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BGE 85 IV 22 ΓÇó Liability for counterfeit goods requires participation in the later circulation
BGE 85 IV 22Coletânea oficial do Tribunal Federal (BGE) / Volume IV23 de jan. de 1959Dismissed
The Zurich prosecution challenged Röthlisberger's acquittal for circulating counterfeit goods after he had sold counterfeit Napoleon gold coins to Utzinger, who then resold some of them as genuine. The Federal Court held that Röthlisberger had not himself put the coins into circulation as genuine and had not used Utzinger as an innocent tool. Criminal liability could arise only through co-perpetration, instigation, or aiding and abetting, none of which was established. The nullity complaint was dismissed.
Art. 154 StGB, Art. 242 StGB; liability for putting counterfeit goods or false money into circulation through a purchaser: a person who transfers counterfeit objects as such to another does not by that act alone commit the later offence of circulation when the recipient subsequently passes them on as genuine. Direct perpetration requires that the offender himself place the counterfeit in circulation as genuine; indirect perpetration presupposes use of a non-intentional instrument. If neither is present, liability can arise only as co-perpetration, instigation, or aiding and abetting. Such participation is excluded absent involvement in the execution, decision, or planning of the later circulation and absent intent, including eventual intent (consid. 1-2).
85 IV 22
ab Seite 22
A.- Röthlisberger bot Ende Oktober 1957 Utzinger 1690 nachgeprägte französische Zwanzigfranken-Goldmünzen, sog. Napoléons, die keinen gesetzlichen Kurswert haben, zu Fr. 33.10 das Stück an. Er liess sie von der Ersparniskasse des Amtsbezirks Wangen an die Firma MAT Transport AG in Zürich übersenden, wo Utzinger am 8. November Hundert der nachgeahmten Goldmünzen gegen Bezahlung von Fr. 3310.-- bezog. Am gleichen oder am folgenden Tag verkaufte sie Utzinger als echt an drei Zürcher Banken, die den Tageskurs von Fr. 35.- bezahlten.
B.- Das Obergericht des Kantons Zürich verurteilte am 11. November 1958 Utzinger wegen Inverkehrbringens gefälschter Waren (Art. 154 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) zu einer Busse von Fr. 500.--, sprach dagegen Röthlisberger von der Anklage dieses Vergehens frei.
C.- Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich führt Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, das Urteil des Obergerichts sei hinsichtlich des Freispruches aufzuheben und die Sache zur Bestrafung des Angeklagten Röthlisberger an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie macht geltend, Röthlisberger habe den Tatbestand des Art. 154 StGB eventualvorsätzlich, zum mindesten fahrlässig erfüllt.
Der Kassationshof zieht in Erwägung:
2.(Folgen Ausführungen darüber, dass hier nur Mittäterschaft oder Gehilfenschaft in Frage kommt, dass erstere mangels Beteiligung des Beschwerdegegners an der Ausführung, Entschliessung oder Planung der Verkäufe nicht vorliegt und dass vorsätzliche oder wenigstens eventualvorsätzliche Gehilfenschaft schon an der Feststellung der Vorinstanz scheitert, wonach Röthlisberger mit der Möglichkeit des eingetretenen Erfolges nicht gerechnet hat.)
Demnach erkennt der Kassationshof:
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen.