Non-entry for insufficiently reasoned complaint on waiver of costs

6B_577/2012Tribunal Federal / Divisão Penal26 de set. de 2012Inadmissible

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Resumo

The Federal Supreme Court did not enter into the complaint against the cantonal refusal to waive procedural costs because the appellant failed to engage with the lower court's finding that the underlying filings were querulous or abusive. The court held that a bare assertion of defending one's rights was insufficient to overcome that reasoning. Federal court costs of CHF 500 were charged to the appellant, taking his financial situation into account.

Regest

Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG; non-entering on a complaint for insufficient reasoning. A party challenging a cantonal decision must specifically address the decisive grounds of the lower court and substantiate, with reference to the contested reasoning, why it is wrong. A mere general denial of querulous or abusive conduct, or an abstract assertion of vindication of rights, does not satisfy the Federal Supreme Court's pleading requirements. Where these requirements are not met, the complaint is not entered into in the procedure under Art. 108 BGG; the court costs are borne by the complainant, with due regard to financial circumstances under Art. 65 Abs. 2 and Art. 66 Abs. 1 BGG.

Texto completo

{T 0/2}
6B_577/2012

Urteil vom 26. September 2012
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X._________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Bern, Strafabteilung, Beschwerdekammer in Strafsachen, Hochschulstrasse 17, 3012 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Erlass von Verfahrenskosten,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Strafabteilung, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 12. September 2012.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Im angefochtenen Entscheid wurde ein Gesuch um Erlass von Verfahrenskosten abgewiesen. Die meisten der betroffenen Verfahren seien durch querulatorische oder sonstwie rechtsmissbräuchliche Eingaben verursacht worden, weshalb von vornherein keine unzumutbare Härte angenommen werden könne. In einem Verfahren betrügen die Kosten nur Fr. 250.--, weshalb auch dem Beschwerdeführer, der vom Sozialdienst unterstützt werde, zuzumuten sei, den Betrag in Raten über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren abzuzahlen.

Der Beschwerdeführer stellt in Abrede, dass er querulatorisch prozessiere, denn er setze sich vor den Gerichten nur für sein Recht ein. Sich für sein angebliches Recht einzusetzen schliesst für sich allein ein querulatorisches Verhalten indessen nicht aus. Der Beschwerdeführer müsste darlegen, inwieweit die Eingaben, um die es im vorliegenden Verfahren geht, im Gegensatz zur Auffassung der Vorinstanz nicht querulatorisch, sondern berechtigt gewesen sind. Da er dies unterlässt, genügt die Beschwerde den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Seiner finanziellen Lage ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Strafabteilung, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. September 2012

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Einzelrichter: Schneider

Der Gerichtsschreiber: C. Monn

Palavras-chave

procedural costswaiverinsufficient reasoningnon-entryquerulous filingscourt costs