Federal Court declines to hear statelessness request; Bundesrat must act first

BGE 1 I 530Coletânea oficial do Tribunal Federal (BGE) / Volume I2 de out. de 1875Inadmissible

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Basel-Stadt asked the Federal Court to determine the citizenship of Johannes Kunz after a contested marriage and legitimation. The Court held that it was not the proper first instance for such a matter. Questions of statelessness must first be examined by the Bundesrat under the federal statute of 3 December 1850, including the allocation of any duty of naturalization to a canton. The Federal Court therefore declined to enter into the request and left it to the department to approach the Bundesrat.

Sumário Omnilex

Art. 27 Ziff. 4 OG; Heimathlosigkeit und Zuständigkeit des Bundesrates: Die Prüfung, ob ein Fall von Heimathlosigkeit vorliege, obliegt zunächst dem Bundesrat nach Maßgabe des Bundesgesetzes vom 3. Dezember 1850 (Art. 7-10). Dieser entscheidet vorab auch, welchem Kanton die Einbürgerungspflicht zufalle. Erst wenn der betroffene Kanton mit der Auffassung des Bundesrates nicht einverstanden ist, gelangt die Sache an das Bundesgericht; der Prozess ist in diesem Fall vom Bundesrat einzuleiten. Ein direktes Begehren einer kantonalen Behörde an das Bundesgericht ist daher unzulässig (consid. 1).

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BGE 1 I 530 - Eduard Meier von Leibstadt

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Sachverhalt:

Erwägungen:

Dispositiv

Bearbeitung, zuletzt am 15.03.2020, durch: Christian Schneider, A. Tschentscher

  1. Urtheil

vom 2. Oktober 1875 in Sachen Polizeidepartement Baselstadt.

Sachverhalt:

A. Eduard Meier von Leibstadt, Kt. Aargau, hat sich am 3. Februar 1874 mit Katharina Kunz von Schweigen, Königr. Bayern, verehelicht und dabei deren uneheliches Kind Johannes Kunz, geb. 4. März 1866, legitimirt. 1

Der Gemeinderath von Leibstadt und die Regierung von Aargau verweigerten jedoch die Anerkennung der Ehe und die Legitimation des Kindes. Wegen Nichtanerkennung der Ehe erhob Meier Beschwerde beim Bundesgericht; bezûglich der Nichtanerkennung des Kindes ergriff er dagegen ein Rechtsmittel nicht, da er nicht Vater des Joh. Kunz ist. 2

B. Das Polizeidepartement von Basel verlangte deshalb vom Bûrgermeisteramte Schweigen einen Heimathschein fûr das Kind; allein diesem Begehren wurde nicht entsprochen, weil das Kind durch die bei dem Eheabschlusse geschehene Anerkennung legitimirt sei und daher die Rechte eines ehelichen Kindes erhalten habe. 3

C. Unter Berufung auf Art. 27 Ziffer 4 des Bundesgesetzes betreffend die Organisation der Bundesrechtspflege legt nun das Polizei-Departement des Kantons Baselstadt diesen Fall dem Bundesgerichte vor, behufs Ausmittlung des Bûrgerrechtes des Joh. Kunz. 4

Erwägungen:

Das Bundesgericht zieht in Erwägung: 5

Gemäß Art. 27 Ziff. 4 des Bundesgesetzes ûber die Organisation der Bundesrechtspflege urtheilt das Bundesgericht ûber Anstände betreffend Heimathlosigkeit nach Anleitung des Bundesgesetzes vom 3. Dezember 1850. Hienach (vergl. Art. 7-10 dieses Gesetzes) liegt aber die Untersuchung, ob wirklich ein Fall von Heimathlosigkeit vorliege, zunächst dem Bundesrathe ob und hat diese Behörde sich auch darûber auszusprechen, ob einem Kanton, beziehungsweise welchem, die Pflicht der Einbûrgerung des Heimathlosen obliege. Nur wenn der betreffende Kanton mit der Ansicht des Bundesrathes nicht einverstanden ist, gelangt die Sache an das Bundesgericht und zwar ist in diesem Falle der Prozeß vom Bundesrathe einzuleiten. 6

Dispositiv

Demnach hat das Bundesgericht 7

beschlossen: 8

Auf das Gesuch des Polizeidepartementes Baselstadt wird nicht eingetreten und dieser Behörde ûberlassen, sich an den Bundesrath zu wenden. 9

1994-2020 Das Fallrecht (DFR).

Palavras-chave

statelessnesscitizenshipcompetenceinadmissibilityfederal authoritynaturalization

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Questão jurídica principal

Whether the Federal Court could directly decide a dispute concerning possible statelessness and the child's citizenship.

Decisão extraída

No. Under Art. 27 no. 4 OG and the 1850 federal statute, the Bundesrat must first examine whether a case of statelessness exists and which canton must naturalize the person.

Fundamentação extraída

The statute assigns the initial examination of statelessness and the allocation of the duty of naturalization to the Bundesrat. Only if the canton concerned disagrees with the Bundesrat's view does the matter reach the Federal Court, and then the procedure is to be initiated by the Bundesrat.

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