Criminal complaint inadmissible for insufficient reasoning

6B_179/2010Tribunal Federal / Divisão Penal23 de fev. de 2010Inadmissible

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X. filed two criminal complaints against judgments of the Zurich High Court concerning traffic-rule violations. The Federal Supreme Court held that the filing did not meet the statutory reasoning requirements and therefore did not enter into the merits. It also denied the request for an oral hearing, found the request for legal aid hopeless, and imposed court costs of CHF 1,500 on X., taking into account that two judgments were challenged.

Sumário Omnilex

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 BGG; admissibility of a criminal complaint and requirements of substantiation. A complaint must, in a reasoned manner and with reference to the challenged decision, explain which federal rights were violated; mere assertions or incomprehensible criticism do not satisfy the pleading requirements. The Federal Supreme Court examines only the issues adequately raised. If the complaint is manifestly insufficiently reasoned, no oral hearing is required and the case may be decided under Art. 108 BGG. Legal aid under Art. 64 BGG is excluded where the proceedings are hopeless; costs are borne by the unsuccessful party under Art. 66 Abs. 1 BGG, with the amount assessable in light of the number of challenged decisions.

Texto completo

{T 0/2}
6B_179/2010, 6B_180/2010

Urteil vom 23. Februar 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Übertretung von Verkehrsvorschriften,

Beschwerden gegen die Urteile des Obergerichts
des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 21. Dezember 2009 (SU090027/U/kw+SU090028/U/kw).

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Da es um eine Strafsache geht, ist die "national wirksame Beschwerde" als Beschwerde gemäss Art. 78 ff. BGG entgegenzunehmen.

2.
Das Bundesgericht ist zur Entgegennahme von Strafanzeigen nicht zuständig. Auf die Anträge 16 und 21 ist nicht einzutreten.

3.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdefrist eingehalten. Sein Gesuch, die Frist zu erstrecken, ist gegenstandslos.

4.
Eine Verhandlung ist nicht notwendig (vgl. Art. 58 BGG). Das Gesuch um eine mündliche Hauptverhandlung ist abzuweisen.

5.
Im vorliegenden Verfahren kann es nur um die beiden Urteile des Obergerichts des Kantons Zürich vom 21. Dezember 2009 gehen. Soweit sich die Beschwerde gegen andere Entscheide richtet, ist darauf nicht einzutreten.

6.
In einer Beschwerde ist anzugeben, inwieweit der angefochtene Akt das Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Soweit sich der Beschwerdeführer nicht auf die beiden angefochtenen Urteile bezieht, ist darauf nicht einzutreten.

7.
In den angefochtenen Urteilen wurde der Beschwerdeführer wegen Widerhandlungen gegen das SVG zu zwei Bussen von Fr. 340.-- und Fr. 400.-- bzw. zu zwei Ersatzfreiheitsstrafen von je vier Tagen verurteilt.

Was der Beschwerdeführer zur Sache vorbringt, genügt, soweit es überhaupt verständlich ist, den minimalen Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Soweit er zum Beispiel geltend macht, das Statthalteramt des Bezirkes Zürich sei für seinen Fall nicht zuständig gewesen (Beschwerde S. 7 und 8 Ziff. 9 - 11), ergibt sich daraus nicht, inwieweit die entsprechende Erwägung der Vorinstanz (angefochtene Urteile je S. 5 E. 2.5.) gegen das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen könnte. Zu seiner Täterschaft macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz stütze sich auf "absolut nichtssagende Photos eines Personenwagens" (Beschwerde S. 9/10 Ziff. 20 - 27). Damit vermag er nicht darzutun, dass die entsprechende Erwägung der Vorinstanz (angefochtene Urteile je S. 6/7 E. 3) offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 bzw. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV wäre.

8.
Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Mit dem Entscheid in der Sache ist das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos geworden.

Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Bei deren Höhe ist zu berücksichtigen, dass sich die Beschwerde gegen zwei angefochtene Urteile richtet.

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Infolge der rechtsmissbräuchlichen Art der Prozessführung kommt eine Herabsetzung der Gerichtsgebühr nicht in Betracht (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Das Gesuch um Durchführung einer mündlichen Verhandlung wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

4.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Februar 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Palavras-chave

inadmissibilityreasoning requirementslegal aidoral hearingcourt coststraffic violations

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the criminal complaint met the Federal Supreme Court's reasoning requirements and could be heard at all

Decisão extraída

The complaint did not satisfy the minimum reasoning requirements under the Federal Supreme Court Act and was therefore not entered into.

Fundamentação extraída

The appellant failed to show, with reference to the challenged judgments, how they violated federal law or were manifestly incorrect; general and unclear allegations were insufficient.

Questão jurídica principal

Whether the request for an oral hearing had to be granted

Decisão extraída

No oral hearing was necessary and the request was denied.

Fundamentação extraída

The case could be decided on the written record; an oral hearing was not required.

Questão jurídica principal

Whether legal aid should be granted

Decisão extraída

Legal aid was refused because the complaint had no prospects of success.

Fundamentação extraída

Since the complaint was inadmissible and the claims were hopeless, the statutory requirements for legal aid were not met.

Questão jurídica principal

How the court costs should be allocated

Decisão extraída

Costs were imposed on the appellant, with the amount reflecting that the complaint targeted two judgments.

Fundamentação extraída

As the complaint was unsuccessful, the appellant had to bear the court costs.

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