Tenant may prohibit landlord from entering leased premises

ARGVP-1988-3053Tribunal Superior24 de mai. de 1965Confirmed

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Resumo

The excerpt concerns two Obergericht decisions on house trespass. In the first, the court held that a tenant of a restaurant may exclude even the landlord from the premises without first obtaining an official order; a private prohibition is sufficient, and the accused's contrary legal misunderstanding did not excuse him under Art. 20 StGB. The second headnote reiterates that exclusion from protected premises must be clear and unambiguous under Art. 186 StGB, and that entry is not unlawful where the person can rely on a real, contractual, or official entitlement.

Regest

Art. 186 StGB; Art. 20 StGB; exclusion from protected premises and legal error. The holder of premises may forbid entry by third persons, including the owner or landlord, without requiring an official order; the prohibition may be issued privately and in any clear form. A public invitation to enter does not create a contractual duty to admit everyone. For house trespass, the exclusion must be sufficiently clear and unambiguous; where the entrant can rely on a real, contractual, or official right, unlawfulness is absent. A mistaken view that only an official ban is valid is, as a rule, a legal error that does not exclude culpability if avoidable.

Texto completo

C. Gerichtsentscheide 3053, 3054 3053 Hausfriedensbruch des Verpächters durch unberechtigtes Betreten der verpachteten Wirtschaft (Art. 186 StGB). Wie jeder andere Geschäftsmann ist auch der Wirt in der Wahl seiner Vertragspartner frei. Die öffentliche Aufforderung zur Einkehr begründet keinen Kontrahierungszwang; BGE 80 II 26. Der Pächter hatte demnach das Recht, das Betreten des Gasthauses anderen Personen - wie auch dem Verpächter - zu verbieten; Art. 926 ZGB und dazu Hornberger, Kommen­tar zum Sachenrecht, N. 20 zu Art. 926 ZGB. Die amtliche Verfügung ist nicht Voraussetzung des Betretungsverbo­tes. Dieses Verbot kann in jeder Form auf privater Basis erlassen werden. Die Anrufung des Richters zum Erlass eines Amtsbefehls ist möglich, aber nicht erforderlich. Die behauptete Annahme des Angeklagten, das Verbot sei ungültig, da es nicht amtlich erlassen worden sei, vermöchte als Rechts­irrtum sein Verschulden nicht auszuschliessen; Art. 20 StGB. Er ist daher des Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären. OGer 24.5.1965 (RBer 1965/66, S. 41) 3054 Hausfriedensbruch. Die Wegweisung des Eintretenden muss deutlich und unmissverständlich sein (Art. 186 StGB). Wer sich beim Eindringen in einen geschützten Raum nicht auf ein ding­liches oder vertragliches Recht oder auf eine amtliche Befugnis stützen kann, handelt noch nicht unrechtmässig; Urteil des Zürcher Obergerichts 1953, SJZ1954, S. 211; Urteil des ThurgauerObergerichts 1965, SJZ1966, S. 332. Würde man jedes Überschreiten einer fremden Schwelle ohne be­sondere Erlaubnis als unrechtmässig bezeichnen, so wäre jede Verfolgung eines Angreifers, aber auch jeder unangemeldete Besuch eines Vertreters, jede Geld- oder Kleidersammlung, das Vorsprechen eines Pfarrers oder Predigers im Grunde genommen bereits eine strafbare Verletzung des Hausrechts. Das Hausrecht ist wie die Ehre ein Teil des Persönlichkeits­rechts; Schwander, Das Schweiz. Strafgesetzbuch, 1964, S.409. Wie die 410

Palavras-chave

house trespassentry prohibitiontenant rightslegal errorprotected premisesunlawfulnesscontractual freedom