Compulsory placement lapsed after prolonged escape

WBE.2017.295Tribunal Administrativo / Câmara 15 de jul. de 2017Granted

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Resumo Omnilex

F. challenged a medical compulsory placement ordered under Art. 429 ZGB. The Verwaltungsgericht held that, because he had been away from the clinic for more than a month, the earlier placement no longer produced legal effects. In line with its practice, the appeal proceedings were therefore no longer meaningful in substance, and the complaint was granted. The court emphasized that any later return would require a new assessment based on the appellant’s then-current condition, especially given the rapid changes possible in adolescence.

Sumário Omnilex

Art. 429 ZGB; compulsory placement and loss of legal effect after prolonged escape: An appeal against an involuntary medical placement becomes moot when the person has escaped for a longer period and the protection interest has lapsed. After such a lapse, the earlier placement no longer produces legal consequences; if the person is later returned, a new placement decision must be issued on the basis of the then-current circumstances. The decisive factor is whether, in the individual case, the escape has lasted long enough that a fresh review of the placement prerequisites is required (consid. 6).

Texto completo

82 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2017

13 Dahinfallen der fürsorgerischen Unterbringung nach längerem Entweichen Eine gestützt auf Art. 429 ZGB angeordnete ärztliche Unterbringung zeitigt nach längerem Entweichen keine Folgen mehr. Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 1. Kammer, vom 5. Juli 2017, i.S. F. gegen Entscheid der Psychiatrischen Klinik Königsfelden (WBE.2017.295) Aus den Erwägungen II.

6.

6.1.

Nach verwaltungsgerichtlicher Praxis wird ein Beschwerdeverfahren gegen einen Unterbringungsentscheid bei der Entlassung und auch bei der Entweichung aus der Klinik infolge dahingefallenen Rechtsschutzinteresses gegenstandslos (vgl. AGVE 2000, S. 187; 1987, S. 217 f. mit Hinweisen; BGE 136 III 497; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2013 [5A_290/2013]). Der Grund dafür besteht darin, dass – sollte der Beschwerdeführer in die Klinik zurückgebracht werden – eine neue Einweisung erforderlich wäre, die auf den dannzumaligen Zustand des Beschwerdeführers abstellt (AGVE 1987, S. 217 f.). Dies gilt jedenfalls in Fällen, in denen der Beschwerdeführer aufgrund eines ärztlichen Entscheids im Sinne von Art. 429 ZGB fürsorgerisch untergebracht worden ist und die Flucht längere Zeit angedauert hat. Was als längere Zeit zu gelten hat, ist im Einzelfall zu bestimmen, wobei aber in der Regel nach einer Woche erneut geprüft werden muss, ob die Voraussetzungen einer fürsorgerischen Unterbringung noch immer vorliegen (DANIEL ROSCH, in: DANIEL ROSCH/ANDREA BÜCHLER/DOMINIQUE JAKOB

2017 Fürsorgerische Unterbringung 83 [Hrsg.], Erwachsenenschutzrecht, 2. Aufl., Basel 2015, Art. 426 Rz. 16b).

6.2.

Der Beschwerdeführer wurde durch eine Ärztin gestützt auf Art. 429 ZGB fürsorgerisch untergebracht. Gemäss telefonischer Mitteilung der zuständigen Oberärztin, Dr. med. A., vom 6. Juni 2017 ist der Beschwerdeführer am 1. Juni 2017 entwichen, während im Entscheid der Psychiatrischen Klinik Königsfelden vom 4. Juli 2017 festgehalten wird, dass sich der Beschwerdeführer am 4. Juni 2017 der Behandlung entzogen habe. Unabhängig vom genauen Datum ist der Beschwerdeführer vor mehr als einem Monat aus der Klinik entwichen. Überdies ist zu beachten, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers aufgrund seines jugendlichen Alters schnell verändern kann. Unter diesen Voraussetzungen ist davon auszugehen, dass die seinerzeitige fürsorgerische Unterbringung nicht mehr besteht bzw. keine Rechtsfolgen mehr zeitigt. Entsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen.

2017 Steuern 85 III. Steuern

14 Änderungsschätzung von Vermögenssteuerwerten (§ 218 Abs. 2 StG)

  • Tragweite der Änderungsschätzung wegen Übergang von Fremd- zu Eigennutzung
  • Anlass zu Schätzungskorrektur nur bei Abweichung von mehr als 15% gegenüber dem neu ermittelten Wert Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 10. Februar 2017, i.S. M.E. und P.E. gegen KStA (WBE.2016.495) Aus den Erwägungen

1.

1.1.

Das aargauische System der Festsetzung der Eigenmietwerte ebenso wie der Vermögenssteuerwerte beruht auf einer möglichst individuellen Festsetzung der Eigenmietwerte aufgrund von Einzelschätzungen, welche gemäss den Vorschriften der Bewertungsverordnung bei jeder Liegenschaft zahlreiche Parameter berücksichtigen. So sind letztmals per 1. Januar 1999 im gesamten Kanton für sämtliche Liegenschaften aufgrund von Individualschätzungen die Eigenmietwerte und die Vermögenssteuerwerte festgesetzt worden, wobei Wertbasis die Verhältnisse am 1. Mai 1998 bildeten (§ 5 Abs. 1 VBG; MARTIN PLÜSS in: MARIANNE KLÖTI-WEBER/DAVE SIEGRIST/DIETER WEBER, [Hrsg.], Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri/Bern 2015 [Kommentar StG], § 218 N 4).

1.2.

Einzelschätzungen werden indessen grundsätzlich nur dann – dann aber grundsätzlich für jedes im Kanton gelegene Grundstück – durchgeführt, wenn der Grosse Rat eine entsprechende Anordnung

Palavras-chave

compulsory placementmootnessescapemental healthlegal effectfresh decision

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Questão jurídica principal

Whether the appeal against the compulsory placement had become moot after the appellant had been absent from the clinic for a prolonged period.

Decisão extraída

After a prolonged escape, the earlier medical compulsory placement no longer has legal effect; the complaint must therefore be upheld.

Fundamentação extraída

In practice, review proceedings against an involuntary placement become moot upon discharge and also upon escape if the protection interest has lapsed. If the person were later returned, a fresh placement decision would be required based on the then-current condition. Here the appellant had been away for more than a month, and his condition could change quickly because of his youth.

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