Oral hearing in summary proceedings; partial finality in divorce appeals

ARGVP-1988-3077Tribunal Superior30 de mar. de 1971Confirmed

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This digest addresses two procedural questions. First, under Art. 219 ZPO, the single judge must hold an oral hearing in claim and employment disputes irrespective of the amount in dispute; if a hearing appears of doubtful utility, the parties should be warned that silence will count as waiver. Second, in divorce proceedings, if an appeal is confined to ancillary consequences such as costs, maintenance, custody, or property issues, the divorce itself may enter into force without waiting for final resolution of the remaining points. A cross-appeal should not be used to reopen issues already accepted, and provisional measures under Art. 145 ZGB and Art. 218 ZPO remain unaffected.

Sumário Omnilex

Art. 219 ZPO; single judge in claim and employment disputes must, as a rule, conduct oral proceedings irrespective of the amount in dispute. The procedure is oral by default; a written exchange may be ordered or permitted only for special reasons. Where the usefulness of an oral hearing is doubtful, the parties may be notified that silence will be treated as waiver. Art. 273 f., 277 ZPO; divorce appeal limited to ancillary consequences and partial legal force. In divorce proceedings, legal force may attach to the divorce point notwithstanding pending appeals on ancillary matters. The purpose of the proceedings and the protection of spouse and children preclude delaying dissolution merely because property, maintenance, or custody issues remain disputed. A cross-appeal may not be used to expand the dispute to issues already accepted; interim measures under Art. 145 ZGB and Art. 218 ZPO are not prejudiced by partial finality.

Texto completo

C. Gerichtsentscheide 3076, 3077 3076 Einzelrichter. Verfahren mit mündlicher Verhandlung (Art. 219 ZPO). Für Forderungs- und arbeitsrechtliche Streitigkeiten vor dem Einzelrichter gilt die Verfahrensvorschrift des Art. 219 ZPO: «Die Klage wird schriftlich oder mündlich anhängig gemacht. Im übrigen ist das Verfahren mündlich, doch kann der Einzelrichter aus beson­deren Gründen einen Schriftenwechsel anordnen oder zulassen. Die Bestimmungen über das ordentliche Verfahren gelten sinngemäss.» Nach dieser Bestimmung ist bei allen diesen Streitigkeiten ohne Rück­sicht auf den Streitwert eine mündliche Verhandlung anzuordnen (Art. 219 Abs. 1, Art. 144 ff . ZPO). Ist der Nutzen einer mündlichen Verhandlung fraglich, so sind die Par­teien eingeschrieben darauf hinzuweisen, dass ohne Gegenbericht Ver­zicht auf die mündliche Verhandlung angenommen werde (Beschluss der Gerichtspräsidenten-Konferenz vom 5. März 1982). JuAK 6.4.1982 (RBer 1981/82, S. 45) 3077 Appellation (Anschlussappellation); Ehescheidung. Teilrechtskraft(Art. 273 f., 277 ZPO1). Es kann nicht der Sinn des Scheidungsverfahrens sein, den Streit unnötig auszudehnen und auch dann die Scheidung aufzuschieben, wenn die Par­teien im Appellationsverfahren nur noch über die Kosten oder über güter­rechtliche Fragen, über das Besuchsrecht oder bestimmte Unterhalts­pflichten streiten. Die Aufschiebung der Rechtskraft des gesamten Urteils müsste in solchen Fällen nicht nur dazu führen, dass während des ganzen Appellationsverfahrens die uneingeschränkte Unterstützungspflicht des noch nicht rechtskräftig geschiedenen Ehemanns weiterlaufen würde, sondern es müsste auch die güterrechtliche Auseinandersetzung wieder 1 Zivilprozessordnung vom 24. April 1955; vgl. Art. 263-267 ZPO vom 27. April 1980 (bGS 231.1). Bestätigung dieser Praxis: OGer 23.2.1982 (RBer 1981 /82, S. 35) 433

