No standing to appeal against acquittal in traffic offense case

6B_68/2010Tribunal Federal / Divisão Penal25 de jan. de 2010Dismissed

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Resumo Omnilex

The appellant challenged the Bern High Court’s acquittal of A.________ for a traffic offense. The Federal Supreme Court held that he had no standing to appeal: he was neither private prosecutor nor a victim directly affected in his physical or psychological integrity, and the public prosecutor had participated in the cantonal proceedings. The court therefore refused to enter into the appeal. It also denied legal aid because the appeal was hopeless, and it ordered the appellant to pay CHF 500 in costs. No party compensation was awarded to the respondent.

Sumário Omnilex

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 und 5 BGG; Beschwerdelegitimation gegen einen Freispruch; fehlt dem Anzeigeerstatter die Stellung als Privatstrafkläger und ist er durch die angezeigte Tat nicht unmittelbar in seiner körperlichen oder psychischen Integrität betroffen, so ist er zur Beschwerde nicht legitimiert. Die blosse Anzeigeerstattung genügt nicht. Wird auf die Beschwerde mangels Legitimation nicht eingetreten, ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen (Art. 64 BGG); die Kosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Texto completo

{T 0/2}
6B_68/2010

Urteil vom 25. Januar 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

A.________,
Beschwerdegegner 1,
Generalprokurator des Kantons Bern, 3001 Bern,
Beschwerdegegner 2.

Gegenstand
SVG-Widerhandlung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 2. Strafkammer, vom 13. November 2009 (SK-Nr.2009/363/SIR).
Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass der Beschwerdegegner 1 von der Anschuldigung der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Rechtsüberholen auf der Autobahn freigesprochen wurde. Die Staatsanwaltschaft war indessen am kantonalen Verfahren beteiligt, weshalb der Beschwerdeführer nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG ist. Er wurde durch das angezeigte Verhalten auch nicht in seiner körperlichen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt, weshalb er nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG ist. Als Anzeigeerstatter ist er zur vorliegenden Beschwerde nicht legitimiert. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er verweist auf seine "bestens bekannte Mittellosigkeit". Dieser Hinweis kann als Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege entgegengenommen werden. Das Gesuch ist indessen in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Dem Beschwerdegegner ist keine Entschädigung auszurichten, weil er vor Bundesgericht keine Umtriebe hatte.
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, 2. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. Januar 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Palavras-chave

standingnon-entryacquittaltraffic offenselegal aidcourt costsvictim statusprivate prosecutor

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Questão jurídica principal

Whether the complainant had standing to appeal the acquittal to the Federal Supreme Court.

Decisão extraída

He lacked standing, because he was neither private prosecutor nor a victim directly affected in his physical or psychological integrity; as mere informant, he could not appeal.

Fundamentação extraída

The public prosecutor participated in the cantonal proceedings, excluding private-prosecutor standing under Art. 81(1)(b)(4) BGG. The appellant was not directly affected within the meaning of Art. 81(1)(b)(5) BGG and Art. 1(1) OHG. Therefore the appeal was inadmissible under Art. 108 BGG.

Questão jurídica principal

Whether the appellant was entitled to legal aid.

Decisão extraída

Legal aid was denied because the appeal had no prospects of success.

Fundamentação extraída

Since the appeal was inadmissible for lack of standing, the legal requests were manifestly futile within the meaning of Art. 64 BGG.

Questão jurídica principal

Allocation of court costs and compensation.

Decisão extraída

Court costs of CHF 500 were imposed on the appellant; no compensation was awarded to the respondent.

Fundamentação extraída

Costs follow the losing party under Art. 66(1) BGG. No party compensation was due because the respondent incurred no expenses before the Federal Supreme Court.

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