Invalidity pension denial set aside and remanded for medical review

200 2014 1095Tribunal Administrativo9 de abr. de 2015Granted

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The Bern Administrative Court, sitting as a single judge, granted the insured person's appeal against the IV office's refusal of an invalidity pension. Because the parties subsequently agreed that the case should be remanded and the appellant submitted additional medical reports, the court set aside the challenged decision and returned the file to the IV office for further medical clarification. No court costs were charged, the CHF 1,000 advance was to be refunded, and the respondent was ordered to pay CHF 5,255.30 in party compensation.

Sumário Omnilex

Art. 57 Abs. 4 GSOG; Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 61 lit. g ATSG: Where, in a social-insurance appeal, both parties seek allowance of the appeal and the record shows that the decisive medical findings remain insufficient, the court may dispose of the case summarily and remit it for further administrative investigation. Such a joint request constitutes a special circumstance allowing waiver of court costs; the advance fee is to be reimbursed. Party compensation is awarded to the prevailing appellant and is to be assessed according to the significance and difficulty of the matter; manifestly excessive ancillary expenses, in particular copying costs, may be reduced to a reasonable flat amount.

Texto completo

200 14 1095 IV

MAW/JAP/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 9. April 2015

Verwaltungsrichter Matti

Gerichtsschreiber Jakob

A.________

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. B.________

Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern

Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Oktober 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/1095, Seite 1

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

Mit Verfügung vom 17. Oktober 2014 hat die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) einen Anspruch von A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) auf eine Invalidenrente verneint.

Mit Beschwerde vom 13. November 2014 liess der Versicherte beantragen, diese Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihm sei ab 1. August 2012 eine ganze Invalidenrente (eventuell eine ¾-, ½- oder ¼-Rente) auszurichten.

Nachdem der Beschwerdeführer nach Zustellung der Beschwerdeantwort weitere Eingaben und Unterlagen eingereicht hatte, forderte der Instruktionsrichter die Beschwerdegegnerin zur Einreichung einer Duplik auf.

Mit Duplik vom 11. März 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Beschwerde sei in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an sie zurückzuweisen sei.

Mit Eingabe vom 8. April 2015 lässt der Beschwerdeführer den Antrag stellen, die Sache sei zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Damit liegt ein übereinstimmender Antrag der Parteien auf Gutheissung der Beschwerde vor, wodurch gemäss Art. 57 Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) die einzelrichterliche Zuständigkeit gegeben ist.

Die vom Beschwerdeführer im Verlauf des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht eingereichten medizinischen Berichte rechtfertigen die Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren medizinischen Abklärung, weshalb die Beschwerde entsprechend gutzuheissen ist.

Die durch den gemeinsamen Antrag ermöglichte vereinfachte Verfahrenserledigung stellt einen besonderen Umstand gemäss Art. 108 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) dar, der es rechtfertigt, keine Verfahrenskosten zu erheben, so dass der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten ist.

Aufgrund seines Obsiegens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Der Ersatz der Parteikosten wird gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen.

Der in der Kostennote vom 8. April 2015 geltend gemachte Zeitaufwand von 1‘132 Minuten ist zwar hoch, es besteht angesichts des im konkreten Fall erforderlichen Aufwands jedoch kein Anlass zur Korrektur. Ausserhalb des vertretbaren Rahmens liegen demgegenüber die geltend gemachten Auslagen von Fr. 530.50 für Fotokopien. Da dieser Aufwand in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass dem Verwaltungsgericht in grossem Umfang Kopien der IV-Akten eingereicht worden sind, welche ohnehin beigezogen werden müssen, ist diesbezüglich eine erhebliche Kürzung des Aufwands vorzunehmen. Die zu entschädigenden Auslagen werden pauschal auf Fr. 150.-- festgelegt. Daraus ergibt sich eine Parteientschädigung von Fr. 5‘255.30 (Honorar Fr. 4‘716.--, Auslagen Fr. 150.-- und Mehrwertsteuer Fr. 389.30).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 17. Oktober 2014 aufgehoben und die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1‘000.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 5‘255.30 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):

Rechtsanwältin Dr. B.________ z.H. des Beschwerdeführers

IV-Stelle Bern

Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter:Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Palavras-chave

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Questão jurídica principal

Whether the denial of an invalidity pension should be upheld or set aside for further medical investigation

Decisão extraída

The appeal is granted; the challenged decision is annulled and the case is remanded to the IV office for further medical clarification.

Fundamentação extraída

The medical reports submitted during the appeal justified further factual investigation at the administrative level, so the denial could not stand.

Questão jurídica principal

Whether court costs should be charged despite the parties' joint request for allowance of the appeal

Decisão extraída

No court costs are imposed because the joint request constitutes a special circumstance justifying simplified disposal.

Fundamentação extraída

The agreed request for grant of the appeal is a special circumstance under cantonal procedural law, so no fees are levied and the advance payment must be refunded.

Questão jurídica principal

Whether the appellant is entitled to party compensation

Decisão extraída

Party compensation is awarded, with expenses reduced to a lump sum of CHF 150 and total compensation fixed at CHF 5,255.30.

Fundamentação extraída

As the appellant prevailed, compensation is due; the claimed photocopy expenses were excessively high and were substantially reduced, while the time spent was accepted.

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