Non-entry due to lack of standing in criminal complaint

6B_747/2010Tribunal Federal / Divisão Penal21 de set. de 2010Inadmissible

Abrir fonte

Extraído pela Omnilex

Resumo Omnilex

The Federal Supreme Court held that the appellant lacked standing to challenge the cantonal prosecutor’s non-entry decision because he was neither private prosecutor nor victim under the Federal Supreme Court Act and only raised merit-based arguments. Since only separable formal complaints are open to a mere injured party, the court did not enter the complaint under summary procedure. Court costs of CHF 800 were charged to the appellant.

Sumário Omnilex

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 und 5 BGG; standing of an injured party in criminal matters; only a private prosecutor or victim directly affected in protected personal integrity has standing to challenge a non-entry decision on the merits. A mere injured person may invoke only violations of procedural rights separable from the merits, including formal denials of justice or similar constitutional or convention-based guarantees. Where the submissions concern the substance of the criminal complaint, the appeal is inadmissible and may be disposed of under Art. 108 BGG (consid. 1). Costs follow the outcome under Art. 66 Abs. 1 BGG (consid. 2).

Texto completo

{T 0/2}
6B_747/2010

Urteil vom 21. September 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte
X.________, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. Andreas Landtwing,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, 6300 Zug,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichtanhandnahme einer Strafanzeige,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, Justizkommission, Strafrechtliche Kammer, vom 23. Juli 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass die Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen Betrugs, Urkundenfälschung, arglistiger Vermögensschädigung, unwahrer Angaben über kaufmännische Gewerbe, Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung nicht an die Hand nahm und im angefochtenen Entscheid eine dagegen gerichtete Beschwerde abgewiesen wurde. Der Beschwerdeführer ist indessen nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG, weil er die Anklage nicht ohne Beteiligung der Staatsanwaltschaft vertreten hat. Durch die angezeigten Straftaten wurde er in seiner körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität nicht unmittelbar beeinträchtigt, weshalb er auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG ist. Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, ist er zur vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 136 IV 29).

Er kann nur die Verletzung von Rechten rügen, die ihm als am Verfahren beteiligter Partei nach dem massgebenden Prozessrecht oder unmittelbar aufgrund der BV oder der EMRK zustehen (BGE 136 IV 29). Zulässig sind Rügen, die formeller Natur sind und von der Prüfung der Sache selber getrennt werden können. Denn auf eine solche Prüfung in der Sache haben nicht Legitimierte keinen Anspruch (BGE 120 Ia 101 E. 3b; 119 Ib 205 E. 3). Der Begründung der Beschwerde ist zu entnehmen, dass alle Vorbringen den Sachverhalt betreffen und eine Prüfung der Sache selbst erfordern würden, so zum Beispiel, wenn der Beschwerdeführer geltend macht, die Staatsanwaltschaft müsste ihm zumindest die Möglichkeit zur Substantiierung geben, sofern die "strafrechtlich möglicherweise relevanten" Akten "nicht komplett" wären, aber beigebracht werden könnten (vgl. Beschwerde, S. 11). Ohne dass sich das Bundesgericht zu allen ähnlichen Vorbringen des Beschwerdeführers ausdrücklich äussern müsste, ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zug, Justizkommission, Strafrechtliche Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. September 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Arquint Hill

Palavras-chave

standingnon-entryprivate prosecutorvictim statusformal rightssummary procedurecourt costs

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the complainant had standing to appeal the non-entry decision to the Federal Supreme Court.

Decisão extraída

He lacked standing as neither private prosecutor nor victim; only procedural rights may be raised.

Fundamentação extraída

He did not prosecute the case without the public prosecutor, was not directly affected in bodily, psychological, or sexual integrity, and as a mere injured party could invoke only separable formal rights. His submissions concerned the merits.

Questão jurídica principal

Whether the Federal Supreme Court should enter the complaint under summary procedure.

Decisão extraída

The complaint could not be entered into.

Fundamentação extraída

Because the appellant lacked standing and raised only merit-related grievances, the appeal was inadmissible under the summary procedure.

Questão jurídica principal

Allocation of court costs.

Decisão extraída

Court costs were imposed on the appellant.

Fundamentação extraída

As the unsuccessful party, he bore the costs under the Federal Supreme Court Act.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.