Execution of prison sentence after unfavorable prognosis

6B_767/2011Tribunal Federal / Divisão Penal15 de mar. de 2012Dismissed

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Resumo Omnilex

X.________ challenged the Zurich cantonal decision ordering execution of a two-year prison sentence after his outpatient measure had been lifted as futile. The Federal Supreme Court held that the cantonal court rightly found an unfavorable prognosis, based on the appellant's inconsistent therapy attendance and lack of cooperation. The appeal was decided under Art. 109 BGG and dismissed. Court costs of CHF 2,000 were charged to the appellant.

Sumário Omnilex

Art. 109 BGG; execution of a custodial sentence after termination of an outpatient measure; prognosis assessment. The Federal Supreme Court confirms that an execution order is admissible where the competent authority, on the basis of sufficiently substantiated reports, concludes that the offender cannot be granted a favorable prognosis. For the prognosis, the decisive factors are not only the absence of new offenses, but also the consistency and seriousness of treatment compliance and the offender's cooperation with therapy. The court may refer to the lower court's reasoning when the appeal does not meaningfully challenge the relevant findings. If the negative prognostic elements predominate, the appeal against execution is to be dismissed (consid. 2-3).

Texto completo

{T 0/2}
6B_767/2011

Urteil vom 15. März 2012
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Mathys, Präsident,
Bundesrichter Schneider, Schöbi,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Vollstreckung einer Freiheitsstrafe,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 18. Oktober 2011.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Am 18. März 2008 verurteilte das Bezirksgericht Zürich X.________ wegen sexueller Nötigung, mehrfacher einfacher Körperverletzung und mehrfacher Pornographie zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren, unter Anrechnung von 62 Tagen Haft. Der Vollzug wurde zugunsten einer ambulanten Massnahme aufgeschoben. Diese wurde am 7. Dezember 2010 durch das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich wegen Aussichtslosigkeit aufgehoben.

Am 20. Mai 2011 beschloss das Bezirksgericht den Vollzug der am 18. März 2008 ausgesprochenen Freiheitsstrafe, wobei es zehn Tage Massnahmevollzug anrechnete. Eine dagegen gerichtete kantonale Beschwerde wurde durch das Obergericht des Kantons Zürich am 18. Oktober 2011 abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.

X.________ wendet sich mit Beschwerde ans Bundesgericht und beantragt sinngemäss, auf den Vollzug der Freiheitsstrafe sei zu verzichten.

2.
In Anwendung von Art. 109 Abs. 3 BGG kann auf die einlässlichen und überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden. Sie kommt zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer keine günstige Prognose gestellt werden könne, weil die negativ zu gewichtenden Faktoren überwögen (vgl. angefochtenen Entscheid S. 3-15 E. III und IV).
Was der Beschwerdeführer vorbringt, dringt nicht durch. Die Vorinstanz hat nicht verkannt, dass er seit dem 5. November 2005 keine Straftaten mehr begangen hat. Für die Prognose entscheidend war jedoch, dass er sich nur im Jahr 2006 der für ihn notwendigen Therapie regelmässig unterzog. Danach kamen zwei Jahre, in denen er überhaupt keine Therapie absolvierte. Seit der Invollzugsetzung der ambulanten Massnahme am 15. Oktober 2008 bis zu deren Einstellung am 7. Dezember 2010 fanden nur elf Sitzungen und seit der Wiederaufnahme der Therapie im Jahre 2011 maximal sieben Sitzungen statt. Unter diesen Umständen kann von einer ausreichenden Behandlung nicht die Rede sein. Weiter stellt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe sich in Bezug auf die Therapie nicht kooperativ verhalten, da er die Termine nicht regelmässig eingehalten habe. Nachdem er früher geltend gemacht hatte, sein mangelndes Engagement habe damit zu tun, dass er durch die Termine am Samstagnachmittag stark in seiner Freiheit eingeschränkt werde (angefochtener Entscheid S. 14), bringt er heute vor, man könne von seinem Arbeitgeber nicht verlangen, dass er jeweils pro Woche einen halben Tag abwesend sei. Dies erscheint mutwillig. Das Problem ist offenbar nicht, dass die Therapeuten "kein Verständnis betreffend der Gestaltung der Termine" gehabt hätten, sondern liegt darin, dass sich der Beschwerdeführer einer effektiven Behandlung seiner Probleme widersetzt. Gesamthaft gesehen ist es bundesrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz gestützt auf die bereits vorhandenen und ausreichenden Berichte von einer ungünstigen Prognose ausging.

Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. März 2012
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Mathys

Der Gerichtsschreiber: Monn

Palavras-chave

execution of sentenceprognosisoutpatient measuretherapy compliancecriminal lawcourt costs

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the prison sentence should be executed after the outpatient measure was terminated.

Decisão extraída

The execution order was lawful because the appellant could not be given a favorable prognosis; the negative factors outweighed the positive ones.

Fundamentação extraída

The court relied on the detailed reasoning of the cantonal court and found no federal-law error. The appellant had not consistently undergone therapy, showed insufficient cooperation, and resisted effective treatment.

Questão jurídica principal

Whether the federal appeal should succeed against the cantonal decision.

Decisão extraída

The appeal failed in summary proceedings under Art. 109 BGG.

Fundamentação extraída

The appellant's arguments did not rebut the cantonal findings; the court could refer to the well-founded reasoning below.

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