Use of undisclosed evidence in summary proceedings

BGE 88 I 201Coletânea oficial do Tribunal Federal (BGE) / Volume I5 de dez. de 1962Dismissed

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Resumo

The complainant argued that the Appellationshof violated the right to be heard by relying on Dr. Brander's medical certificate without allowing comment. The court held that in summary proceedings the judge may rely on evidence not previously communicated to the other party if the facts are only to be made credible and the circumstances justify rapid fact-finding. Since both doctors' statements converged on the respondent's poor health, the court considered the facts credibly established and dismissed the complaint.

Regest

Art. 4 BV; right to be heard in summary proceedings: In summary proceedings, where the judge is limited to assessing plausibility, the failure to notify the opposing party in advance of a piece of evidence does not as a rule constitute a denial of justice. Unlike in ordinary proceedings, the court may ascertain the relevant facts even without party participation, particularly in urgent situations requiring rapid clarification. A hearing violation is only to be considered where the evidentiary use of the undisclosed material has decisive influence and the procedural context does not justify dispensation from party participation (consid. 1).

Texto completo

Urteilskopf

88 I 201

  1. Auszug aus dem Urteil vom 5. Dezember 1962 i.S. Burkhard gegen Burkhard und Appellationshof des Kantons Bern.

Erwägungen

ab Seite 201

Der Beschwerdeführer rügt als Gehörsverweigerung, dass der Appellationshof auf das Zeugnis Dr. Brander vom 29. August 1962 abstelle, ohne dass er Gelegenheit gehabt habe, sich dazu zu äussern. Dass der Zivilrichter in einem ordentlichen Prozessverfahren ein Beweismittel berücksichtigt, zu welchem Stellung zu nehmen die Gegenpartei desjenigen, der es anruft oder vorlegt, nicht Gelegenheit erhielt, kann eine Gehörsverweigerung darstellen, wenn der Entscheid dadurch wesentlich beeinflusst wird. Im summarischen Verfahren dagegen, wo der Richter sich mit blosser Glaubhaftmachung begnügen kann (so für das bernische Recht LEUCH, zu Art. 310 ZPO N. 1), wird darin regelmässig eine Gehörsverweigerung im Sinne von Art. 4 BV nicht erblickt werden können. Denn der Richter kann die nötigen Feststellungen mit oder ohne Anwesenheit der Parteien vornehmen, also von deren Beiziehung bei der Feststellung des Sachverhaltes absehen, wenn sie aus irgend einem Grunde nicht tunlich ist, etwa in dringenden Fällen, in denen sich der Richter rasch über den Sachverhalt zu orientieren in der Lage ist. Er durfte angesichts der Übereinstimmung der Zeugnisse der beiden Ärzte über den schlechten Gesundheitszustand der Beschwerdegegnerin diesen als glaubhaft gemacht bezeichnen und von der Kenntnisgabe der Beweismittel an den Beschwerdeführer absehen.

Palavras-chave

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