Federal appeal inadmissible for lack of final cantonal decision

1B_30/2011Tribunal Federal / Divisão de Direito Público I28 de jan. de 2011Inadmissible

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X. and Y. filed a federal criminal appeal after the Zurich cantonal appeal chamber refused to open a criminal investigation against prosecutor Daniel Johannes Eberle. The Federal Supreme Court held that the challenged decision was not final because a cantonal appeal to another chamber of the Obergericht was still available. The filing of unsubstantiated complaints against the cantonal court did not change the remedy route or create a basis to bypass it. The appeal was therefore not entered into in simplified proceedings, and no court costs were charged.

Sumário Omnilex

Art. 80 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; Art. 453 StPO: A federal appeal is inadmissible where the challenged cantonal decision is not final and an ordinary cantonal remedy remains available. The existence of a pending or available cantonal appeal excludes federal review. Unsubstantiated accusations against the deciding cantonal authority do not dispense with the statutory remedy path and do not suffice to disqualify the entire court or to create federal jurisdiction. Where inadmissibility is manifest, the Federal Supreme Court may decide in simplified proceedings under Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG.

Texto completo

{T 0/2}
1B_30/2011

Urteil vom 28. Januar 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Bopp.

  1. Verfahrensbeteiligte
    X.________,
  2. Y.________,
    Beschwerdeführerinnen,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich.

Gegenstand
Nichteröffnung einer Strafuntersuchung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts
des Kantons Zürich, Anklagekammer,
vom 15. Dezember 2010.
Erwägungen:

1.
X.________ und Y.________ legen Staatsanwalt Daniel Johannes Eberle zur Last, er habe sie - basierend auf völlig unwahren Angaben, die einwandfrei hätten überprüft werden können - im Mai 2010 verhaften lassen, wie er ebenso haltlos eine Durchsuchung der Wohnung an der Opfikonstrasse 141 in Zürich angeordnet habe. Dabei machen sie geltend, die falschen Angaben bestünden darin, dass in der genannten Wohnung lediglich der wegen sexuellen Handlungen mit Kindern etc. mitbeschuldigte Z.________ seit Oktober 2006 wohne, wogegen sie selber nie dort gewohnt hätten. Gestützt darauf haben sie gegen den Staatsanwalt Strafanzeige namentlich wegen Amtsmissbrauchs erhoben.

Mit Beschluss vom 15. Dezember 2010 ist die Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Zürich auf die Strafanzeige nicht eingetreten. Demgemäss hat sie gegen Staatsanwalt Eberle keine Strafuntersuchung eröffnet.

2.
Hiergegen führen X.________und Y.________ mit Eingabe vom 20. Januar 2011 der Sache nach Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht. Diese ans Bundesgericht in Luzern gesandte Eingabe ist gemäss aktuellem Bundesgerichtsreglement an die I. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts in Lausanne überwiesen worden.

Bei den gegebenen Verhältnissen hat das Bundesgericht davon abgesehen, Vernehmlassungen zur Beschwerde einzuholen.

3.
Laut der dem Beschluss der Anklagekammer beigefügten, § 402 Ziff. 8 der insoweit noch massgebenden Strafprozessordnung des Kantons Zürich entsprechenden Rechtsmittelbelehrung steht gegen ihn zunächst der Rekurs an eine andere Abteilung des Obergerichts offen (auch nach Art. 453 der nunmehr - seit dem 1. Januar 2011 - in Kraft getretenen Schweizerischen Strafprozessordnung wird bei einem Entscheid, der wie hier vor Inkrafttreten dieses Gesetzes gefällt worden ist, ein dagegen erhobenes Rechtsmittel "nach bisherigem Recht, von den bisher zuständigen Behörden, beurteilt").

Auf die vorliegende Beschwerde ist somit bereits wegen fehlender Letztinstanzlichkeit (Art. 80 BGG) nicht einzutreten.
Daran vermag die nur ganz pauschal und völlig unsubstanziiert ausgesprochene Anzeige gegen das Obergericht bzw. dessen Anklagekammer nichts zu ändern. Auch soweit ihre Eingabe aus der Sicht der Beschwerdeführerinnen nicht einzig als Beschwerde gegen den Beschluss vom 15. Dezember 2010, sondern zudem als Aufsichts- oder Strafanzeige erachtet werden sollte, fällt deren Behandlung nicht in den Zuständigkeitsbereich des Bundesgerichts, sondern ist sie zunächst an die kantonalen Behörden zu richten. Und auch wenn die Anzeige sich - wie erwähnt ohnehin unsubstanziiert - gegen die Abteilung des Obergerichts richtet, welche den Beschluss vom 15. Dezember 2010 gefällt hat, ist sie nach dem Gesagten auch nicht geeignet, das gesamte Obergericht in den Ausstand zu versetzen und dadurch den gesetzlich vorgesehenen Rechtsmittelweg ausser Kraft zu setzen (vgl. dazu etwa BGE 105 Ib 301 sowie Urteil 1P.308/2006 vom 22. November 2006).

Demgemäss ist der genannte Grund der Unzulässigkeit der vorliegenden Beschwerde ans Bundesgericht offensichtlich, weshalb über sie im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG entschieden werden kann.

4.
Bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt es sich, für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben.

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführerinnen, der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich sowie dem Obergericht des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. Januar 2011

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Fonjallaz Bopp

Palavras-chave

inadmissibilityfinal decisioncantonal remediescriminal investigationrecusalsimplified proceedingscourt costs

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Questão jurídica principal

Whether the federal criminal appeal was admissible despite the availability of a further cantonal remedy against the non-opening decision.

Decisão extraída

The appeal was inadmissible because the challenged cantonal decision was not a final decision; a cantonal appeal to another chamber of the same court was still available.

Fundamentação extraída

Under the applicable cantonal remedy information, and under Art. 453 of the new CPC for pre-1 January 2011 decisions, the ordinary remedy remained within the canton. Therefore the Federal Supreme Court could not hear the matter under Art. 80 BGG.

Questão jurídica principal

Whether the appellants' complaints against the cantonal court and its chamber could bypass the ordinary remedy path or trigger recusal of the whole court.

Decisão extraída

No. The complaints were too general and unsupported, and they did not justify bypassing the statutory remedy route or disqualifying the entire cantonal court.

Fundamentação extraída

Allegations against the appellate court, or against the deciding chamber, must first be raised before the competent cantonal authorities; they do not eliminate the prescribed legal remedy path.

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