Tax estimation set aside due to proven factual error

100 2016 25Tribunal Administrativo29 de jun. de 2016Granted

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Resumo Omnilex

The Bern Administrative Court allowed the taxpayers’ appeal against cantonal/communal taxes and direct federal tax 2011. After the taxpayers submitted new evidence, the court found that the alleged unexplained increase in assets was explained by the disappearance of a business debt, making the estimated assessments manifestly incorrect. It annulled both Tax Appeals Commission decisions and remanded the matters to the cantonal tax administration for continuation. The taxpayers won on appeal, so no court fees were charged and the tax administration had to pay their appellate party costs. However, the first-instance costs remained with the taxpayers because the decisive evidence could have been submitted earlier.

Sumário Omnilex

Art. 191 Abs. 3 and 5 StG; Art. 132 Abs. 3 DBG; estimated assessment and review of obvious incorrectness: if the taxpayer substantiates, with new evidence, that the factual basis of an estimation is wrong, the assessment must be annulled. Annulment does not itself determine the final tax factors where further administrative determination remains necessary; the case is remitted to the tax authority. Cost allocation follows the outcome, but the appellate court may leave first-instance costs unchanged where the parties’ procedural conduct justifies it, in particular when decisive evidence could already have been filed below (consid. on costs).

Texto completo

100.2016.25/26U

HAT/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern

Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. Juni 2016

Verwaltungsrichter Häberli, präsidierendes Mitglied

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa

Gerichtsschreiberin Büchi

A.________ und B.________ vertreten durch Fürsprecher …

Beschwerdeführende

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern

Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 2011 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 15. Dezember 2015; 100 14 130, 200 14 117)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.06.2016, Nrn. 100.2016.25/26U, Seite 1

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung,

dassdie Steuerverwaltung des Kantons Bern bei den Beschwerdeführen­den für das Steuerjahr 2011 eine Ermessensveranlagung vornahm, weil sie eine ungeklärte Zunahme des Vermögens um rund Fr. 160'000.-- festgestellt hatte,

dasssie dabei auf undeklariertes Einkommen aus selbständiger Erwerbs­tätigkeit in der Höhe von Fr. 100'000.-- schloss und die Beschwerde­führenden bei den Kantons- und Gemeindesteuern 2011 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 243'600.-- und bei der direkten Bun­dessteuer 2011 mit einem solchen von Fr. 254'400.-- veranlagte (Ein­spracheentscheide vom 6.2.2014; act. 5B/122-109),

dassdie Beschwerdeführenden hiergegen erfolglos Rekurs und Be­schwerde einreichten (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern [StRK] vom 15.12.2015),

dassdie Beschwerdeführenden am 18. Januar 2016 an das Verwaltungs­gericht gelangt sind und beantragen, die Entscheide der StRK aufzu­heben und sowohl bei den Kantons- und Gemeindesteuern als auch bei der direkten Bundessteuer 2011 «auf die Aufrechnung von CHF 100'000 in Ziffer 2.25 Mann […] zu verzichten»,

dassfür die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundes­steuer zwei separate Entscheide zu fällen sind, die aber in einer einzigen Urteilsschrift ergehen können (BGE 135 II 260 E. 1.3.1),

dassdie Beschwerdeführenden am 28. April 2016 neue Beweismittel ein­gereicht haben (act. 10A), mit denen sie ihre bisher unbelegte Sach­verhaltsdarstellung nachzuweisen vermögen, wonach die Vermö­genszunahme auf den «rein rechnerischen» Wegfall einer geschäftli­chen Schuld in der Höhe von Fr. 130'000.-- zurückzuführen sei (vgl. angefochtene Entscheide, E. 9; Eingabe vom 24.4.2016, Ziff. 3),

dassdamit die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveranlagungen dargetan ist (vgl. Art. 191 Abs. 3 und 5 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]; Art. 132 Abs. 3 des Bundesgeset­zes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]), weshalb Steuerverwaltung und StRK je auf Gutheissung der Beschwerden schliessen (Eingaben vom 3.5.2016 bzw. 8.6.2016),

