Non-entry on constitutional complaint for lack of substantiation

5D_146/2011Tribunal Federal / Divisão Civil II30 de ago. de 2011Inadmissible

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Resumo Omnilex

The appellant challenged a cantonal appellate decision that had not entered into his appeal against definitive debt enforcement relief because the cost advance had not been paid within the final deadline. The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint, but found it inadmissible: Z. lacked standing, and the complaint did not meet the strict duty to allege and substantiate specific constitutional violations against the cantonal reasoning. The appellant's allegations about alleged bias and inability to receive the advance notices were unsubstantiated and, in any event, belonged in a cantonal request for restoration of time. The Court did not enter into the complaint, imposed CHF 100 in costs, and awarded no party compensation.

Sumário Omnilex

Art. 115 lit. b, Art. 116, Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG; subsidiary constitutional complaint; standing and substantiation requirements. A subsidiary constitutional complaint is admissible only for a party personally affected by the challenged decision and only if specific constitutional rights are invoked and reasoned in a manner that engages with the cantonal grounds. General criticism, unsupported allegations of bias, or assertions concerning non-receipt of procedural notices do not satisfy the qualified reasoning requirement; such factual grievances must be raised through the appropriate cantonal procedural remedy, such as restoration of time. Where these conditions are lacking, the Federal Supreme Court does not enter into the complaint in simplified procedure.

Texto completo

{T 0/2}
5D_146/2011

Urteil vom 30. August 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Aargau, vertreten durch Obergerichtskasse, Obere Vorstadt 40, 5000 Aarau,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung.

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 21. Juni 2011 des Obergerichts des Kantons Aargau (Zivilgericht, 4. Kammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 21. Juni 2011 des Obergerichts des Kantons Aargau, das auf eine Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an den Beschwerdegegner für Fr. 272.-- (nebst Zins) nicht eingetreten ist und dem Beschwerdeführer eine Gebühr von Fr. 100.-- auferlegt hat,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass die Verfassungsbeschwerde mangels Beschwer zum Vornherein unzulässig ist, soweit auch Z.________ den (nicht ihr gegenüber ergangenen) obergerichtlichen Entscheid anficht (Art. 115 lit. b BGG),
dass sodann in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Entscheid vom 21. Juni 2011 erwog, nachdem der Beschwerdeführer erfolglos mit Verfügung vom 21. April 2011 zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 120.-- aufgefordert worden sei (Art. 98 ZPO), habe ihm der obergerichtliche Instruktionsrichter mit Verfügung vom 19. Mai 2011 eine letzte Frist von 10 Tagen zur Vorschusszahlung angesetzt, diese Verfügung gelte (kraft Fiktion gemäss Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO) dem Beschwerdeführer, der auf Grund des erstinstanzlichen Rechtsöffnungsentscheids sowie seiner Beschwerde mit Zustellungen habe rechnen müssen und trotzdem die Sendung innerhalb der Abholfrist nicht abgeholt habe, als am 2. Juni 2011 zugestellt, auch innerhalb der am 3. Juni 2011 beginnenden Nachfrist habe der Beschwerdeführer den Vorschuss nicht bezahlt, weshalb androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten sei (Art. 101 Abs. 3 ZPO),
dass zwar der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht u.a. einen Oberrichter auf Grund von angeblich bereits im erstinstanzlichen Verfahren gemachten "schweren Vorbehalten gegen das Obergericht" pauschal als "voreingenommen" und dessen Mitwirkung als "unhaltbar" zu bezeichnet,
dass er jedoch weder mit diesen noch mit seinen restlichen Vorbringen u.a. über seine angebliche Verhinderung an der tatsächlichen Entgegennahme der Vorschussverfügungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Entscheid des Obergerichts vom 21. Juni 2011 verletzt sein sollen,
dass im Übrigen die letztgenannten Vorbringen im Rahmen eines kantonalen Fristwiederherstellungsgesuchs geltend zu machen gewesen wären,
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige bzw. keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist,
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG) und keine Parteientschädigung zugesprochen erhält,
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 100.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dem Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 30. August 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Palavras-chave

constitutional complaintstandingsubstantiationcost advancenon-entrydebt enforcementparty costssimplified procedure

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the constitutional complaint was admissible for lack of standing as to Z.

Decisão extraída

The complaint was inadmissible insofar as Z. challenged a decision not rendered against her.

Fundamentação extraída

A constitutional complaint requires present legal interest; Z. lacked grievance against the cantonal judgment.

Questão jurídica principal

Whether the complaint met the strict substantiation requirements for a subsidiary constitutional complaint.

Decisão extraída

It did not; the complaint failed to identify and detail any violated constitutional rights with reference to the cantonal reasoning.

Fundamentação extraída

Under the subsidiary constitutional complaint, constitutional violations must be clearly and specifically argued; mere assertions and general allegations are insufficient.

Questão jurídica principal

Whether the Federal Supreme Court should enter into the complaint against the cantonal non-entry decision based on unpaid cost advance.

Decisão extraída

No. The complaint was manifestly inadmissible because the appellant had not paid the advance within the set time and had not properly challenged the procedural reasoning.

Fundamentação extraída

The cantonal court was entitled to non-enter based on non-payment after a final deadline; the appellant's remaining assertions belonged in a cantonal request for restoration of time.

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