Revision granted after incorrect service date

6F_15/2012Tribunal Federal / Divisão Penal2 de out. de 2012Granted

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Resumo

The Federal Criminal Court granted a revision request after the applicant showed that the earlier non-entry decision in case 6B_519/2012 rested on an erroneous service date. The Court consulted the receipt confirmation and found that the challenged decision had been received on 11 July 2012, not 10 July 2012. As a result, the underlying appeal was not late. The prior judgment of 12 September 2012 was set aside and the proceedings reopened. No court costs were charged and no compensation was awarded.

Regest

Revision of a Federal Supreme Court judgment; incorrect factual premise as to the date of service of the challenged decision. If the earlier non-entry decision was based on an erroneous assumption about receipt, and the correct receipt confirmation establishes timely filing, revision is granted, the prior judgment is annulled and the proceedings are reopened. Where the revision succeeds, no court costs and no party compensation are ordinarily awarded (consid. 1-2).

Texto completo

{T 0/2}
6F_15/2012

Urteil vom 2. Oktober 2012
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichter Schöbi,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. Hugo Werren,
Gesuchstellerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Schützengasse 1, 9001 St. Gallen,
Gesuchsgegnerin.

Gegenstand
Gesuch um Revision des Urteils des Schweizerischen Bundesgerichts 6B_519/2012 vom 12. September 2012.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesgericht trat am 12. September 2012 auf eine Beschwerde der Gesuchstellerin nicht ein, weil sie verspätet erschien (6B_519/ 2012). Der Vertreter der Gesuchstellerin hatte in der Beschwerde selber festgestellt, das angefochtene Urteil sei dem früheren Vertreter am 10. Juli 2012 zugestellt worden (Beschwerde S. 3 Ziff. 1.3). Bei dieser Sachlage war die Beschwerde verspätet. Dem Bundesgericht lagen die Akten nicht vor, und der Vertreter hatte es unterlassen, einen Empfangsschein beizubringen. Unter diesen Umständen durfte das Bundesgericht seiner Angabe vertrauen.

Der Vertreter wendet sich mit einem Revisionsgesuch ans Bundesgericht und macht geltend, er habe irrtümlich den 10. Juli 2012 als Datum der Inempfangnahme des angefochtenen Entscheids angegeben. In Tat und Wahrheit habe der vormalige Vertreter den Entscheid erst am 11. Juli 2012 in Empfang genommen, was sich aufgrund der Akten zeigen und beweisen lasse.

Das Bundesgericht hat die Empfangsbestätigung beigezogen, aus der sich ergibt, dass die neue Angabe des Vertreters zutrifft. Da der angefochtene Entscheid am 11. Juli 2012 zugestellt wurde, erweist sich die Beschwerde im Verfahren 6B_519/2012 nicht als verspätet.

Das Revisionsgesuch ist gutzuheissen, das Urteil 6B_519/2012 vom 12. September 2012 aufzuheben und das Verfahren 6B_519/2012 wieder aufzunehmen.

2.
Für das Revisionsverfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben und keine Entschädigungen auszurichten.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird gutgeheissen, das Urteil des Bundesgerichts 6B_519/2012 vom 12. September 2012 aufgehoben und das Verfahren 6B_519/2012 wieder aufgenommen.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben und keine Entschädigungen ausgerichtet.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt sowie dem Dossier 6B_519/2012 beigefügt.

Lausanne, 2. Oktober 2012

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Schneider

Der Gerichtsschreiber: C. Monn

Palavras-chave

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