Legal aid assessment for married applicants with household community

AGVE_2002_16Tribunal Civil / Câmara Civil IV18 de jun. de 2002Not Examined

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The Obergericht addressed the standards for granting legal aid to a married applicant living with his wife in a shared household. It held that the applicant's procedural need must be determined by a joint calculation of both spouses' net income against their common needs, because the spouse's family-law duty to support litigation costs precedes state-funded legal aid. The court also held that tax debts count in the minimum-income calculation only if regular payments are proved, and that an attorney-represented party is not entitled to an additional deadline to produce such proof.

Sumário Omnilex

Art. 163 Abs. 1 and Art. 159 Abs. 3 ZGB; § 125 ZPO; legal aid for a married applicant living in household community. For the examination of indigence, a global calculation is required: the spouses' net incomes are to be aggregated and compared with the jointly determined minimum need, including the applicable allowance. The reason lies in the spouses' family-law maintenance and assistance duties, from which the state's subsidary obligation under legal aid follows. Tax debts may be included in the minimum need only if regular repayments are documented; where a party is represented by counsel, no additional period need be granted to submit such proof.

Texto completo

2002Zivilprozessrecht67 1998, in AJP 2002 S. 201]; uneinheitlich Zürich: Gewährung eines Zuschlags von 15 % auf dem gesamten betreibungsrechtlichen Notbedarf [vgl. ZR 101 Nr. 14], anders in ZR 96 Nr. 11). 16 § 125 ZPO. Gesamtrechnung bei Ehepaaren. Lebt der Gesuchsteller mit seiner Ehegattin in einer Haushaltsgemeinschaft, ist sein prozessualer Zwangsbedarf anhand einer Gesamtrechnung zu ermitteln, das heisst die Nettoeinkommen der Ehegatten sind zusammenzuzählen und dem nach den allgemeinen Regeln berechneten gemeinsamen Bedarf inklusive Zuschlag gegenüberzustellen. Aus dem Entscheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 18. Juni 2002 in Sachen J. F. Aus den Erwägungen 1. b) Lebt der Gesuchsteller mit seiner Ehegattin in einer Haushaltsgemeinschaft, ist sein prozessualer Zwangsbedarf anhand einer Gesamtrechnung zu ermitteln, da aufgrund der Unterhalts- oder Beistandspflicht der Ehegatten (Art. 163 Abs. 1 bzw. Art. 159 Abs. 3 ZGB) die familienrechtliche Pflicht besteht, die Prozesskosten des andern Ehegatten mitzufinanzieren, selbst wenn es sich um vermögensrechtliche Prozesse handelt. Dies folgt aus dem Grundsatz, dass der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege subsidiär zur familienrechtlichen Unterhalts- respektive Beistandspflicht ist und deshalb die Pflicht des Staats, der bedürftigen Partei für einen nicht aussichtslosen Prozess die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, der Unterhalts- und Beistandspflicht aus Familienrecht nachgeht (BGE 85 I 1 Erw. 3; Bühler/Edelmann/Killer, a.a.O., N. 22 zu § 125 ZPO mit Hinweisen; Alfred Bühler, Die Prozessarmut, Sonderdruck aus Gerichtskosten, Parteikosten, Prozesskaution, unentgeltliche Prozessführung, Bern 2001, S. 143 f. mit Hinweisen; ZBJV 2000 S. 594 f.).

68Obergericht / Handelsgericht2002 Bei Lohnpfändungen sind das monatliche Nettoeinkommen beider Ehegatten und ihr gemeinsames Existenzminimum zu bestimmen. Das gemeinsame Existenzminimum ist zwischen den Ehegatten im Verhältnis zu deren Nettoeinkommen aufzuteilen. Zieht man vom Nettoeinkommen des betriebenen Ehegatten den auf ihn entfallenden Anteil des Existenzminimums ab, erhält man den pfändbaren Teil des Einkommens. So verfuhr die Vorinstanz gestützt auf BGE 114 III 12 ff. im angefochtenen Entscheid. Diese Art der Berechnung läuft jedoch richtig besehen darauf hinaus, dass der Ehegatte des Gesuchstellers aus der Bedürftigkeitsberechnung ausgeklammert wird und sich deshalb im Endeffekt nicht an den Prozesskosten des Gesuchstellers beteiligen muss, was der Subsidiarität der unentgeltlichen Rechtspflege widerspricht. Eine strikte Anwendung dieser Berechnungsart im Rahmen der unentgeltlichen Prozessführung könnte deshalb zu stossenden Ergebnissen führen, wenn zum Beispiel der Gesuchsteller nur ein geringes Einkommen erzielt, durch das Einkommen des Ehegatten aber im Wohlstand oder gar Luxus leben kann (ZBJV 2000 S. 594). Um die formellen Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege an eine verheiratete Person zu prüfen, welche mit dem Ehegatten in einer Haushaltsgemeinschaft lebt, sind deshalb bei einer Gesamtrechnung die Nettoeinkommen beider Ehegatten zusammenzuzählen und diesen ist der nach den allgemeinen Regeln berechnete gemeinsame Bedarf inklusive Zuschlag gegenüberzustellen. Resultiert kein oder nur ein geringfügiger Überschuss, der zur Finanzierung des Prozesses weder ganz noch teilweise ausreicht, ist die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, andernfalls zu verweigern (Bühler, a.a.O., S. 144; ZBJV 2000 S. 595). 17 § 125 ZPO. Nachweis der Steuerschuldzahlungen. Steuerschulden können bei der Berechnung des Existenzminimums nur berücksichtigt werden, sofern regelmässige Zahlungen belegt sind. Dies gilt sowohl für alte als auch für aktuelle Steuerschulden. Einer anwaltlich vertretenen Partei ist indessen keine Nachfrist zur Einreichung entsprechender Belege anzusetzen, da ein Anwalt weiss oder wissen muss, dass er sämtliche Behauptungen bele-

Palavras-chave

legal aidindigencespousal incomehousehold communityminimum subsistencemaintenance dutytax debtsevidence burden

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Questão jurídica principal

How to calculate the procedural minimum income of a married applicant living with a spouse in a household community for legal aid purposes

Decisão extraída

The assessment must be made by a combined calculation: the spouses' net incomes are added together and compared with the jointly calculated need, including an allowance.

Fundamentação extraída

Because of the spouses' maintenance and support duties under family law, the spouse may be expected to contribute to the other spouse's litigation costs. Legal aid is subsidiary to this family-law duty, so the spouse's income cannot be excluded from the need assessment.

Questão jurídica principal

Whether tax debts may be considered in the minimum-income calculation without proof of regular payments, and whether counsel must be given a deadline to file such proof

Decisão extraída

Tax debts may be taken into account only if regular payments are proven; this applies to both old and current tax debts. No additional deadline need be granted to a legally represented party for submitting such evidence.

Fundamentação extraída

Only documented and regularly serviced tax debts reduce the available income. A lawyer is expected to know that all factual assertions must be substantiated; therefore no grace period is required.

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