No legal aid or suspensive effect for constitutional complaint

5P.293/2004Tribunal Federal / Divisão Civil II2 de ago. de 2004Dismissed

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The Federal Supreme Court treated the filing as a constitutional complaint against the Thurgau superior court's order dismissing revision. It held that the complaint did not meet the motivation requirements, that objections to the decision of the welfare authority were inadmissible because that decision was not final, and that an attempt to attack the earlier superior court decision was time-barred. As the complaint appeared hopeless, the court refused suspensive effect and free legal aid and ordered a CHF 3,000 cost advance.

Sumário Omnilex

Art. 152 Abs. 1 OG; Art. 86 Abs. 1 OG; Art. 89 Abs. 1 OG; Art. 90 Abs. 1 lit. b OG: Free legal aid requires indigence and a claim with reasonable prospects of success; a constitutional complaint that does not engage with the challenged reasoning in a constitutionally sufficient manner is hopeless. Complaints against non-final cantonal decisions are inadmissible. A request to recharacterize a filing as a constitutional complaint against an earlier decision is inadmissible once the constitutional complaint deadline has expired. Hopelessness also precludes suspensive effect and legal aid (consid. 1-4).

Texto completo

{T 0/2}
5P.293/2004 /rov

Beschluss vom 2. August 2004
II. Zivilabteilung

Besetzung
Bundesrichterin Nordmann, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Meyer, Bundesrichterin Hohl,
Gerichtsschreiber Gysel.

Parteien

  1. Z.________,
  2. Y.________,
    Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Thurgau als (oberer) kantonaler Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs, Promenadenstrasse 12, 8500 Frauenfeld.

Gegenstand
Revision,

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Beschluss vom 28. Juni 2004 (BS.2004.11)

Das Bundesgericht hat nach Einsicht
in die vom 24./26. Juli 2004 datierte und am 27. Juli 2004 zur Post gebrachte, gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Thurgau als (oberer) kantonaler Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs vom 28. Juni 2004 gerichtete Eingabe von Z.________ und Y.________, in der die beiden unter anderem die Prozessbegehren stellen, der Beschwerde für den Fall der Entgegennahme als staatsrechtliche Beschwerde aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und ihnen für das bundesgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren,

in Erwägung,
dass das Obergericht ein Revisionsbegehren abgewiesen hat, das die Beschwerdeführer gegen seinen Beschluss vom 22. März 2004 eingereicht hatten,
dass es den Entscheid damit begründet, der von den Beschwerdeführern angerufene Revisionsgrund von § 246 Abs. 3 der Thurgauer Zivilprozessordnung (für den Gesuchsteller nachteiliges Einwirken durch eine strafbare Handlung auf den in Frage stehenden Entscheid) sei nicht gegeben,
dass angesichts des Umstandes, dass nicht Bundesrecht, sondern ausschliesslich die Anwendung kantonalen (Verfahrens-)Rechts in Frage steht, die nicht ausdrücklich als solche bezeichnete Eingabe als staatsrechtliche Beschwerde (gegen den obergerichtlichen Beschluss vom 28. Juni 2004) entgegenzunehmen ist,
dass die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege neben der Bedürftigkeit des Ansprechers voraussetzt, dass das in der Sache gestellte Begehren nicht aussichtslos ist (Art. 152 Abs. 1 OG), d.h. dass die Gewinnaussichten nicht beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren (BGE 129 I 129 E. 2.3.1 S. 135 f. mit Hinweis),
dass die Beschwerdeführer - soweit ihre Vorbringen überhaupt einen Bezug zum Beschluss des Obergerichts vom 28. Juni 2004 aufweisen - nicht nach den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG anhand der obergerichtlichen Erwägungen darlegen, inwiefern der angefochtene Beschluss verfassungswidrig sein soll,
dass es sich bei dem von den Beschwerdeführern ebenfalls beanstandeten Beschluss der Fürsorgebehörde A.________ vom 16. Juli 2004 nicht um einen letztinstanzlichen kantonalen Entscheid handelt (Art. 86 Abs. 1 OG), die gegen ihn gerichteten Vorbringen daher von vornherein nicht zu hören sind,
dass auf den Antrag, das im angefochtenen Entscheid abgewiesene Revisionsbegehren als staatsrechtliche Beschwerde (gemeint offenbar gegen den Beschluss des Obergerichts vom 22. März 2004) zu behandeln, schon deshalb nicht einzutreten ist, weil die Beschwerdefrist (Art. 89 Abs. 1 OG) längst abgelaufen ist,
dass die Beschwerdeführer gegen den erwähnten Entscheid übrigens eine gesonderte staatsrechtliche Beschwerde erhoben haben (Urteil vom 12. Juli 2004 in 5P.191/2004),
dass die staatsrechtliche Beschwerde nach dem Gesagten als aussichtslos erscheint,
dass deshalb weder dem Begehren, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, noch dem Gesuch, den Beschwerdeführern die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, stattzugeben ist,

beschlossen:
1.
Das Gesuch der Beschwerdeführer, der staatsrechtlichen Beschwerde aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, wird abgewiesen.
2.
Das Gesuch der Beschwerdeführer, ihnen die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, wird abgewiesen.
3.
Den Beschwerdeführern wird mit separatem Formular Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 3'000.-- angesetzt.
4. Dieser Beschluss wird den Beschwerdeführern, dem Betreibungsamt Steckborn und dem Obergericht des Kantons Thurgau als (oberer) kantonaler Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 2. August 2004
Im Namen der II. Zivilabteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Palavras-chave

revisionconstitutional complaintlegal aidsuspensive effectadmissibilityfinal decisiontime limithopelessnesscost advance

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Questão jurídica principal

Whether suspensive effect should be granted to the constitutional complaint

Decisão extraída

Suspensive effect was refused because the complaint appeared hopeless.

Fundamentação extraída

The filing did not engage with the cantonal court's reasoning in a constitutionally sufficient manner and therefore lacked prospects of success.

Questão jurídica principal

Whether free legal aid should be granted for the federal proceedings

Decisão extraída

Free legal aid was refused because the complaint was not shown to have reasonable prospects of success.

Fundamentação extraída

Under Art. 152 para. 1 OG, legal aid requires indigence and a non-hopeless claim; the complaint was considered hopeless.

Questão jurídica principal

Whether the challenge to the Fürsorgebehörde decision was admissible

Decisão extraída

That challenge was not heard because the decision was not a final cantonal decision.

Fundamentação extraída

Only final cantonal decisions are open to constitutional complaint under Art. 86 para. 1 OG.

Questão jurídica principal

Whether the older Obergericht decision of 22 March 2004 could be attacked through this filing

Decisão extraída

No; the request could not be treated as a constitutional complaint against the older decision because the time limit had long expired.

Fundamentação extraída

The filing was out of time under Art. 89 para. 1 OG; moreover, a separate constitutional complaint had already been filed against that decision.

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