Federal appeal inadmissible for insufficient reasoning

1B_386/2009Tribunal Federal / Divisão de Direito Público I21 de jan. de 2010Inadmissible

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X. challenged four cantonal decisions refusing legal aid in criminal complaint proceedings after the Solothurn prosecutor declined to enter into four criminal complaints. The Federal Supreme Court joined the four cases and held that the federal complaints did not satisfy the reasoning requirements of Art. 42 Abs. 2 BGG, because X. attacked the cantonal decisions only in general terms. It therefore did not enter into the complaints under the simplified procedure of Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. No costs were levied under Art. 66 Abs. 1 BGG, and the federal legal-aid request became moot.

Sumário Omnilex

Art. 42 Abs. 2 BGG; requirement of substantiated reasoning for a federal complaint; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG, summary non-entry. A complaint to the Federal Supreme Court must, irrespective of the available remedy type, set out succinctly and specifically in what respect the challenged decision violates law. General criticism or mere disagreement with the lower-court reasoning is insufficient. If the reasoning deficiency is manifest, the Court may refuse to enter into the matter in simplified proceedings. Where no costs are charged, a request for legal aid in the federal proceedings becomes moot.

Texto completo

{T 0/2}
1B_386/2009
1B_12/2010
1B_13/2010
1B_14/2010

Urteil vom 21. Januar 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Bopp.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Solothurn,
Beschwerdekammer, Amthaus 1, 4502 Solothurn.

Gegenstand
Unentgeltliche Rechtspflege,

Beschwerden gegen die Urteile BKBES.2009.140, BKBES.2009.141, BKBES.2009.142
und BKBES.2009.143 des Obergerichts des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer,
vom 10., 11. bzw. 14. Dezember 2009.
Erwägungen:

1.
Mit Verfügungen vom 8. bzw. 9. September 2009 trat die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn auf vier Strafanzeigen nicht ein, welche X.________ gegen mehrere Personen und unbekannte Täterschaft wegen Amtsmissbrauchs erstattet hatte.
Gegen die Nichteintretensverfügungen erhob X.________ Beschwerde. Dabei beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. In der Folge wurde er durch die Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Solothurn aufgefordert, geeignete Dokumente einzureichen, um den Antrag zu belegen; andernfalls werde auf diesen nicht eingetreten.
Am 8. Oktober 2009 reichte X.________ "die gewünschten Unterlagen" ein. Der zuständige Instruktionsrichter des Obergerichts erachtete indes die zu den Akten gegebenen Dokumente als ungenügend, dies insbesondere auch mit Bezug auf ein früheres von X.________ angestrengtes Verfahren, in dem dieser noch ein Vermögen von über Fr. 150'000.-- und einen Wertschriftenertrag von Fr. 15'000.-- pro Jahr ausgewiesen hatte. In Anbetracht dessen trat der Instruktionsrichter auf das Begehren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht ein.
Am 4. November 2009 rekurrierte X.________ abermals in Bezug auf die ihm für alle Verfahren nicht bewilligte unentgeltliche Rechtspflege, wobei er sein diesbezügliches früheres Begehren bestätigte und ergänzte. Mit vier separaten Urteilen hat die Beschwerdekammer die Beschwerden abgewiesen (Urteil vom 10. Dezember 2009 im Verfahren BKBES.2009.140, Urteil vom 11. Dezember 2009 im Verfahren BKBES.2009.141, Urteile vom 14. Dezember 2009 in den Verfahren BKBES.2009.142 und BKBES.2009.143).

2.
Gegen diese vier Urteile führt X.________ Beschwerde ans Bundesgericht.
Bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt es sich, die vier bundesgerichtlichen Verfahren gemeinsam zu behandeln.

3.
Gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Beschwerdebegründung - unabhängig von der Art des nach BGG offen stehenden Rechtsmittels - in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (s. in diesem Zusammenhang auch BGE 134 II 349 E. 3; 133 II 249 insb. E. 1.4). Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.
Der Beschwerdeführer kritisiert die angefochtenen Urteile ganz allgemein. Er legt jedoch nicht im Einzelnen dar, inwiefern die ihnen zugrunde liegende Begründung bzw. die Urteile im Ergebnis im Sinn der oben genannten Bestimmungen rechts- bzw. verfassungswidrig sein sollen. Mangels einer hinreichenden Begründung ist daher auf die Beschwerden nicht einzutreten.
Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerden im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Bei den gegebenen Verhältnissen kann davon abgesehen werden, Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das vom Beschwerdeführer für die bundesgerichtlichen Verfahren gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird dadurch gegenstandslos.

Demnach wird erkannt:

1.
Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Januar 2010

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Bopp

Palavras-chave

inadmissibilityinsufficient reasoninglegal aidsimplified procedurecourt costscriminal complaint

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Questão jurídica principal

Whether the federal complaints were sufficiently reasoned under Art. 42 Abs. 2 BGG.

Decisão extraída

No. The appellant only criticized the cantonal judgments in general terms and did not show in detail how they violated federal or constitutional law.

Fundamentação extraída

Under Art. 42 Abs. 2 BGG, the complaint must concisely explain the alleged legal violation. Because this was not done, the court could not review the merits and had to decline entering into the complaints.

Questão jurídica principal

Whether the request for legal aid in the federal proceedings should be granted.

Decisão extraída

The request became moot because no costs were charged.

Fundamentação extraída

Since the proceedings were decided without costs, there was no remaining need to decide the legal-aid request.

Questão jurídica principal

Whether court costs should be charged for the federal proceedings.

Decisão extraída

No costs were imposed in view of the circumstances.

Fundamentação extraída

The court exercised its discretion under Art. 66 Abs. 1 BGG and waived costs.

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