Inadmissibility for insufficient reasoning in defense-change complaint

1B_231/2008Tribunal Federal / Divisão de Direito Público I15 de ago. de 2008Dismissed

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X. sought replacement of his appointed defense counsel for the cantonal appellate hearing. The president of the Zurich High Court’s Criminal Chamber rejected the request. X. then filed a criminal complaint with the Federal Supreme Court, but he did not explain how the cantonal order violated constitutional rights. The Federal Supreme Court held that, in a challenge to a cantonal-law decision, the qualified duty to plead constitutional violations was not met. It therefore declined to enter on the complaint in simplified procedure and waived court costs.

Sumário Omnilex

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; admissibility of a complaint against a cantonal decision rendered under cantonal law. A mere allegation of incorrect application of cantonal law does not suffice; the complainant must, in a manner specific and substantiated, invoke and demonstrate the violation of constitutional rights. The Federal Supreme Court examines fundamental-rights grievances only if they are clearly and precisely raised. Where the reasoning defect is manifest, non-entry may be ordered in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG (consid. 3).

Texto completo

{T 0/2}
1B_231/2008 /fun

Urteil vom 15. August 2008
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Hermann Götz-Strasse 24, Postfach, 8401 Winterthur.

Gegenstand
Strafverfahren; Verteidigerwechsel,

Beschwerde gegen die Präsidialverfügung vom 11. Juli 2008 des Präsidenten der II. Strafkammer
des Obergerichtes des Kantons Zürich.

Erwägungen:

1.
In einem Strafverfahren gegen X.________ stellte dieser am 7. März 2008 ein Gesuch um einen Wechsel in der amtlichen Verteidigung für die Obergerichtsverhandlung. Der Präsident der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich wies dieses Gesuch mit Verfügung vom 11. Juli 2008 ab. Er führte dabei zusammenfassend aus, dass der Angeschuldigte nicht einen einzigen objektiven und triftigen Grund nenne, welcher der Weiterführung des Mandats des amtlichen Verteidigers entgegenstehen würde. Rein subjektive Gründe würden für einen Verteidigerwechsel nicht genügen.

2.
X.________ führt mit Eingabe vom 13. August 2008 Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff. BGG) gegen die Verfügung des Präsidenten der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Art. 95 ff. BGG nennt die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.

Ist ein, wie hier, in Anwendung kantonalen Rechts ergangener Entscheid angefochten, bildet die Verletzung blossen kantonalen Rechts keinen selbständigen Beschwerdegrund. Vielmehr hat der Beschwerdeführer darzulegen, inwiefern der beanstandete Entscheid gegen verfassungsmässige Rechte, wie etwa das Willkürverbot oder den Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand verstossen soll. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten gilt der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht; insofern besteht eine qualifizierte Rügepflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Es obliegt dem Beschwerdeführer namentlich darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid gegen die gerügten Grundrechte verstossen soll. Das Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen.

Der Beschwerdeführer legt mit seinen Ausführungen nicht dar, inwiefern die II. Strafkammer verfassungsmässige Rechte verletzt haben sollte, als sie das Gesuchs um einen Wechsel in der amtlichen Verteidigung abwies. Mangels einer genügenden Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Auf eine Kostenauflage kann indessen verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland und dem Präsidenten der II. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 15. August 2008
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Pfäffli

Palavras-chave

admissibilityreasoning dutyconstitutional complaintappointed defense counselsimplified procedurenon-entrycourt costs

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Questão jurídica principal

Whether the complaint against the refusal to change appointed defense counsel was sufficiently reasoned under the Federal Supreme Court Act.

Decisão extraída

The complaint did not explain, with the required constitutional arguments, why the cantonal decision would violate rights; it was therefore inadmissible.

Fundamentação extraída

For challenges to a cantonal-law decision, mere violation of cantonal law is not enough. The complainant had to substantiate a violation of constitutional rights under the qualified pleading duty, but failed to do so.

Questão jurídica principal

Whether the case could be decided under the simplified procedure.

Decisão extraída

Yes, because the lack of reasoning was manifest.

Fundamentação extraída

Since the defect in the complaint was obvious, the court could dispose of the matter summarily.

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