Immigration detention upheld despite challenge to removal

2C_457/2008Tribunal Federal / Divisão de Direito Público II26 de jun. de 2008Confirmed

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Resumo Omnilex

The Federal Supreme Court dismissed, insofar as admissible, the complaint of a man held in immigration detention after a final asylum-related removal order. He had entered Switzerland on another identity and gave contradictory statements about his origin. The Court held that these circumstances established a risk of absconding and the specific detention ground related to an asylum non-entry decision and missing travel documents. His arguments about persecution and possible transfer to a third country could not be revisited in the detention review. No court costs were charged.

Sumário Omnilex

Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3-5 AuG; immigra­tion detention after a removal order and the review of detention grounds. For detention, a first-instance removal decision suffices; its legal force is not required. Risk of absconding may be inferred from contradictory identity/origin statements and refusal to cooperate in obtaining documents. Questions finally decided in asylum proceedings cannot be reopened in detention review. A purported willingness to travel to a third country does not preclude detention absent lawful and practicable means of departure. Summary procedure under Art. 109 BGG is permissible where the complaint is manifestly unfounded.

Texto completo

{T 0/2}
2C_457/2008/ble

Urteil vom 26. Juni 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Müller,
Bundesrichterin Aubry Girardin,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
X.________ alias Y.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Migration des Kantons Zug.

Gegenstand
Ausschaffungshaft,

Beschwerde gegen die Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug, Haftrichter, vom 30. Mai 2008.

Erwägungen:

1.
X.________ (geb. 1987) stammt nach eigenen Angaben aus Nigeria, reiste jedoch mit einem echten südafrikanischen Pass in die Schweiz ein, wo er unter dem Namen Y.________ erfolglos um Asyl nachsuchte. Das Amt für Migration des Kantons Zug nahm ihn am 28. Mai 2008 in Ausschaffungshaft, welche der Haftrichter am Verwaltungsgericht des Kantons Zug am 30. Mai 2008 prüfte und bis zum 27. August 2008 genehmigte. X.________ ist hiergegen mit dem sinngemässen Antrag an das Bundesgericht gelangt, er sei aus der Haft zu entlassen.

2.
Die Eingabe ist - soweit sich der Beschwerdeführer darin überhaupt sachbezogen mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzt (Art. 42 Abs. 2 BGG) - offensichtlich unbegründet und kann ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG erledigt werden:

2.1 Der Beschwerdeführer ist im Asylverfahren rechtskräftig aus der Schweiz weggewiesen worden (Nichteintretensentscheid des Bundesamts für Migration vom 8. Mai 2008, bestätigt durch das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 22. Mai 2008); er weigert sich jedoch nach wie vor, das Land legal zu verlassen. Der Beschwerdeführer hat zu seiner Identität und Herkunft widersprüchliche Angaben gemacht. Gestützt auf dieses Verhalten besteht bei ihm "Untertauchensgefahr" im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AuG [SR 142.20]; BGE 130 II 56 E. 3.1 S. 58 f.); zudem erfüllt er den Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 AuG (asylrechtlicher Nichteintretensentscheid gestützt auf Art. 32 Abs. 2 lit. a AsylG: Nichtbeibringen von Papieren ohne entschuldbare Gründe bei fehlenden Hinweisen auf eine Verfolgungssituation, vgl. BGE 130 II 488 ff.).

2.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, in seiner Heimat verfolgt zu werden, verkennt er, dass hierüber im Asylverfahren rechtskräftig entschieden worden ist und er diese Frage im Haftprüfungsverfahren nicht mehr aufwerfen kann (vgl. BGE 128 II 193 E. 2.2 S. 197 ff.; 125 II 217 E. 2 S. 220). Bezüglich seines Einwands, bei einer Haftentlassung bereit zu sein, sich in einen Drittstaat zu begeben, ist nicht ersichtlich, wie er dies ohne gültige Reisepapiere rechtmässig tun könnte; nur sein Heimatstaat ist verpflichtet, ihn gegebenenfalls auch ohne solche zurückzunehmen (vgl. BGE 133 II 97 E. 4.2.2). Der Beschwerdeführer kann die Dauer seiner ausländerrechtlich begründeten Festhaltung verkürzen, indem er bei der Organisation seiner Heimkehr mit den Behörden zusammenarbeitet. Sollte er gültige Reisepapiere vorlegen, werden die schweizerischen Behörden allenfalls prüfen können, ob ein legaler Wegweisungsvollzug in einen anderen Staat möglich ist (Art. 69 Abs. 2 AuG).

2.3 Die Ausschaffungshaft setzt lediglich voraus, dass ein erstinstanzlicher Wegweisungsentscheid vorliegt (so ausdrücklich Art. 76 Abs. 1 AuG); dieser muss (noch) nicht rechtskräftig sein; der Beschwerdeführer wendet deshalb vergeblich ein, er habe vom Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts keine Kenntnis gehabt und die Schweiz deshalb nicht rechtzeitig (illegal: vgl. Art. 115 Abs. 2 AuG) verlassen können; nur die Durchsetzungshaft setzt voraus, dass der Betroffene innerhalb der ihm angesetzten Frist nicht freiwillig (legal) ausgereist ist. Für alles Weitere wird auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen (Art. 109 Abs. 3 BGG).

3.
Aufgrund der Umstände rechtfertigt es sich, keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (Art. 68 BGG). Das Amt für Migration des Kantons Zug wird ersucht, dafür besorgt zu sein, dass das vorliegende Urteil dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Haftrichter, und dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. Juni 2008
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Hugi Yar

Palavras-chave

immigration detentionrisk of abscondingasylum non-entry decisionidentity deceptionsummary procedurecourt costs

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the appeal against immigration detention was admissible and well-founded.

Decisão extraída

The appeal was dismissed to the extent it could be heard.

Fundamentação extraída

The submission did not engage sufficiently with the challenged decision and was in any event manifestly unfounded; summary procedure was appropriate.

Questão jurídica principal

Whether the statutory grounds for detention were met.

Decisão extraída

The detention grounds were satisfied, including risk of absconding and failure to cooperate in document procurement after a final removal order.

Fundamentação extraída

The appellant had given contradictory identity and origin statements, refused to leave Switzerland lawfully, and had been finally removed in asylum proceedings; under the case law this established risk of absconding and the specific detention ground tied to an asylum non-entry decision and lack of documents.

Questão jurídica principal

Whether the appellant could invoke alleged persecution or intent to travel to a third country in the detention review.

Decisão extraída

Those arguments could not be examined again in the detention proceedings.

Fundamentação extraída

The asylum question had already been decided with final effect, and a detention review cannot reopen it; travel to a third country without valid papers was not shown to be lawful or feasible.

Questão jurídica principal

Whether detention was unlawful because the removal decision was not yet final or because the appellant lacked knowledge of it.

Decisão extraída

The existence of a first-instance removal order was sufficient for immigration detention; finality was not required.

Fundamentação extraída

Immigration detention only requires an initial removal order; the appellant's alleged lack of notice did not prevent detention, and the distinction from enforcement detention was noted.

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