Complaint inadmissible after service on counsel triggered deadline

7B.105/2003Tribunal Federal / Divisão Penal II29 de jul. de 2003Inadmissible

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Resumo Omnilex

The debtor challenged the service of a payment order and the existence of a Swiss debt-enforcement domicile. The cantonal supervisory authority rejected the complaint. He then sent a later written statement to the authority, which forwarded it to the Federal Court. The Court held that it did not need to decide whether this statement was even a complaint under Art. 19 SchKG, because it was filed after the 10-day deadline. The cantonal decision had been served on the debtor's counsel on 31 March 2003, so the time limit expired on 10 April 2003. The federal filing of 28 April 2003 was therefore inadmissible.

Sumário Omnilex

Art. 19 SchKG; complaint period and service of the cantonal decision: the 10-day time limit is triggered by actual delivery of the decision to the addressee or his representative, not by actual reading; the mere possibility to take note is sufficient. Service on duly authorized counsel is effective service. If the federal complaint is filed after expiry of the period, the court does not enter into it, regardless of whether the submission is formally qualified as a complaint.

Texto completo

{T 0/2}
7B.105/2003 /min

Urteil vom 29. Juli 2003
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Besetzung
Bundesrichterin Escher, Präsidentin,
Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Hohl,
Gerichtsschreiber Möckli.

Parteien
Z.________, Beschwerdeführer,

gegen

Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern, Hochschulstrasse 17, Postfach 7475, 3001 Bern.

Gegenstand
Zustellung eines Zahlungsbefehls, Zuständigkeit,

Eingabe gegen den Entscheid der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern vom 26. März 2003.

Sachverhalt:
A.
In der vom Kanton Solothurn für Fr. 10'000'000.-- eingeleiteten Betreibung Nr. ... stellte das Betreibungs- und Konkursamt Berner Oberland, Dienststelle Niedersimmental, Z.________ den Zahlungsbefehl am 8. Januar 2003 an der angegebenen Schuldneradresse "..., X.________" persönlich zu.

Mit Beschwerde vom 20. Januar 2003 bestritt Z.________ das schweizerische Betreibungsdomizil und machte geltend, im Januar 2001 in der Republik Zypern endgültig Wohnsitz begründet zu haben. Die Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern legte ausführlich die Tatsachen dar, die gegen eine Verlegung des Lebensmittelpunktes im Sinn von Art. 23 ZGB sprechen, und wies die Beschwerde mit Entscheid vom 26. März 2003 ab.
B.
Zu diesem Entscheid liess Z.________ der kantonalen Aufsichtsbehörde am 28. April 2003 eine mit "Stellungnahme" betitelte Eingabe zukommen, in der er sich "in höchstem Masse überrascht und schockiert" zeigt und "der Überzeugung [ist], dass der vorliegende Entscheid nicht einfach so im Raum stehen gelassen werden darf". Die Aufsichtsbehörde leitete diese Eingabe an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts weiter.

Die Kammer zieht in Erwägung:
Ob die Eingabe, mit der Z.________ die Dinge aus seiner Sicht schildert, ohne ein Rechtsbegehren zu stellen oder um Beurteilung durch eine höhere Instanz nachzusuchen, als Beschwerde gemäss Art. 19 SchKG aufzufassen ist, kann offen gelassen werden, da die 10-tägige Beschwerdefrist ohnehin längst abgelaufen wäre:

Als Eröffnung und damit massgeblich für die Auslösung der 10-tägigen Beschwerdefrist ist die tatsächliche Aushändigung des Entscheides an den Adressaten oder an seinen Vertreter zu verstehen, wodurch der Verfahrensbeteiligte in die Lage versetzt wird, vom Inhalt Kenntnis zu nehmen; tatsächliche Kenntnisnahme ist nicht erforderlich, vielmehr genügt die blosse Möglichkeit dazu (Cometta, Kommentar zum SchKG, Basel 1998, N. 15 zu Art. 18 und N. 22 zu Art. 19).
Vorliegend wurde der kantonale Entscheid Fürsprecher Franz Müller, der Z.________ im kantonalen Verfahren vertreten hatte, am 31. März 2003 zugestellt. Die Beschwerdefrist lief somit am 10. April 2003 ab. Entsprechend kann auf die Eingabe vom 28. April 2003 nicht eingetreten werden.

Demnach erkennt die Kammer:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Beschwerdegegner (Kanton Solothurn, Rathaus, Rathausgasse, 4500 Solothurn 1, vertreten durch Fürsprecher Dr. Jürg Rieben, Jungfraustrasse 1, Postfach, 3000 Bern 6), dem Betreibungs- und Konkursamt Berner Oberland, Dienststelle Niedersimmental, und der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 29. Juli 2003
Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Palavras-chave

debt enforcementpayment orderservice of processcomplaint deadlineadmissibilityrepresentationnon-entry

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the filing of 28 April 2003 could be treated as a complaint under Art. 19 SchKG

Decisão extraída

The court left the qualification open because the filing was in any event out of time.

Fundamentação extraída

The 10-day complaint period had already expired when the filing was made.

Questão jurídica principal

When the complaint period started after service of the cantonal decision

Decisão extraída

Service on the debtor's counsel on 31 March 2003 was sufficient to trigger the period; the deadline expired on 10 April 2003.

Fundamentação extraída

For service, actual handover to the addressee or representative is decisive; actual reading is unnecessary, since the mere opportunity to take note suffices.

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