Non-entry for insufficiently reasoned criminal appeal

6B_267/2012Tribunal Federal / Divisão Penal9 de jul. de 2012Dismissed

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The Federal Supreme Court dealt with a criminal appeal against a cantonal judgment confirming convictions for repeated embezzlement and mismanagement. The appellant argued only that the factual findings were wrong and invoked alleged document falsification, but he did not formulate a precise arbitrariness challenge. The Court held that the appeal was merely appellatory and therefore inadmissible under Art. 108 BGG. It also rejected the request for free legal aid as hopeless and imposed reduced court costs of CHF 500 on the appellant.

Sumário Omnilex

Art. 105 Abs. 1, Art. 97 Abs. 1, Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108, Art. 64 und Art. 66 BGG; requirements for admissible factual review in criminal matters and non-entry for merely appellatory criticism. The Federal Supreme Court is bound by the cantonal findings of fact unless they are shown with precise reasoning to be manifestly incorrect or arbitrary. A complaint that merely reargues the evidence, without identifying the challenged passages and substantiating arbitrariness, is inadmissible. Where the appeal is hopeless, legal aid must be refused; costs may nevertheless be moderated in light of the party’s financial situation.

Texto completo

{T 0/2}
6B_267/2012

Urteil vom 9. Juli 2012
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau,
Frey-Herosé-Strasse 12, Wielandhaus, 5001 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Mehrfache Veruntreuung, Misswirtschaft,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts
des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer,
vom 28. Januar 2012.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Das Bezirksgericht Baden sprach den Beschwerdeführer am 21. September 2010 der mehrfachen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB sowie der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 19 Monaten, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren. Am 28. Januar 2012 wies das Obergericht des Kantons Aargau eine Berufung ab. Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht und beantragt sinngemäss, er sei freizusprechen.

Der Beschwerdeführer rügt ausschliesslich den Sachverhalt, von dem die kantonalen Richter ausgegangen sind. Das Bundesgericht ist indessen an die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Diese können nur bemängelt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV sind. Willkür liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 137 I 1 E. 2.4). Die angebliche Willkür ist unter Hinweis auf die entsprechende Stelle im angefochtenen Entscheid präzise zu rügen, und die Rüge ist zu begründen (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG).

Die weitschweifige Begründung des Beschwerdeführers beschränkt sich auf unzulässige appellatorische Kritik, die im vorliegenden Verfahren nicht gehört werden kann. Er bezieht sich nicht konkret auf den angefochtenen Entscheid, so dass aus der Beschwerde nicht ersichtlich ist, welche Stelle willkürlich sein soll. Auch materiell vermag er keine Willkür nachzuweisen. So macht er z.B. geltend, Anwälte der Geschädigten hätten aus dem Original eines Vertrags einen Satz entfernt und seien mit dem gefälschten Dokument beim Betreibungsamt vorstellig geworden (vgl. Beschwerde S. 2/3). Er reicht dazu zahlreiche Unterlagen als Beweis ein, sagt indessen nicht, inwieweit diese Unterlagen zum Nachweis der angeblichen Fälschung dienen könnten. Es ist nicht ersichtlich, wie sich dies aus den eingereichten Verträgen, einer Schuldanerkennung, einer Debitorenliste, einer Verkaufsabrechnung und dergleichen ergeben könnte. Mit solchen Vorbringen kann eine Willkürrüge nicht begründet werden.

Ohne dass sich das Bundesgericht zu allen Vorbringen ausdrücklich äussern müsste, ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das nachträglich gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers (vgl. Urteil Bezirksgericht S. 35) ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. Juli 2012

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Einzelrichter: Schneider

Der Gerichtsschreiber: Monn

Palavras-chave

criminal appealarbitrarinessfactual findingsinadmissibilitylegal aidcourt costsappellatory criticism

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Questão jurídica principal

Whether the criminal complaint met the requirements for challenging factual findings and could be entered into under Art. 108 BGG

Decisão extraída

No. The appeal contained only inadmissible appellate criticism and did not specifically show which factual findings were arbitrary or manifestly incorrect.

Fundamentação extraída

The appellant failed to point precisely to challenged passages in the cantonal judgment and did not substantiate arbitrariness with the necessary precision under Arts. 42(2) and 106(2) BGG.

Questão jurídica principal

Whether the appellant was entitled to free legal aid

Decisão extraída

No. The request was rejected because the appeal had no prospects of success.

Fundamentação extraída

Under Art. 64 BGG, legal aid is denied where the legal remedies are hopeless.

Questão jurídica principal

Who bears the court costs and in what amount

Decisão extraída

The appellant bears the costs; the fee was fixed at CHF 500 taking account of his financial situation.

Fundamentação extraída

Costs were imposed under Art. 66(1) BGG, with reduction reflecting financial hardship under Art. 65(2) BGG.

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