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1P.710/2000 ΓÇó Stimmrechtsbeschwerde inadmissible for failure to exhaust cantonal remedy
1P.710/2000Tribunal Federal / Divisão de Direito Público I16 de nov. de 2000Inadmissible
Urs Wiesmann filed a so-called objection with the Federal Court against the Thurgau government’s explanatory message for the 26 November 2000 referendum, arguing that the wording of item 1 was misleading. The Federal Court treated the submission as a constitutional complaint concerning voting rights, but held that the alleged defects in the referendum message had first to be challenged by cantonal appeal to the Department for Interior and Economy of Thurgau. Because the cantonal remedy had not been exhausted, the Court did not enter into the complaint. It also ordered the original filing and annexes to be transmitted to the competent cantonal department and waived court costs.
Art. 85 lit. a and Art. 86 OG; voting rights complaints and exhaustion of cantonal remedies: objections to official referendum material form part of the preparation of an election or vote and must first be brought by the cantonal legal remedy provided by cantonal law. Where cantonally applicable law assigns the appeal against violations of voting rights in cantonal referenda to a designated department, the Federal Court will not enter into a direct constitutional complaint before that remedy has been used. If the filing was nevertheless lodged with the Federal Court, the original submission is to be forwarded to the competent cantonal authority; in voting-rights cases, court costs are not levied (consid. 1-2).
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1P.710/2000/boh
I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG
Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Präsident der
I. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter
Aeschlimann, Bundesrichter Féraud und Gerichtsschreiberin Leuthold.
In Sachen
Urs Wiesmann, Wellhauserweg 31 F, Frauenfeld, Beschwerdeführer,
gegen
Regierungsrat des Kantons Thurgau,
betreffend
Botschaft des Regierungsrates zur Volksabstimmung
vom 26. November 2000, hat sich ergeben:
A.- Die Botschaft des Regierungsrates des Kantons Thurgau zur Volksabstimmung vom 26. November 2000 bezieht sich, wie auf ihrer ersten Seite angegeben ist, auf die beiden folgenden kantonalen Vorlagen:
"1. Gesetz betreffend die Änderung des Einführungsgesetzes
zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch vom 3. Juli 1991
B.- Mit Eingabe vom 11. November 2000 (Postaufgabe:
13. November 2000) erhob Urs Wiesmann beim Bundesgericht "Einspruch" gegen diese Botschaft des Thurgauer Regierungsrates.
Er macht geltend, der "Text" von Ziffer 1 entspreche "nicht dem 'Kern' der Botschaft". Dieser Text sei "Juristendeutsch".
Der Laie werde irregeführt. Nach der Meinung von Urs Wiesmann sollte Ziffer 1 wie folgt lauten: "Wollen Sie als Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kantons Thurgau die alte Ordnung aufheben und damit die Grundbuch- und Notariatskreise von heute 31 auf 20 reduzieren ?"
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.- a) Mit der als "Einspruch" bezeichneten Eingabe wird dem Sinne nach eine staatsrechtliche Beschwerde betreffend die politische Stimmberechtigung der Bürger gemäss Art. 85 lit. a OG erhoben.
b) Die staatsrechtliche Beschwerde ist nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide zulässig (Art. 86 OG).
Mit der vorliegenden Beschwerde werden Mängel der Botschaft des Thurgauer Regierungsrates zur Volksabstimmung vom 26. November 2000 gerügt. Die amtlichen Botschaften gehören zu den Vorbereitungen eines Urnenganges (BGE 101 Ia 238). Nach § 81 Abs. 1 des thurgauischen Gesetzes über das Stimm- und Wahlrecht vom 15. März 1995 (StWG) können Stimmberechtigte wegen Verletzung des Stimm- und Wahlrechtes einschliesslich Rechtsverletzungen bei der Vorbereitung und Durchführung von Abstimmungen oder Wahlen Rekurs erheben.
Rekursinstanz ist bei kantonalen Abstimmungen das Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau (§ 81 Abs. 1 Satz 2 StWG in Verbindung mit § 1 Ziff. 2 der Verordnung des Regierungsrates vom 27. Juni 1995 zum Gesetz über das Stimm- und Wahlrecht). Der Beschwerdeführer kann somit die behaupteten Mängel der erwähnten Botschaft des Regierungsrates mit Rekurs beim Departement für Inneres und Volkswirtschaft vorbringen. Er muss nach Art. 86 OG zunächst dieses kantonale Rechtsmittel ergreifen, bevor er sich mit einer staatsrechtlichen Beschwerde an das Bundesgericht wenden kann. Auf die vorliegende Beschwerde ist daher nicht einzutreten.
Der an das Bundesgericht gerichteten Eingabe (S. 2) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer offenbar Kopien seines "Einspruchs" an verschiedene Departemente, darunter das Departement für Inneres und Volkswirtschaft, versandt hat. Dies ändert nichts daran, dass das Original des "Einspruchs" vom 11. November 2000 samt Beilagen an das zur Behandlung des Rekurses zuständige Departement für Inneres und Volkswirtschaft zu überweisen ist.
2.- Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts wird bei Stimmrechtsbeschwerden auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet.
Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.- Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.- Der "Einspruch" vom 11. November 2000 samt Beilagen wird an das Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau überwiesen.
3.- Es werden keine Kosten erhoben.
4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Regierungsrat und dem Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.
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Lausanne, 16. November 2000
Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
Der Präsident:
Die Gerichtsschreiberin: