State constitutional complaint dismissed as moot after cantonal appeal succeeded

1P.374/2006Tribunal Federal / Divisão de Direito Público I19 de abr. de 2007Dismissed

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X. and Y. brought a state constitutional complaint against the Zurich authorities after their claim for personality violations connected with their arrest had been rejected for non-entry. While the federal proceedings were suspended, the Zurich Kassationsgericht upheld their cantonal nullity complaint, meaning the underlying claim had to be heard. The Federal Supreme Court therefore struck the complaint off the list as moot. It ordered no court fees and awarded the appellants CHF 1,500 in party compensation against the Canton of Zurich.

Sumário Omnilex

Art. 72 BZP i.V.m. Art. 40 OG; Art. 156 OG; Art. 159 OG: Wird eine staatsrechtliche Beschwerde durch einen späteren kantonalen Entscheid gegenstandslos, ist sie abzuschreiben, sofern kein ausnahmsweiser Eintritt trotz Wegfalls des aktuellen Interesses in Betracht fällt. Die Kostenfolgen sind summarisch nach dem mutmasslichen Ausgang des Streits zu beurteilen; dabei sind die Kosten jener Partei aufzuerlegen, die materiell unterlegen wäre. Erweist sich ein Obsiegen der beschwerdeführenden Partei als wahrscheinlicher, sind keine Gerichtskosten zu erheben und ist ihr eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.

Texto completo

{T 0/2}
1P.374/2006 /ggs

Beschluss vom 19. April 2007
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Bundesrichter Reeb, Eusebio,
Gerichtsschreiber Bopp.

Parteien

  1. X.________,
  2. Y.________,
    Beschwerdeführer, beide vertreten durch Manfred Küng, und dieser substituiert durch Rechtsanwalt
    Thomas Brunner,

gegen

Kanton Zürich, Staatskanzlei, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich,
Bezirksgericht Zürich, 8. Abteilung,
Badenerstrasse 90, Postfach, 8026 Zürich,
Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, Hirschengraben 13, Postfach, 8023 Zürich.

Gegenstand
Eintreten auf eine Klage,

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Beschluss
des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer,
vom 15. Mai 2006.

Das Bundesgericht hat in Erwägung,
dass X.________ und Y.________ im Rahmen einer Strafuntersuchung am 2. September 2004 verhaftet worden waren, woraufhin sie zunächst beim Regierungsrat des Kantons Zürich und hernach beim Bezirksgericht Zürich Klage führten und geltend machten, sie seien durch die an der Verhaftung beteiligten Funktionäre in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt worden;

dass das Gericht mit Beschluss vom 18. Juli 2005 auf die Klage nicht eintrat, woraufhin die beiden Kläger an das Obergericht rekurrierten, welches den Rekurs mit Beschluss vom 15. Mai 2006 abwies;

dass die beiden hiergegen staatsrechtliche Beschwerde ans Bundesgericht führten und ausserdem beim Kassationsgericht des Kantons Zürich eine kantonale Nichtigkeitsbeschwerde einreichten;

dass das bundesgerichtliche Verfahren bis zum Vorliegen des Entscheids des Kassationsgerichts sistiert worden ist;

dass das Kassationsgericht die Nichtigkeitsbeschwerde mit Beschluss vom 9. März 2007 gutgeheissen und dies zur Folge hat, dass die fragliche Klage an die Hand zu nehmen ist;
dass damit die staatsrechtliche Beschwerde gegenstandslos geworden ist;

dass kein Fall vorliegt, bei dem trotz fehlenden aktuellen Interesses auf die Beschwerde einzutreten ist (vgl. BGE 120 Ia 165 ff.);

dass somit das Bundesgericht über die Kostenfolgen mit summarischer Begründung zu entscheiden hat (Art. 72 BZP i.V.m. Art. 40 OG);

dass danach die Kosten der Partei aufzuerlegen sind, die sich bei der Beurteilung des Rechtsstreites materiell im Unrecht befunden hätte;

dass mit Blick auf den Ausgang des kantonalen Nichtigkeitsbeschwerdeverfahrens ein Obsiegen der Beschwerdeführer auch im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren aller Voraussicht nach wahrscheinlicher wäre als ein Unterliegen;

dass somit für das bundesgerichtliche Verfahren keine Kosten zu erheben sind (Art. 156 OG) und der Kanton Zürich die Beschwerdeführer angemessen zu entschädigen hat (Art. 159 OG);

beschlossen:
1.
Die Beschwerde im Verfahren 1P.374/2006 wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Der Kanton Zürich hat den Beschwerdeführern eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- zu bezahlen.
4.
Dieser Beschluss wird den Beschwerdeführern, dem Kanton Zürich, dem Bezirksgericht Zürich, 8. Abteilung, und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, sowie dem Kassationsgericht des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 19. April 2007
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Palavras-chave

mootnessconstitutional complaintcost allocationparty compensationcurrent legal interestnon-entrypersonality rights

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the state constitutional complaint remained live after the cantonal nullity complaint was upheld.

Decisão extraída

The complaint became moot because the cantonal cassation court upheld the nullity complaint, requiring the civil claim to be heard.

Fundamentação extraída

Once the cantonal review granted relief, the appellants no longer had an current legal interest in the federal complaint, and no exception to mootness applied.

Questão jurídica principal

Allocation of federal court costs after mootness.

Decisão extraída

No court fees were charged, and the Canton of Zurich had to pay compensation of CHF 1,500 to the appellants.

Fundamentação extraída

Costs were assessed summarily based on the likely merits outcome; because the appellants would probably have prevailed in light of the cantonal result, no fees were imposed and compensation was awarded.

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