C. Gerichtsentscheide 3077 aufgeschoben werden, da die Vermögensverhältnisse der Parteien bis zur Rechtskraft des ganzen Urteils noch erhebliche Verschiebungen erleiden können. Die bisherige Praxis, dass die Scheidung in Rechtskraft erwächst, wenn sich die Appellation nur noch auf einzelne Nebenfolgen bezieht, ist daher zu bestätigen. Die Rechtskraft des Urteils in einzelnen Punkten, z.B. im Scheidungs­punkt, vermag die weitere Geltung der vorsorglichen Massnahmen ge­mäss Art. 145 ZGB und Art. 218 ZPO nicht zu präjudizieren. Das Zivilrecht greift hier in das kantonale Prozessrecht ein, um der Eigenart der Eheschei­dung und ihrer Nebenfolgen Rechnung zu tragen. Der Appellationshof des Kantons Bern hat in einem Entscheid vom 25. Oktober 1955 überzeu­gend auf die Gründe hingewiesen, die es rechtfertigen, dem Art. 145 ZGB eine über die Rechtskraft der Scheidung hinausreichende Bedeutung und Tragweite zuzuerkennen; ZbJV 9 2 ,374ff., insbesondere 376; in gleichem Sinne Thurg. Obergericht in SJZ 1971 S. 326. Die Ehefrau und die Kinder sollen ein Einlenken oder das Entgegenkommen des Mannes in einzelnen Punkten, z.B. im Scheidungspunkt, nicht durch einen vorzeitigen Verlust der ihnen nach Art. 145 ZGB zustehenden Rechte entgelten müssen. Beschränkt sich der Appellant bereits in der Anmeldung und insbeson­dere in der Appellationserklärung auf einzelne Punkte des Scheidungsur­teils, beispielsweise auf die Kinderzuteilung, die Unterhaltsbeiträge usw, so fragt es sich, ob die Gegenpartei mit ihrer Anschlussappellation wieder andere Fragen, insbesondere die Scheidungs- und Verschuldensfrage oder Einzelheiten des güterrechtlichen Entscheides, aufwerfen kann. Die Zu­erkennung dieses Rechts würde erneut zu einer nachträglichen Ausdeh­nung des Verfahrens auf jene Belange führen, mit denen sich beide Par­teien vorerst abgefunden haben. Die Möglichkeit einer unbeschränkten Anschlussappellation wäre gerade im Scheidungsverfahren stossend, weil der erste Appellant sich einer Anschlussappellation, z. B. im Scheidungs­punkt, nicht seinerseits anschliessen kann; Lutz, Das st.gallische Zivil­rechtspflegegesetz, 1967, N.2 zu Art. 416 SG ZPO. Zufolge dieser Be­schränkung wäre er schlechter gestellt als der Anschlussappellant, der zunächst gar kein Rechtsmittel ergriff. OGer 30.3.1971 (RBer 1970/71, S. 39) 434

Palavras-chave

oral hearingsingle judgewaiverdivorcepartial finalitycross-appealmaintenancecustodyprovisional measures

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Questão jurídica principal

Whether a single judge must order an oral hearing in claim and employment disputes under Art. 219 ZPO.

Decisão extraída

In disputes of this kind, an oral hearing must be ordered regardless of the amount in dispute; if its usefulness is doubtful, the parties should be notified that silence will be taken as waiver.

Fundamentação extraída

Art. 219 ZPO makes the procedure oral in principle and the ordinary-procedure rules apply by analogy. The guidance on implied waiver is used where a hearing appears of questionable utility.

Questão jurídica principal

Whether, in a divorce appeal limited to ancillary issues, the divorce judgment may become final in the divorce point while other issues remain open, and whether cross-appeal may reopen already accepted points.

Decisão extraída

The divorce becomes final insofar as the appeal concerns only ancillary consequences; the appeal may not be used to delay the divorce itself, and the opposing party should not be able through cross-appeal to reopen issues already accepted.

Fundamentação extraída

The purpose of divorce proceedings would be undermined by delaying legal force of the entire judgment merely because costs, property division, visitation, or maintenance are still disputed. Partial finality also preserves the continued effect of provisional measures and prevents an unfair extension of the dispute.

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