Drunk driving conviction upheld; appeal dismissed

6B_693/2010Tribunal Federal / Divisão Penal1 de nov. de 2010Dismissed

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Resumo Omnilex

X. challenged a Thurgau cantonal conviction for driving while unfit to drive after a blood test showed at least 1.22‰ alcohol. He sought acquittal before the Federal Supreme Court, arguing among other things that the case had been delayed, that the blood draw location differed from what was stated, that the eventual-intent finding was wrong, and that he could refuse financial disclosures. The Court held that the appeal did not meet the federal pleading requirements and disclosed no violation of federal law. The appeal was dismissed in summary procedure, and the appellant was ordered to pay CHF 2,000 in costs.

Sumário Omnilex

Arts. 42 al. 2, 95, 106 al. 2 and 109 LTF; summary dismissal of an insufficiently reasoned criminal appeal. The Federal Supreme Court may, under Art. 109 LTF, dispose of an appeal by reference to the cantonal judgment where the submissions do not concretely demonstrate a violation of federal law. Allegations unrelated to the decisive outcome, or unsupported factual disputes, are ineffective. A merely inadvertent delay in the handling of the case does not, absent a statutory time limit, invalidate the criminal decision. Factual findings on eventual intent are reviewed only within the limits of the appellant’s substantiation burden; bare assertions do not suffice to overturn them.

Texto completo

{T 0/2}
6B_693/2010

Urteil vom 1. November 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Mathys,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau, Staubeggstrasse 8, 8510 Frauenfeld,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Führen eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 8. Juli 2010.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer wurde durch das Obergericht des Kantons Thurgau mit Urteil vom 8. Juli 2010 wegen Führens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand zu einer bedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen à Fr. 50.-- mit einer Probezeit von zwei Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 1'200.-- bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von zwölf Tagen verurteilt. Er war am 25. Januar 2008, nach 02.00 Uhr morgens, beim Grenzübergang Kreuzlingen kontrolliert worden. Eine Blutprobe ergab, dass er einen Alkoholgehalt von mindestens 1.22 Gewichtspromillen aufgewiesen hatte. Mit Beschwerde ans Bundesgericht strebt er einen Freispruch an.

Der Beschwerdeführer hat im angefochtenen Entscheid 44 Punkte angezeichnet und in der Beschwerde begründet, warum bei all diesen Punkten ein Fehler vorliegen soll. In Anwendung von Art. 109 Abs. 3 BGG kann auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. Soweit die Beschwerde überhaupt den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG entspricht, ist nicht ersichtlich, dass und inwieweit der angefochtene Entscheid gegen das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen könnte.

So macht der Beschwerdeführer unter Ziff. 4 zum Beispiel geltend, es könne auch vier Uhr gewesen sein. Dies ist für den Ausgang der Sache indessen unerheblich. Unter Ziff. 10 führt er aus, die Blutentnahme sei nicht beim IRM St. Gallen, sondern bei einem privaten Arzt erfolgt. Auch in diesem Punkt ist nicht ersichtlich, was die Behauptung des Beschwerdeführers am Ausgang der Sache ändern könnte.

Die Vorinstanz stellt fest, die Sache sei versehentlich mehrere Monate liegen geblieben (angefochtener Entscheid S. 3 lit. b). Davon, dass die Strafverfügung deshalb "ungültig" wäre (Beschwerde Ziff. 15), kann nicht die Rede sein. Zudem schreibt das schweizerische Recht keine Bearbeitungsfrist von drei Monaten vor.

Im Übrigen kann der von der Vorinstanz angenommene Eventualvorsatz nicht mit dem Hinweis widerlegt werden, dass man trotz eines geringen Alkoholkonsums ein Motorfahrzeug lenken dürfe (Beschwerde Ziff. 42). Beim von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt ist ihre Schlussfolgerung nicht zu beanstanden.

Und schliesslich kann davon, dass der Beschwerdeführer Angaben zu seinen finanziellen Verhältnissen "zu Recht" verweigert hätte (Beschwerde Ziff. 44), nicht die Rede sein. Es geht nicht um ein Zoll-, sondern um ein Strafverfahren.

Ohne dass sich das Bundesgericht zu allen Vorbringen ausdrücklich äussern müsste, ist die Beschwerde im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. November 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre C. Monn

Palavras-chave

drunk drivingeventual intentappeal admissibilitysummary procedurecourt costsprocedural delayblood alcohol

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the federal appeal met the pleading requirements and disclosed a violation of federal law.

Decisão extraída

The appeal did not show any cognizable violation of Swiss law and could be dismissed under summary procedure.

Fundamentação extraída

The Court referred to the cantonal judgment under Art. 109(3) BGG and found the submissions largely unsupported and insufficient under Arts. 42(2) and 106(2) BGG.

Questão jurídica principal

Whether the alleged procedural delay invalidated the criminal order.

Decisão extraída

The delay did not render the criminal order invalid; Swiss law provides no three-month processing deadline.

Fundamentação extraída

Even though the matter had inadvertently remained pending for months, no legal basis supported the claim of invalidity.

Questão jurídica principal

Whether the finding of eventual intent was rebutted.

Decisão extraída

The finding of eventual intent stood on the facts established by the cantonal court.

Fundamentação extraída

The argument that one may still drive after consuming some alcohol did not undermine the lower court’s factual and legal conclusion.

Questão jurídica principal

Whether the refusal to disclose financial information was justified.

Decisão extraída

The refusal was not justified because this was a criminal, not a customs, proceeding.

Fundamentação extraída

The Court rejected the attempt to rely on customs-law-type privacy arguments in a criminal case.

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