Territorial jurisdiction for collective fraud acts

BGE 91 IV 170Coletânea oficial do Tribunal Federal (BGE) / Volume IV15 de set. de 1965Dismissed

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Resumo Omnilex

Äberli challenged the Freiburg authorities' competence in a series of loan-related fraud allegations. The chamber held that repeated acts of the same fraudulent scheme formed a single collective offense. For territorial jurisdiction, it was sufficient that an execution act occurred in Freiburg. Execution began already with loan advertisements and letters sent to potential borrowers, not only with oral negotiations or contract conclusion. The complaint was therefore dismissed.

Sumário Omnilex

Collective fraud; territorial jurisdiction and commencement of execution: where repeated acts constitute one collective offence, competence extends to every canton in which an execution act occurs. Execution begins not only with the final contract conclusion, but already with any step which, according to the offender's plan, constitutes the last decisive move toward completion and is normally no longer reversible because of external obstacles; preparatory communications such as advertisements and offer letters may already qualify as execution acts (consid. 1). In such a constellation, the habitual character of the conduct unifies the individual transactions into one prosecutable complex.

Texto completo

Urteilskopf

91 IV 170

  1. Auszug aus dem Entscheid der Anklagekammer vom 15. September 1965 i.S. Äberli gegen Anklagekammer des Kantons Freiburg.

Erwägungen

ab Seite 170

Aus den Erwägungen:

Die Anklagekammer des Kantonsgerichts Freiburg geht davon aus, dass die Äberli zur Last gelegten Handlungen im Zweifel nicht als Veruntreuung, sondern als Betrug zu würdigen seien. Sie erklärt zudem, es könne angesichts des wiederholten systematischen Vorgehens kein Zweifel darüber bestehen, dass Äberli jeweils zum vorneherein, schon bei Abschluss der Darlehensverträge und bei der Entgegennahme der Sicherheiten, die Absicht hatte, Wechsel oder WIR-Checks nicht als Sicherheit zu treuen Handen aufzubewahren, sondern sie zu verwerten. Es kommt daher in allen verzeigten Fällen, die sich durch die gleiche Art des Vorgehens auszeichnen, Betrug in Frage, und zwar, da der Beschuldigte offensichtlich zu einem Erwerbseinkommen zu gelangen beabsichtigte, gewerbsmässiger Betrug. Die gleiche Auffassung vertrat auch die Vorinstanz in ihrem an die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich gerichteten Schreiben vom 13. Oktober 1964. Die Gewerbsmässigkeit macht aber die einzelnen betrügerischen Handlungen zu einem einzigen, kollektiven Verbrechen (BGE 71 IV 85, 237; BGE 72 IV 109). Zu dessen Verfolgung und Beurteilung sind deshalb die freiburgischen Behörden, welche die Untersuchung zuerst angehoben haben, nicht bloss zuständig, wenn im Falle Dilbo A. G. eine Ausführungshandlung im Kanton Freiburg erfolgte, sondern auch dann, wenn der Beschuldigte in einem andern zum Kollektivverbrechen gehörenden Falle dort tätig wurde. Diese Voraussetzung trifft zu. Mit der Ausführung des Betruges begann Äberli nicht erst, als er mit den Darlehensnehmern mündlich verhandelte und einen Vertrag schloss, sondern schon durch jede Tätigkeit, die nach seinem Plan auf dem Weg zum Erfolg den letzten entscheidenden Schritt darstellte, von dem es in der Regel kein von äussern Schwierigkeiten unbeeinflusstes Zurück mehr gibt (BGE 74 IV 133). Dazu gehörte im vorliegenden Falle schon die Aufgabe von Inseraten, mit denen sich Äberli als Darlehensgeber empfahl, und die Versendung von Briefen, mit denen er kapitalsuchenden Firmen auf deren Inserat hin Darlehen anbot und den Vertragsschluss anbahnte. Diese Handlungen sind umsomehr zur Ausführung des Verbrechens zu zählen, als der einzelne Vertragsschluss nur Ausfluss einer im betrügerischen Gewerbe geoffenbarten ständigen Bereitschaft zum Verbrechen, Teil eines Kollektivdeliktes ist (nicht veröffentlichter Entscheid der Anklagekammer vom 11. November 1948 i.S. Basel-Stadt c. Genf und Waadt).

Palavras-chave

territorial jurisdictioncollective offensefraudexecution actspreparatory actshabitual conduct

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Questão jurídica principal

Whether the Freiburg authorities were territorially competent to investigate and judge the alleged frauds as a collective offense.

Decisão extraída

Yes. Because the repeated acts formed a single collective fraud, Freiburg competence existed if any execution act occurred in the canton, including preparatory acts such as advertisements and letters.

Fundamentação extraída

The chamber held that habitual fraudulent conduct turns the individual acts into one collective crime. Execution begins not only with oral negotiations or contract signature, but already with any step that is, according to the offender's plan, the final decisive move toward success and not readily reversible. Ads offering loans and letters to prospective borrowers were such execution acts.

Questão jurídica principal

Whether the defendant's advertisements and offer letters counted as execution acts of fraud.

Decisão extraída

Yes. They were part of the execution of the offense, not merely preparatory conduct.

Fundamentação extraída

The court stressed that these acts directly advanced the fraudulent scheme and formed part of the criminal execution, especially because each contract was only one manifestation of a continuous readiness to commit the offense.

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