No standing to challenge remand sentence reduction

6S.344/2006Tribunal Federal / Divisão Penal11 de dez. de 2006Inadmissible

Abrir fonte

Extraído pela Omnilex

Resumo Omnilex

The Federal Court held that, after remittal under Art. 277ter BStP, the cantonal court had to confine itself to implementing the binding correction to the additional sentence. Although the Obergericht went beyond the remittal instruction and reduced the sentence by a further 20 days, the accused was not prejudiced by this error because it was to his advantage. The cassation complaint was therefore not entered into. The appellant was ordered to pay the court fee of CHF 1,000.

Sumário Omnilex

Art. 277ter BStP; binding effect of remittal instructions and admissibility of a further complaint against a new decision. The cantonal authority must, on remittal, confine itself to the reasons for cassation and may not revisit issues not affected by the remittal order; this applies at least where the Federal Court's reasoning clearly defines the scope of reconsideration (consid. 1-2). A party lacks standing to challenge an unauthorized modification of the new decision when that modification operates exclusively in its favor and no legally protected interest in annulment is shown (consid. 2). Costs follow the outcome of the inadmissibility ruling (consid. 3).

Texto completo

{T 0/2}
6S.344/2006 /hum

Urteil vom 11. Dezember2006
Kassationshof

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Karlen,
Gerichtsschreiber Briw.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Marcel Furrer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, Postfach 760, 6301 Zug.

Gegenstand
Neubeurteilung der Strafzumessung aufgrund einer Rückweisung gemäss Art. 277ter BStP,

Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, Strafrechtliche Abteilung, vom 9. Mai 2006 (SO 2006/1).

Sachverhalt:
A.
Das Obergericht des Kantons Zug verurteilte X.________ im Berufungsverfahren am 16. November 2005 wegen Betrugs, mehrfacher Veruntreuung, Misswirtschaft und ungetreuer Geschäftsbesorgung zu einer Gefängnisstrafe von 25 Monaten als Zusatzstrafe zu einer bedingt vollziehbaren Gefängnisstrafe von 10 Tagen und einer Busse von Fr. 800.--, die das Einzelrichteramt des Kantons Zug mit Strafbefehl vom 14. Mai 2004 ausgesprochen hatte.

Das Bundesgericht wies am 21. März 2006 die gegen dieses Urteil erhobene staatsrechtliche Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. Es hiess die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde teilweise gut, soweit es darauf eintrat, und wies die Sache zur neuen Entscheidung, nämlich einer Korrektur der Zusatzstrafe, an die Vorinstanz zurück (BGE 6S.1/2006 und 6P.2/2006 vom 21. März 2006).
B.
Bei der Neubeurteilung am 9. Mai 2006 setzte das Obergericht des Kantons Zug eine Zusatzstrafe von 24 Monaten Gefängnis fest.

Gegen dieses Urteil erhebt X.________ eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, das Urteil des Obergerichts vom 9. Mai 2006 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung der Strafe an dieses zurückzuweisen.

Das Obergericht des Kantons Zug beantragt die Abweisung der Beschwerde und verzichtet auf eine Vernehmlassung.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Die kantonale Behörde muss bei einer Rückweisung ihrer neuen Entscheidung die Begründung der Kassation zugrunde legen (Art. 277ter BStP). Das gilt im Entscheidpunkt und für weitere Fragen insoweit, als sich die bundesgerichtliche Kassation auf andere Punkte auswirkt und es der Sachzusammenhang erfordert. In diesem Umfang ist die neue Entscheidung vor Bundesgericht anfechtbar (BGE 123 IV 1 E. 1).
2.
Das Bundesgericht beanstandete im Rückweisungsentscheid nur die Strafzumessung und diese einzig hinsichtlich des Vorgehens bei der Bestimmung der Zusatzstrafe im Rahmen der retrospektiven Konkurrenz als methodisch nicht vollständig korrekt, weil die Vorinstanz es unterlassen hatte, die im Strafbefehl ausgefällte zehntätige Strafe in Abzug zu bringen (E. 10.5 und 10.6). Die Vorinstanz wurde angewiesen, dies nachzuholen und die Zusatzstrafe neu auf 24 Monate und 20 Tage Gefängnis festzusetzen (E. 10.6.2).

Bei der Neubeurteilung setzte die Vorinstanz eine Strafe von 24 Monaten Gefängnis fest. Dabei reduzierte sie das aufgehobene Strafmass weisungsgemäss um 10 Tage und minderte die Strafe zusätzlich um 20 Tage wegen erneuter Verfahrensverlängerung.

Die Vorinstanz durfte auf die Strafzumessung nicht zurückkommen. Der Beschwerdeführer ist indessen durch dieses weisungswidrige Vorgehen zu seinen Gunsten nicht beschwert, so dass auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
3.
Der Beschwerdeführer wird kostenpflichtig (Art. 278 Abs. 1 BStP).
Demnach erkennt das Bundesgericht im Verfahren nach
Art. 275bis BStP in Verbindung mit Art. 36a OG:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug und dem Obergericht des Kantons Zug, Strafrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 11. Dezember 2006
Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Palavras-chave

sentencingremittalstandingadditional sentenceinadmissibilitycosts

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the cantonal court could reconsider sentencing beyond the Federal Court's remittal instructions

Decisão extraída

The cantonal court was not allowed to reopen sentencing beyond the binding remittal grounds.

Fundamentação extraída

Under Art. 277ter BStP, the lower court must base its new decision on the Federal Court's reasons. Here, only the method for calculating the additional sentence had been corrected; the court therefore had to implement that instruction only.

Questão jurídica principal

Whether the appellant could challenge the new sentence despite the unauthorized further reduction in his favor

Decisão extraída

No entry was made because the appellant was not adversely affected by the extra reduction.

Fundamentação extraída

The improper reduction of the sentence worked in the appellant's favor, so he lacked a protected legal interest in attacking it.

Questão jurídica principal

Costs of the federal cassation complaint

Decisão extraída

The appellant had to bear the costs.

Fundamentação extraída

As the complaint was not entertained, costs were charged to the appellant.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.