dassdiesem gemeinsamen Antrag aller Verfahrensbeteiligen zu entspre­chen und die angefochtenen Entscheide aufzuheben sind,

dassaber damit die Steuerfaktoren des Jahres 2011 noch nicht abschlies­send bestimmt sind,

dassdie Sache deshalb zur Fortsetzung der Verfahren an die Steuer­verwaltung zurückzuweisen ist,

dasssich die Beschwerden nach dem Gesagten als offensichtlich begrün­det erweisen und in Zweierbesetzung zu beurteilen sind (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]),

dassbei diesem Ausgang der Verfahren die Beschwerdeführenden obsie­gen, weshalb für die verwaltungsgerichtlichen Verfahren keine Kosten zu erheben sind (Art. 108 Abs. 1 und 2 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]),

dassdie Beschwerdeführenden Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten durch die Steuerverwaltung haben (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG),

dassangesichts der Gutheissung der Beschwerden grundsätzlich auch die Kosten der vorinstanzlichen Verfahren neu zu verlegen sind,

dasses sich jedoch mit Blick auf das prozessuale Verhalten der Beschwer­deführenden nicht rechtfertigt, von der Kostenverlegung durch die Vor­instanz abzuweichen, hätten doch die ausschlaggebenden Be­weismittel bereits vor der StRK eingereicht werden können (vgl. Art. 108 Abs. 1 VRPG).

dassfür eine allfällige Anfechtung der vorliegenden Urteile die Recht­sprechung des Bundesgerichts zu Art. 93 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) zu beachten ist,

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2011 wird gutgeheissen und der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 15. Dezember 2015 aufgehoben. Die Sache wird zur Fortsetzung des Verfahrens an die Steuerverwaltung des Kantons Bern zurückgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2011 wird gut­geheissen und der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 15. Dezember 2015 aufgehoben. Die Sache wird zur Fort­setzung des Verfahrens an die Steuerverwaltung des Kantons Bern zu­rückgewiesen.

3. Für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Kosten erhoben.

4. Die Steuerverwaltung des Kantons Bern hat den Beschwerdeführenden die Parteikosten für die verwaltungsgerichtlichen Verfahren, bestimmt auf Fr. 3'953.35 (inkl. Auslagen und MWST), zu ersetzen.

5. Die Kosten der Verfahren vor der Steuerrekurskommission des Kantons Bern, bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'500.--, werden den Beschwerdeführenden auferlegt.

6. Für die Verfahren vor der Steuerrekurskommission des Kantons Bern wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

7. Zu eröffnen:

-den Beschwerdeführenden

-der Steuerverwaltung des Kantons Bern

-der Steuerrekurskommission des Kantons Bern

der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Das präsidierende Mitglied:Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün­dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Palavras-chave

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Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the estimated 2011 tax assessments were manifestly incorrect and had to be set aside

Decisão extraída

Yes. The new evidence showed that the increase in assets stemmed from the disappearance of a business debt, so the assumptions underlying the estimated assessments were clearly wrong.

Fundamentação extraída

Under the cantonal and federal tax rules on estimated assessments, the taxpayers substantiated their previously unproven account; the factual premise for the imputed undeclared income no longer held.

Questão jurídica principal

Whether the matter should be remanded for continuation of the tax proceedings

Decisão extraída

Yes. The tax factors for 2011 were not yet finally determined, so the case had to be returned to the tax administration.

Fundamentação extraída

Annulment of the objection decisions did not itself establish the final taxable income; further administrative processing was necessary.

Questão jurídica principal

How procedural costs and party compensation should be allocated

Decisão extraída

No court fees were charged in the appellate proceedings; the tax administration had to pay party costs of CHF 3,953.35; the first-instance costs of CHF 1,500 remained imposed on the taxpayers, and no first-instance party compensation was awarded.

Fundamentação extraída

The taxpayers prevailed on appeal, but their decisive evidence could already have been filed before the tax appeal commission, so there was no reason to alter the lower-instance cost allocation.

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