Extradition of Albert Lutz granted under 1874 treaty

BGE 1 I 410Coletânea oficial do Tribunal Federal (BGE) / Volume I29 de mar. de 1875Granted

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Resumo

Württemberg requested the extradition of Albert Lutz, arrested in Zurich on suspicion of aiding a robbery-murder in Laupheim. Lutz did not dispute the treaty's applicability but objected that, as a previously convicted person, he feared being unjustly convicted in his home state. The Federal Court held that the offence fell within the 1874 extradition treaty and that the submitted documents satisfied its formal requirements. Questions of guilt were for the Württemberg court alone, so the objection was rejected and extradition approved.

Regest

Art. 1 and 7 of the extradition treaty of 24 January 1874 between Switzerland and Germany; extradition for participation in robbery-murder; Swiss review limited to treaty applicability and formal sufficiency of the request. The Federal Court held that where the offence falls within the treaty category and the supporting documents comply with the formal requirements, objections directed solely at the accused's anticipated treatment or the foreign judge's assessment of guilt are irrelevant. The merits of the accusation belong exclusively to the competent foreign court (consid. 3).

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BGE 1 I 410 - Albert Lutz

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Zitiert durch:

BGE 2 I 490 - Arnold Malzacher

Zitiert selbst:

BGE 139 I 280 - Kopftuch in Bürglen

Sachverhalt

A.

B.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

Demnach hat das Bundesgericht erkannt:

Bearbeitung, zuletzt am 16.03.2020, durch: Philip Lengacher, A. Tschentscher

  1. Urtheil vom 29. März 1875 in Sachen Albert Lutz.

Sachverhalt

A.

Mittelst Zuschrift vom 15. d. Mts. verlangt das königlich würtembergische Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, unter Beilegung eines Haftbefehls des Untersuchungsrichters beim königlich würtembergischen Oberamtsgericht Laupheim, die Auslieferung des am 10. d. Mts. in Zürich verhafteten Albert Lutz von Teinach wegen Beihülfe zu dem in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar d.J. in Laupheim verübten Raubmorde. 1

B.

Albert Lutz bestreitet die Anwendbarkeit des Vertrages mit Deutschland vom 24. Januar 1874 nicht, protestirt aber gleichwohl gegen seine Auslieferung, weil er zum Voraus wisse, daß ihm, als schon einmal gerichtlich Bestraften, von den heimathlichen Gerichten kein Wort geglaubt und er dann vielleicht unschuldig verurtheilt würde. 2

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

Die Anwendbarkeit des Auslieferungsvertrages zwischen der Schweiz und dem deutschen Reiche vom 24. Januar 1874 ist nicht direkt bestritten und unterliegt in der That keinem begründeten Zweifel. Einerseits gehört die Theilnahme an einem Raubmorde zu denjenigen Fällen, welche gemäß Art. 1 des erwähnten Vertrages zur Auslieferung verpflichten und anderseits entsprechen die von der würtembergischen Regierung eingesandten Aktenstücke den Vorschriften des Art. 7 ibidem. Die Beurtheilung der Frage aber, ob der angeschuldigte Lutz des ihm zur Last gelegten Verbrechens schuldig sei oder nicht, steht lediglich dem kompetenten würtembergischen Richter zu und ist daher der von A. Lutz für seine Protestation angeführte Grund nicht geeignet, dieselbe zu rechtfertigen. 3

Demnach hat das Bundesgericht erkannt:

Die vom königl. würtembergischen Ministenum der auswärtigen Angelegenheiten verlangte Auslieferung des Albert Lutz ist bewilligt. 4

1994-2020 Das Fallrecht (DFR).

Palavras-chave

extraditiontreaty applicationformal requirementsforeign criminal jurisdictionrobbery-murder