Subsidiary constitutional complaint inadmissible for lack of reasoning

5D_183/2011Tribunal Federal / Divisão Civil II16 de nov. de 2011Dismissed

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The Federal Supreme Court dealt with a subsidiary constitutional complaint against an Appellationsgericht order that had refused to enter into an appeal concerning definitive debt enforcement based on a final tax assessment. The complainant also attacked the first-instance enforcement order and merely disputed the tax assessment and tax debt, but did not engage with the appellate court's reasoning or allege constitutional violations in the required manner. The complaint was therefore inadmissible. Because the complaint had no prospects of success, legal aid was refused and costs of CHF 300 were imposed on the complainant.

Sumário Omnilex

Art. 113, 116, 117 and 108 BGG; subsidiary constitutional complaint, requirements of admissibility and reasoning: the remedy is available only against final cantonal decisions and only for violations of constitutional rights. The appellant must, with reference to the challenged cantonal reasoning, clearly and specifically state which constitutional rights were violated and how; mere criticism of the underlying substantive dispute or of lower-instance decisions is insufficient. Where the filing is manifestly inadmissible or insufficiently reasoned, the court may decline to enter under Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG. Legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG requires prospects of success; absent such prospects, it must be refused. Costs follow the outcome under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Texto completo

{T 0/2}
5D_183/2011

Urteil vom 16. November 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Basel-Stadt, Postfach, 4001 Basel,
vertreten durch Steuerverwaltung Basel-Stadt,
Abteilung Bezug, Fischmarkt 10 / Postfach, 4001 Basel,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen die Verfügung vom 5. September 2011 des Appellationsgerichts Basel-Stadt (Der Präsident).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen die Verfügung vom 5. September 2011 des Appellationsgerichts Basel-Stadt, das auf eine Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung (auf Grund einer rechtskräftigen Steuerveranlagungsverfügung) an den Beschwerdegegner (für Fr. 3'773.55 nebst Zinsen und Kosten) nicht eingetreten ist,
in das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege auch für das bundesgerichtliche Verfahren,

in Erwägung,
dass gegen die in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangene Verfügung des Appellationsgerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingaben des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden sind,
dass die Verfassungsbeschwerde, die sich nur gegen letztinstanzliche kantonale Urteile richten kann (Art. 113 BGG), zum Vornherein unzulässig ist, soweit der Beschwerdeführer auch den erstinstanzlichen Rechtsöffnungsentscheid anficht,
dass sodann in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Appellationsgericht in der Verfügung vom 5. September 2011 erwog, der Beschwerdeführer habe (nach Abweisung seines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit) den ihm auferlegten Kostenvorschuss (Fr. 400.--) auch innerhalb der Nachfrist (10 Tage) nicht geleistet, weshalb nach Art. 101 Abs. 3 ZPO auf die Beschwerde nicht einzutreten sei,
dass der Beschwerdeführer in seinen Eingaben an das Bundesgericht nicht auf die Erwägungen des Appellationsgerichts eingeht,
dass er sich vielmehr damit begnügt, die Richtigkeit der Steuerveranlagungsverfügung und den Bestand der Steuerforderung zu bestreiten, was indessen weder Gegenstand des kantonalen Rechtsöffnungsverfahrens noch Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens sein kann,
dass der Beschwerdeführer erst recht nicht anhand der appellationsgerichtlichen Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch die Verfügung des Appellationsgerichts vom 5. September 2011 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige bzw. keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist,
dass dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht Basel-Stadt schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. November 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Palavras-chave

subsidiary constitutional complaintadmissibilityreasoning requirementlegal aidcourt costsdefinitive debt enforcementtax assessmentnon-entry

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Questão jurídica principal

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible against the cantonal appellate order

Decisão extraída

The complaint was inadmissible because it challenged the first-instance debt-enforcement order as well and did not address the appellate court's reasoning with constitutional arguments.

Fundamentação extraída

Subsidiary constitutional complaint lies only against final cantonal decisions and requires a clear, detailed constitutional substantiation based on the challenged decision; the filing merely disputed the tax assessment and tax debt, which were not at issue.

Questão jurídica principal

Whether legal aid should be granted for the federal proceedings

Decisão extraída

Legal aid was denied because the complaint had no prospects of success.

Fundamentação extraída

An obviously inadmissible or insufficiently reasoned complaint is hopeless within the meaning of Art. 64 Abs. 1 BGG.

Questão jurídica principal

Allocation of federal court costs

Decisão extraída

Court costs were imposed on the losing complainant.

Fundamentação extraída

The unsuccessful party bears costs under Art. 66 Abs. 1 BGG.

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