Tax remission appeal inadmissible under Art. 83 lit. m BGG

2D_10/2007Tribunal Federal / Divisão de Direito Público II19 de mar. de 2007Inadmissible

Abrir fonte

Extraído pela Omnilex

Resumo Omnilex

The appellant sought remission of CHF 436 in cantonal withholding tax. After the cantonal authorities refused the request, he filed a complaint with the Federal Supreme Court. The Court held that challenges to decisions on tax remission are excluded from the ordinary public-law appeal under Art. 83 lit. m BGG. The filing could not be converted into a subsidiary constitutional complaint because it did not identify any violated constitutional rights with sufficient precision. The Court therefore did not enter into the case, denied legal aid as hopeless, and set the court fee at CHF 300.

Sumário Omnilex

Art. 83 lit. m BGG; Art. 116 BGG; Art. 106 Abs. 2 BGG; admissibility of appeals against tax remission decisions and requirements of subsidiary constitutional complaint. Decisions concerning the remission or deferral of taxes are expressly excluded from the public-law appeal. If an alternative constitutional complaint is invoked, the strict grievance principle applies: the appellant must clearly identify the constitutional rights allegedly violated and explain, in a reasoned manner, how the challenged decision infringes them. A merely general criticism of the cantonal decision, or an undeveloped reference to Art. 9 BV, is insufficient. In such a case the Federal Supreme Court may refuse to enter into the matter in simplified procedure under Art. 108 BGG (consid. 3-4).

Texto completo

{T 0/2}
2D_10/2007 /leb

Urteil vom 19. März 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Gerichtsschreiber Häberli.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Glarus,
Hauptstrasse 11/17, 8750 Glarus,
Departement Finanzen und Gesundheit des Kantons Glarus, Rathaus, 8750 Glarus.

Gegenstand
Steuererlass (kantonale Quellensteuer),

Beschwerde gegen den Entscheid des Departements Finanzen und Gesundheit des Kantons Glarus
vom 1. März 2007.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Die Steuerverwaltung des Kantons Glarus erhob von X.________ für die Kantons- und Gemeindesteuern 2005 eine Quellensteuer in der Höhe von 1'906 Franken. Seit August 2006 ist X.________ arbeitslos, weshalb er am 4. Dezember 2006 um Erlass des noch offenen Quellensteuerbetrags von 436 Franken ersuchte. Den abschlägigen Entscheid der kantonalen Steuerverwaltung vom 7. Dezember 2006 focht X.________ erfolglos beim Departement Finanzen und Gesundheit des Kantons Glarus an (Entscheid vom 1. März 2007).
2.
Am 11. März 2007 hat X.________ beim Bundesgericht "Bundesgerichts-Beschwerde" eingereicht mit dem Antrag, den Departementsentscheid aufzuheben. Die Beschwerde ist offensichtlich unzulässig, weshalb auf sie im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten ist, ohne dass Akten oder Vernehmlassungen einzuholen wären; die Begründung kann sich dabei auf eine kurze Angabe der Unzulässigkeitsgründe beschränken (vgl. Art. 108 Abs. 3 BGG).
3.
Gegen Entscheide über Steuern und Abgaben ist grundsätzlich die Beschwerde in öffentlichrechtlichen Angelegenheiten zulässig (Art. 82 lit. a BGG), ausser die betreffende Streitsache fällt unter eine der Ausnahmebestimmungen von Art. 83 BGG. Dies ist vorliegend der Fall. Art. 83 lit. m BGG schliesst die Beschwerde gegen "Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben" ausdrücklich aus.
4.
Die Eingabe des Beschwerdeführers kann - mangels rechtsgenüglicher Begründung - auch nicht als subsidiäre Verfassungsbeschwerde entgegen genommen werden:
4.1 Gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen kommt die Einreichung dieses Rechtsmittels dann in Frage, wenn keine ordentliche Beschwerde nach Art. 72-89 BGG zulässig ist. Mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde kann allerdings einzig die Verletzung verfassungsmässiger Rechte geltend gemacht werden (Art. 116 BGG), wobei diesbezüglich das sog. Rügeprinzip gilt (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BBl 2001 4344). Dieses verlangt, dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe dartut, welche verfassungsmässigen Rechte inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Eine Rechtsanwendung von Amtes wegen, wie sie dem Bundesgericht hinsichtlich des Gesetzes- und Verordnungsrechts des Bundes zusteht (vgl. Art. 106 Abs. 1 BGG), schliesst es aus. Das Bundesgericht untersucht deshalb nicht von sich aus, ob der angefochtene kantonale Entscheid verfassungsmässig ist, sondern prüft nur rechtsgenügend vorgebrachte, klar erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen (BGE 110 Ia 1 E. 2 S. 3 f.; 119 Ia 197 E. 1d S. 201).
4.2 Die vorliegende Eingabe genügt den geschilderten gesetzlichen Begründungsanforderungen offensichtlich nicht: Der Beschwerdeführer übt zwar in seinen Ausführungen (auf allgemeine Art und Weise) Kritik am angefochtenen Entscheid, ohne dabei aber zu begründen, inwiefern dieser verfassungswidrig sein soll. Es genügt nach dem Gesagten nicht, wenn er sich am Rande auch auf Art. 9 BV beruft, zumal aus seinen Vorbringen nicht einmal hervorgeht, welches in dieser Bestimmung garantierte verfassungsmässige Recht (Willkürverbot; Grundsatz von Treu und Glauben) er überhaupt anzurufen gedenkt.
5.
Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (vgl. Art. 65 f. BGG). Das für das bundesgerichtliche Verfahren gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen (vgl. Art. 64 BGG). Der schwierigen finanziellen Situation des Beschwerdeführers wird bei der Festsetzung der Gerichtsgebühr Rechnung getragen (vgl. Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientschädigung ist keine auszurichten (vgl. Art. 68 BGG).
Mit der vorliegenden Erledigung der Beschwerde wird das gestellte Sistierungsgesuch hinfällig.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 108 BGG:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer sowie der Steuerverwaltung und dem Departement Finanzen und Gesundheit des Kantons Glarus schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 19. März 2007
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Palavras-chave

tax remissionwithholding taxadmissibilityconstitutional complaintgrievance principlelegal aidcourt costs

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the complaint against the cantonal tax remission decision was admissible before the Federal Supreme Court

Decisão extraída

The complaint was inadmissible because appeals against decisions on the remission of taxes are expressly excluded.

Fundamentação extraída

Although tax matters are generally appealable, Art. 83 lit. m BGG excludes complaints concerning remission or deferral of charges; the simplified non-entry procedure under Art. 108 BGG therefore applied.

Questão jurídica principal

Whether the filing could be treated as a subsidiary constitutional complaint

Decisão extraída

It could not be treated as a subsidiary constitutional complaint because it lacked the required constitutional reasoning.

Fundamentação extraída

The appellant did not specify which constitutional rights were violated and how; a general criticism and a vague reference to Art. 9 BV do not satisfy the strict grievance requirement of Art. 106 Abs. 2 BGG and Art. 116 BGG.

Questão jurídica principal

Whether legal aid should be granted for the federal proceedings

Decisão extraída

Legal aid was denied because the complaint had no prospects of success.

Fundamentação extraída

The request for legal aid fails where the appeal is manifestly hopeless.

Questão jurídica principal

How the costs of the federal proceedings should be allocated

Decisão extraída

The appellant had to bear the court fee, fixed at CHF 300, taking account of his difficult financial situation.

Fundamentação extraída

Costs follow the outcome under Art. 66 BGG; no party compensation was awarded.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.