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BGE 10 I 559 ΓÇó Old pledge contract governed by cantonal law; late retention defence barred
BGE 10 I 559Coletânea oficial do Tribunal Federal (BGE) / Volume I18 de jul. de 1884Dismissed
Gruner Haller Cie. appealed a Bern cantonal judgment that had upheld Berner Handelsbank’s challenge to a preferential class IIIa allocation in bankruptcy proceedings concerning I. G. Hümmer. The Federal Court held that the validity of the 1882 pledge agreement was governed by the cantonal law then in force, not by Art. 884 OR, because that provision concerned only the effects of previously created pledges and not their creation. The court also refused to examine a newly raised retention right, since the cantonal court had rejected it as untimely and that ruling depended on cantonal procedural law. The appeal was dismissed and the cantonal judgment confirmed.
Art. 883, 884, 887 OR; validity of a pre-federal-law pledge agreement and late assertion of retention right. The validity of a movables pledge constituted before the entry into force of the federal Code of Obligations is governed by the law in force at the time of its creation; Art. 884 OR concerns only the effects of earlier established pledges and does not retroactively validate the constitutive act. The Federal Court will not review a cantonal procedural refusal to consider a retention defence first raised on appeal, as the admissibility of new factual or legal grounds in appellate proceedings is governed by cantonal procedural law. A pledge and a retention right are distinct institutions in both legal basis and effects.
beantragt der Anwalt der Rekursbeklagten: es sei auf die geg nerische Weiterziehung nicht einzutreten, eventuell es sei dieselbe abzuweisen und das obergerichtliche Urtheil zu bestätigen unter Kostenfolge. Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
hat es demnach bei der in Art. 883 ausgesprochenen Regel der Nichtrückwirkung des neuen Gesetzes sein Bewenden. Auf eine Prüfung der Frage, ob die Rekurrenten an der fraglichen Waare ein Faustpfandrecht gültig erworben haben, kann somit das Bundesgericht nicht eintreten. b. Ebensowenig kann das Bundesgericht untersuchen, ob den Rekurrenten ein Retentionsrecht zugestanden habe. Das Ober gericht hat die Beurtheilung dieser Frage aus prozessualen Gründen, d. h. deßhalb abgelehnt, weil die bezügliche Behaup tung erst in der Appellationsinstanz vorgebracht worden und daher verspätet sei. Hierin kann eine Verletzung des eidgenös sischen Privatrechtes nicht gefunden werden, vielmehr beruht diese Entscheidung durchaus auf einer, der Nachprüfung des Bundesgerichtes sich entziehenden, Anwendung des kantonalen Prozeßrechtes. Die Behauptung der Rekurrenten nämlich, daß die Geltendmachung eines Pfandrechtes diejenige des Retentions rechtes in sich enthalte, ist gewiß unbegründet, denn (konventio nelles) Mobiliarpfandrecht und Retentionsrecht sind ja, wie keiner nähern Ausführung bedarf, in ihrem Thatbestande und ihren Wirkungen verschiedene Rechte. Die nachträgliche Behauptung eines Retentionsrechtes durch die Rekurrenten enthielt demnach, wenn auch dadurch, da das Petit der Rekurrenten lediglich auf Lokation in Klasse IIIa gerichtet war, nicht ein neuer Anspruch erhoben wurde, doch jedenfalls die Geltendmachung eines neuen selbständigen Angriffsmittels, eine Verstärkung des juristischen Klagefundamentes. Inwiefern nun neue Vorbringen in dieser Richtung auch in der Berufungsinstanz noch zulässig seien, ent scheidet sich nicht nach eidgenössischem Privatrecht, sondern nach kantonalem Prozeßrecht. Demnach hat das Bundesgericht erkannt: Die Beschwerde der Rekurrenten wird als unbegründet ab gewiesen und es hat demnach in allen Theilen bei dem Urtheile des Appellations und Kassationshofes des Kantons Bern (II. Civilabtheilung) vom 18. Juli 1884 sein Bewenden.