No standing to challenge discontinuance of unfair competition investigation

6B_888/2008Tribunal Federal / Divisão Penal13 de nov. de 2008Inadmissible

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Resumo Omnilex

Four companies of the X. group sought Federal Supreme Court review of a cantonal decision upholding the discontinuance of an unfair competition investigation. The Court held that they were not entitled to appeal because they were neither private prosecutors nor victims. Their attempt to show arbitrary denial of injured-party status failed, as the publication referred only to the R. branch, which could protect its own rights, and their allegations of confusion and incapacity were unsubstantiated. The complaint was not entered into, and CHF 2,000 in costs were imposed jointly and severally on the appellants.

Sumário Omnilex

Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG; Art. 97 Abs. 1 BGG; standing of an injured party to appeal against a discontinuance decision. A mere injured party who is neither private prosecutor nor victim is, as a rule, not entitled to appeal in criminal matters. If the appellant invokes arbitrary denial of injured-party status, it must show in a substantiated manner that the cantonal court clearly misapplied the relevant cantonal provision on direct damage and that the factual findings are manifestly incorrect. Bare assertions concerning confusion of legal entities or an alleged inability of a local branch to defend its rights do not suffice.

Texto completo

{T 0/2}
6B_888/2008 /hum

Urteil vom 13. November 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
Firma Xa.________,
Firma Xb.________,
Firma Xc.________,
Firma Xd.________,
Beschwerdeführerinnen,
alle vier vertreten durch Rechtsanwältin
Dr. Jeannette Wibmer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Einstellungsverfügung (Widerhandlung gegen das Bundesgegesetz gegen den unlauteren Wettbewerb),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 2. September 2008.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die vier Beschwerdeführerinnen, die alle zur X.________-Gruppe gehören, wenden sich dagegen, dass eine Untersuchung wegen des Verdachts des unlauteren Wettbewerbs im Sinne des UWG eingestellt und ein dagegen gerichteter Rekurs im angefochtenen Entscheid abgewiesen wurden, soweit darauf einzutreten war. Bei der Frage der Legitimation berufen sie sich auf Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG (Beschwerde S. 4 Ziff. 4). Sie sind indessen weder Privatstrafklägerinnen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG, noch Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 OHG. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind sie als Geschädigte, die nicht Privatstrafklägerinnen oder Opfer sind, zur vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht legitimiert.

Es stellt sich nur die Frage, ob die Vorinstanz dadurch, dass sie einer der vier Beschwerdeführerinnen, der Firma Xa.________, die Geschädigtenstellung ganz und den übrigen Beschwerdeführerinnen teilweise absprach, § 395 Abs. 1 Ziff. 2 der Strafprozessordnung des Kantons Zürich (StPO/ZH) willkürlich angewendet hat (vgl. angefochtenen Entscheid S. 10-13 Ziff. 6.1 und Ziff. 9 sowie S. 15/16 Ziff. Ziff. 11). In der Beschwerde wird dazu ausführlich Stellung genommen (Beschwerde S. 5-10 Ziff. 8-16). Es ergibt sich indessen daraus nicht, inwieweit die Vorinstanz § 395 Abs. 1 Ziff. 2 StPO/ZH, wonach als Geschädigte nur jene Personen gelten, welchen durch die der gerichtlichen Beurteilung unterstellten Handlungen unmittelbar ein Schaden zugefügt wurde, willkürlich angewendet haben könnte.

Die Vorinstanz sprach den Beschwerdeführerinnen, die ihren Sitz in O.________, P.________ und Q.________ haben, die Geschädigteneigenschaft in Bezug auf eine Äusserung in einer Zeitschrift ab, die ausdrücklich nur die Niederlassung der X.________ in R.________ betraf ("Das R.________er Büro der Firma Xe.________ musste nach einem Anlegerskandal schliessen"). Diese Niederlassung in R.________ könne ihre Rechte selber wahrnehmen und habe dies auch zu tun. Der durchschnittliche Leser vermöge durchaus zwischen der Niederlassung in R.________ und jenen in O.________, P.________ und Q.________ zu unterscheiden und zu erkennen, dass es sich dabei um unterschiedliche juristische Personen handle (angefochtener Entscheid S. 12). Dass entgegen der Ansicht der Vorinstanz für den Leser eine Verwechslungsgefahr in Bezug auf die Niederlassungen bestanden haben könnte (Beschwerde S. 6 Ziff. 9, S. 7/8 Ziff. 12 und 13), stellt eine blosse Behauptung der Beschwerdeführerinnen dar, aus der sich nicht ergibt, dass die Vorinstanz den Sachverhalt offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG festgestellt haben könnte. Dass die Niederlassung in R.________ entgegen der Darstellung der Vorinstanz aus personellen und anderen Gründen nicht in der Lage gewesen wäre, ihre Rechte selber zu wahren (Beschwerde S. 9 Ziff. 16), stellt ebenfalls eine reine Behauptung dar.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind den vier Beschwerdeführerinnen unter solidarischer Haftung aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden den Beschwerdeführerinnen unter solidarischer Haftung auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. November 2008

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Palavras-chave

standinginjured partyunfair competitionnon-entryarbitrarinesscosts

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Questão jurídica principal

Whether the appellants had standing to challenge the discontinuance of the investigation and the dismissal of their recourse.

Decisão extraída

The appellants lacked standing because they were neither private prosecutors nor victims, and they did not show that the cantonal court had arbitrarily denied them injured-party status.

Fundamentação extraída

Under Art. 81(1)(b) BGG, mere injured parties who are neither private prosecutors nor victims are generally not entitled to appeal. The challenge to the cantonal assessment of injured-party status under § 395(1)(2) StPO/ZH was unsupported; the reference in the publication concerned only one branch in R., which could assert its own rights. The asserted risk of confusion and inability of that branch to act were bare allegations.

Questão jurídica principal

Whether the Federal Supreme Court should examine alleged arbitrariness in the cantonal court's assessment of injured-party status.

Decisão extraída

No, because the appellants failed to substantiate any manifestly incorrect factual findings or arbitrary application of cantonal law.

Fundamentação extraída

The submissions did not demonstrate that the cantonal court had obviously misapprehended the facts within the meaning of Art. 97(1) BGG or arbitrarily applied § 395(1)(2) StPO/ZH.

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