Judicial ban proceedings are patrimonial; appeal admissible

ZSU.2018.84Tribunal Civil / Câmara Civil III5 de jul. de 2018Granted

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Resumo Omnilex

The Obergericht held that proceedings for a judicial ban under Art. 258 ZPO are patrimonial in nature because they protect against possessory disturbances concerning property rights in land. As a result, the availability of appeal depends on the value threshold of Art. 308 ZPO; where that threshold is reached, appeal lies, otherwise complaint under Art. 319 lit. a ZPO would apply. In the case at hand, the court considered the capitalized use value of the parking spaces and the hypothetical fine yield to exceed CHF 10,000, so it treated the filing as an appeal.

Sumário Omnilex

Art. 258, 260, 308 and 319 lit. a ZPO; qualification of proceedings for a judicial ban and remedy against refusal of the application. Proceedings concerning the ordering of a judicial ban are patrimonial in nature because they aim at preventing possessory disturbances in relation to rights in rem to land and are closely related to possessory actions under Art. 928 f. ZGB. The prior objection under Art. 260 ZPO is not a remedy but an opposition-like declaration of ineffectiveness limited to the objecting person. The refusal of a judicial-ban request is therefore appealable under Art. 308 ZPO if the value threshold is met; otherwise the complaint under Art. 319 lit. a ZPO applies. In assessing value, the capitalized use value of the protected object and the economic significance of the prohibition may be decisive (consid. 1.2).

Texto completo

2018 Zivilprozessrecht 367 II. Zivilprozessrecht 44 Gerichtliches Verbot Verfahren betreffend Anordnung gerichtlicher Verbote (Art. 258 ZPO) sind vermögensrechtlicher Natur. Aus dem Entscheid des Obergerichts, 3. Zivilkammer, vom 5. Juli 2018, in Sachen A. (ZSU.2018.84). Aus den Erwägungen

1.2.

Gegen die Anordnung gerichtlicher Verbote steht die Einsprache nach Art. 260 ZPO zur Verfügung. Diese stellt kein Rechtsmittel dar, sondern steht in ihren Wirkungen dem Rechtsvorschlag in einer Betreibung nahe. Sie bedarf keiner Begründung und bewirkt ohne Weiteres die Unwirksamkeit des Verbots, allerdings nur gegenüber der einsprechenden Person. Gegen das gerichtliche Verbot ist daher zunächst mit der Einsprache vorzugehen. Der Verbotsberechtigte hat alsdann den Prozessweg zu beschreiten, wenn er das Verbot gegenüber der einsprechenden Person durchsetzen will (GÖKSU, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/ LEUENBERGER, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N. 3 und 6 zu Art. 260 ZPO). Erst dieser Entscheid unterliegt sodann der allgemeinen Rechtsmittelordnung (SEILER, Die Berufung nach ZPO, Diss., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 382). Im vorliegenden Fall stellt sich indes die Frage nach dem zulässigen Rechtsmittel gegen die Abweisung eines Gesuchs um Anordnung eines gerichtlichen Verbots. Entscheide der freiwilligen Gerichtsbarkeit sind nach Art. 308 Abs. 1 ZPO - gleich wie Entscheide der streitigen Gerichtsbarkeit - grundsätzlich berufungsfähig (SEILER, a.a.O., N. 293 f.), wenn es

368 Obergericht, Abteilung Zivilgericht 2018 sich dabei entweder um eine nichtvermögensrechtliche Streitsache oder um eine vermögensrechtliche Streitsache mit einem Streitwert von mindestens Fr. 10'000.00 handelt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Vermögensrechtliche Streitsachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit, welche diesen Streitwert nicht erreichen, sind mit Beschwerde anfechtbar (Art. 319 lit. a ZPO). Damit stellt sich die Frage, ob Verfahren betreffend Anordnung gerichtlicher Verbote vermögensrechtlicher Natur sind. Soweit ersichtlich, äussert sich die Rechtsliteratur zu dieser Thematik nicht (vgl. auch Entscheid des Kantonsgerichts Schwyz vom 13. Februar 2013, in: EGV-SZ 2013, A 3.1, wo die Frage offengelassen wurde). Nach der hier vertretenen Auffassung handelt es sich bei gerichtlichen Verboten um vermögensrechtliche Angelegenheiten, bezwecken diese doch die Verhinderung von Besitzesstörungen in Bezug auf dingliche Berechtigungen an einem Grundstück, weshalb sie den Klagen aus Besitzesstörung wegen verbotener Eigenmacht nach Art. 928 f. ZGB nahe stehen, bei welchen es sich um vermögensrechtliche Streitigkeiten handelt (BGE 5A_114/2007 E. 1.2). Der kapitalisierte Nutzungswert der Parkplätze liegt schätzungsweise ebenso über einem Betrag von Fr. 10'000.00 wie der hypothetische Bussgeldertrag. Damit ist das Rechtsmittel der Berufung gegeben und die Beschwerde ist als solche entgegenzunehmen. 45 Art. 123 ZPO i.V.m. § 22 Abs. 2 EG ZPO; Art. 135 Abs. 4 StPO Zuständigkeit zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung Das Zivilgericht bzw. der Zivilrichter ist sachlich nicht zuständig zum Entscheid über die Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung. Aus dem Entscheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 5. Dezember 2018, in Sachen Kanton Aargau gegen R.W. (ZSU.2018.287).

Palavras-chave

judicial banappeal admissibilitypatrimonial claimvalue thresholdvoluntary jurisdictionpossession protection

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Questão jurídica principal

Whether the refusal to order a judicial ban is appealable by appeal or only by complaint.

Decisão extraída

The decision is subject to appeal because proceedings for a judicial ban are patrimonial and the value threshold is met; the complaint is therefore to be treated as an appeal.

Fundamentação extraída

Objections under Art. 260 ZPO are not a remedy but a prior opposition-like step. For the refusal of a request for a judicial ban, the ordinary remedies apply. Judicial-ban proceedings are patrimonial because they aim to prevent disturbances of possession in relation to property rights on land and are comparable to possessory claims under Art. 928 f. ZGB. The estimated value exceeded CHF 10,000.

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