída

No. In EL proceedings, a reduction based only on partial success is impermissible when the quantified request did not affect the procedural effort.

Fundamentação extraída

Under Art. 61 lit. g ATSG, compensation depends on importance and difficulty, not on the amount claimed. Since the main request did not increase the work required, the court could not reduce compensation merely because it accepted only a half-time income imputation.

Questão jurídica principal

How the cantonal party compensation should be determined after the flawed costs reasoning

Decisão extraída

The matter had to be remitted to the cantonal court to redetermine compensation and, if reduced, state the reasons.

Fundamentação extraída

The motivation of the cost decision did not clearly show to what extent partial success influenced the amount, so the federal court could not itself fix the final cantonal compensation amount.

Questão jurídica principal

Allocation of federal court costs and federal party compensation

Decisão extraída

The respondent had to bear the federal costs and pay compensation to the appellants.

Fundamentação extraída

The outcome of the federal proceedings justified charging costs to the losing respondent and awarding party compensation to the successful appellants.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.