Non-entry on voting-rights complaint against cantonal government proposals

1C_547/2010Tribunal Federal / Divisão de Direito Público I13 de dez. de 2010Inadmissible

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Resumo Omnilex

The Green Party of the Canton of Schwyz and Stefan Scheidegger challenged the Schwyz cantonal government’s proposals in the ongoing total revision of the cantonal constitution, arguing that the government’s position on the 2012 cantonal council election should be annulled or deferred. The Federal Supreme Court held that the proposals and comments were not acts affecting political rights and were not preparatory steps for the election. The complaint was therefore manifestly inadmissible and no entry was made. The request for free legal aid and appointed counsel was refused, and no costs were charged.

Sumário Omnilex

Art. 82 lit. c BGG; voting-rights complaint against governmental proposals in parliamentary constitutional revision proceedings is admissible only where the challenged act can affect political rights. Purely preparatory submissions by a government to a parliament, as well as general remarks on a future election, do not constitute reviewable acts or election preparations. Where the complaint is manifestly inadmissible and devoid of prospects of success, the court may refuse legal aid under Art. 64 BGG; a legal entity has no general entitlement and indigence must be substantiated. In such circumstances, the court may exceptionally waive costs under Art. 66 BGG (consid. 2).

Texto completo

{T 1/2}
1C_547/2010

Urteil vom 13. Dezember 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Steinmann.

  1. Verfahrensbeteiligte
    Grüne Partei des Kantons Schwyz,
  2. Stefan Scheidegger,
    Beschwerdeführer,

gegen

Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, 6430 Schwyz.

Gegenstand
Totalrevision der Kantonsverfassung des Kantons Schwyz, Kantonsratswahl 2012,

Beschwerde gegen den Beschluss vom 19. Oktober 2010 des Regierungsrats des Kantons Schwyz.
Sachverhalt:
Der Kantonsrat des Kantons Schwyz berät zurzeit die Ausarbeitung einer neuen Kantonsverfassung. Die erste Lesung fand im Mai 2010 statt. Im Hinblick auf die zweite Lesung verabschiedete der Regierungsrat des Kantons Schwyz am 19. Oktober 2010 seine Anträge. In seinem schriftlichen Bericht erwähnte er, dass die Kantonsratswahlen 2012 wohl noch nach bisherigem Recht durchgeführt werden müssten.

Gegen diese Stellungnahme haben die Grüne Partei des Kantons Schwyz und Stefan Scheidegger beim Bundesgericht am 29. November 2010 Beschwerde erhoben. Sie beantragen die Aufhebung der regierungsrätlichen Anträge und stellen weitere Begehren. Weiter ersuchen sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines amtlichen Vertreters.

Erwägungen:
Die Beschwerdeführer erheben Stimmrechtsbeschwerde nach Art. 82 lit. c BGG. Damit können behördliche Entscheide und Handlungen wegen Verletzung politischer Rechte angefochten werden.

Die Anträge des Regierungsrates zuhanden des Kantonsrates stellen keinen Akt dar, der die politischen Rechte der Stimmberechtigten in irgendeiner Weise beeinträchtigen oder verletzen könnte (vgl. zu den sog. indirekten Wahlen durch Parlamente BGE 131 I 366 E. 2.1 S. 367; Urteil 1P.293/1989 vom 14. Februar 1990 E. 1, in ZBl 92/1991 S. 260).

Die Äusserungen des Regierungsrates zur Kantonsratswahl von 2012 stellen in keiner Weise eine Vorbereitungshandlung zu dieser Wahl dar.

Es besteht kein Anlass, dem Regierungsrat im Hinblick auf diese Wahl Weisungen zu erteilen oder diese Wahl schon vor ihrer Anordnung zu verschieben oder gar vorgängig aufzuheben, wie die Beschwerdeführer verlangen.

Die Beschwerde erweist sich klarerweise als unzulässig. Es ist im Verfahren nach Art. 108 BGG auf sie nicht einzutreten.

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist als unbegründet abzuweisen, weil die Beschwerdesache aussichtslos erscheint, die Grüne Partei als juristische Person grundsätzlich keinen Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege hat (BGE 131 II 306 E. 5.2.1 S. 326) und Stefan Scheidegger seine Bedürftigkeit nicht belegt. In Anbetracht der gegebenen Umstände rechtfertigt es sich, auf eine Kostenauflage zu verzichten.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Es werden keine Kosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern und dem Regierungsrat des Kantons Schwyz schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. Dezember 2010
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Steinmann

Palavras-chave

voting rightsadmissibilitynon-entrylegal aidconstitutional revisionpreparatory actcourt costs

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the complaint against the government’s proposals and statements is admissible as a voting-rights complaint under Art. 82 lit. c BGG.

Decisão extraída

The challenged proposals and comments do not affect political rights or constitute preparatory acts for the election; the complaint is therefore inadmissible.

Fundamentação extraída

The government’s proposals to parliament are not acts capable of impairing political rights, and its remarks about the 2012 election are not preparatory measures for that election.

Questão jurídica principal

Whether the applicants are entitled to free legal aid and appointment of counsel.

Decisão extraída

Free legal aid is denied because the complaint had no prospects of success, the party as a legal entity has no general entitlement, and one applicant failed to prove indigence.

Fundamentação extraída

The case was hopeless; a legal person generally lacks entitlement to legal aid; individual indigence was not substantiated.

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