Non-entry due to inadmissible civil appeal

4A_749/2011Tribunal Federal / Divisão Civil I13 de mar. de 2012Inadmissible

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Resumo Omnilex

The Federal Supreme Court held that the civil appeal was inadmissible. The appellant mainly attacked the first-instance judgment, but the Dorénaz practice could not be invoked because the cantonal appellate court had review powers under Art. 310 CPC that were not narrower than those of the Federal Supreme Court. The appellant also failed to meet the federal pleading requirements regarding the appellate court's decision. The appeal was therefore not entered upon in summary procedure, with CHF 500 costs charged to the appellant and no party compensation awarded.

Sumário Omnilex

Art. 75 Abs. 1, Art. 42 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2 und Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG; Zulässigkeit der Beschwerde gegen kantonale Entscheide und Begründungsanforderungen. Die Beschwerde in Zivilsachen ist nur gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen zulässig. Die sog. Dorénaz-Praxis kommt nur zur Anwendung, wenn die letzte kantonale Instanz eine engere Prüfungsbefugnis hat als das Bundesgericht; besitzt die obere kantonale Instanz eine gleich weite Kognition hinsichtlich Rechtsanwendung und Sachverhaltsfeststellung, fehlt es an dieser Voraussetzung. Rügen gegen den kantonalen Entscheid müssen sich auf den angefochtenen Entscheid beziehen und die behaupteten Rechtsverletzungen rechtsgenügend darlegen; Verfassungsrügen sind ausdrücklich zu erheben und zu begründen. Bei offensichtlicher Unzulässigkeit ist das Nichteintreten im Verfahren nach Art. 108 BGG zulässig. Kostentragung nach dem Unterliegerprinzip; keine Parteientschädigung ohne Aufwand der obsiegenden Partei.

Texto completo

{T 0/2}
4A_749/2011

Urteil vom 13. März 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiberin Schreier.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

X.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwältin Andjelka Milic,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
aktienrechtliche Verantwortlichkeit,

Beschwerde gegen die Präsidialverfügung des Obergerichts des Kantons Zug, I. Zivilabteilung,
vom 14. November 2011.
In Erwägung,
dass die Beschwerdegegnerin am 2. Februar 2010 gegen den Beschwerdeführer beim Kantonsgericht Zug Klage einreichte mit dem Begehren, dieser sei zur Zahlung von Fr. 68'595.-- zu verurteilen;
dass der Beschwerdeführer gegen die Beschwerdegegnerin Widerklage einreichte;
dass das Kantonsgericht Zug mit Urteil vom 1. September 2011 die Klage guthiess und die Widerklage abwies;
dass das Obergericht des Kantons Zug auf die dagegen vom Beschwerdeführer erhobene Berufung mit Präsidialverfügung vom 14. November 2011 nicht eintrat;
dass der Beschwerdeführer am 12. Dezember 2011 beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen einreichte mit dem sinngemässen Begehren, es seien das Urteil des Kantonsgerichts und das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug aufzuheben, die Klage abzuweisen und die Widerklage gutzuheissen, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen;
dass keine Vernehmlassungen eingeholt wurden;
dass das Bundesgericht von Amtes wegen prüft, ob ein Rechtsmittel zulässig ist (BGE 137 III 417 E. 1; 136 II 101 E. 1, 436 E. 1);
dass die Beschwerde nur gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen zulässig ist (Art. 75 Abs. 1 BGG);
dass der Beschwerdeführer fast ausschliesslich Rügen gegen das Urteil des Kantonsgerichts vorbringt und sich dabei auf die Dorénaz-Praxis beruft;
dass die sog. Dorénaz-Praxis nur anwendbar ist, wenn die letzte kantonale Instanz eine engere Prüfungsbefugnis hat als das Bundesgericht (BGE 134 III 141 E. 2 S. 144; 126 II 377 E. 8b);
dass der Beschwerdeführer mit seiner Berufung vor Obergericht eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend machen konnte (Art. 310 ZPO);

dass die Prüfungsbefugnis des Obergerichts damit nicht enger war als jene des Bundesgerichts (Art. 95 ff. BGG) und die Dorénaz-Praxis nicht anwendbar ist;
dass auf die Rügen des Beschwerdeführers gegen das Urteil des Kantonsgerichts daher nicht einzutreten ist;
dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass der Beschwerdeführer keine diesen Begründungsanforderungen genügenden Rügen gegen das Urteil des Obergerichts vorbringt;
dass aus diesen Gründen auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist;
dass die Gerichtskosten dem Verfahrensausgang entsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);
dass die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, da ihr aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand entstanden ist (Art. 68 Abs. 1 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zug, I. Zivilabteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. März 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Die Gerichtsschreiberin: Schreier

Palavras-chave

inadmissibilityreasoning requirementslast cantonal instanceDorénaz practicecivil appealcostsparty compensation

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Questão jurídica principal

Whether the Federal Supreme Court could review complaints directed mainly against the first-instance judgment

Decisão extraída

No. The Dorénaz practice did not apply because the cantonal appellate court had the same review powers as the Federal Supreme Court.

Fundamentação extraída

An appeal is admissible only against a final cantonal decision; since the Obergericht could review law and facts under Art. 310 CPC, its powers were not narrower than those of the Federal Supreme Court.

Questão jurídica principal

Whether the appeal met the Federal Supreme Court's reasoning requirements regarding the cantonal appellate decision

Decisão extraída

No. The appellant did not set out specific violations of rights by the Obergericht in the manner required.

Fundamentação extraída

Under Art. 42 para. 1 and Art. 106 para. 2 BGG, the complaint must identify the infringed rights and, for constitutional rights, expressly raise and reason the grievances.

Questão jurídica principal

Whether the federal appeal was admissible under the summary non-entry procedure

Decisão extraída

No. The appeal was manifestly inadmissible and could be disposed of without further exchanges.

Fundamentação extraída

Because the complaints failed the admissibility and substantiation requirements, non-entry under Art. 108 para. 1 lit. a and b BGG was appropriate.

Questão jurídica principal

Court costs and party compensation

Decisão extraída

Costs were imposed on the appellant and no party compensation was awarded to the respondent.

Fundamentação extraída

Costs follow the outcome under Art. 66 para. 1 BGG; no compensation is due where the respondent incurred no recoverable expense in the federal proceedings.

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