Confiscated assets may cover fines, but not the debtor’s minimum subsistence

AGVE_2001_24Tribunal Penal / Câmara de Recursos18 de mai. de 2001Confirmed

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The Obergericht held that funds not obtained through a criminal offence cannot be confiscated under Art. 59 StGB. Nevertheless, under the cantonal criminal procedure rule and the federal reservation in Art. 44 SchKG, seized assets may be used to satisfy fines, procedural costs, and execution costs. The court interpreted § 85 Abs. 1 bis StPO purposively as authorizing not only seizure but also realization for those purposes. This power is limited, however, by the debtor’s enforceable minimum subsistence; the state may not encroach on it, and the measure must be applied cautiously where resocialization would be endangered.

Sumário Omnilex

Art. 59 StGB; Art. 44 SchKG; § 85 Abs. 1 bis StPO; Art. 92 ff. SchKG — Seized assets not originating from an offence cannot be confiscated as criminal proceeds. By virtue of the cantonal-law reservation in Art. 44 SchKG and the purpose of § 85 Abs. 1 bis StPO, such assets may nevertheless be seized and realized to cover fines and procedural/execution costs. The interpretation extends beyond the literal wording, since otherwise the provision would be redundant (consid. 2). The measure is nonetheless limited by debt-enforcement protection: the debtor’s minimum subsistence may not be invaded, and the rule is to be applied with restraint where resocialization would be seriously jeopardized.

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76 Obergericht/Handelsgericht 2001 hier die Frage einer fiktiven Zustellung nicht, da keine Abholungseinladung ausgestellt worden, sondern die Zustellung an eine nicht bezugsberechtigte Person erfolgt ist. 24 § 85 Abs. 1 bis StPO, Verwendung beschlagnahmter Vermögenswerte. Die genannte Bestimmung erlaubt sinngemäss auch die Verwendung der zur Sicherung von Bussen, Verfahrens- und Vollzugskosten beschlagnahmten Vermögenswerte zu diesem Zweck. - Die Beschlagnahme findet ihre Grenze im betreibungsrechtlichen Existenzminimum des Schuldners. Auszug aus dem Entscheid des Obergerichts, 2. Strafkammer, vom 18. Mai 2001 i.S. M.T. Aus den Erwägungen 2. Die Vorinstanz stellt zu Recht fest, dass es sich bei den fraglichen Geldern nicht um Vermögenswerte handelt, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind. Eine Einziehung ist folglich gestützt auf Art. 59 StGB nicht möglich. Gestützt auf den in Art. 44 SchKG enthaltenen Vorbehalt kantonalen Rechts zur Verwertung von Gegenständen, welche aufgrund strafrechtlicher oder fiskalischer Gesetze mit Beschlag belegt sind, und die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 76 I 28 und seitherige Praxis) ist die Beschlagnahme und Verwertung von Vermögenswerten zur Deckung von Bussen, Verfahrens- und Vollzugskosten möglich. § 85 Abs. 1 bis StPO erklärt zwar vom Wortlaut her nur die Beschlagnahme von Vermögenswerten zur Sicherung von Bussen, Verfahrens- und Vollzugskosten als zulässig, doch ist über den Wortlaut hinaus zu folgern, dass die beschlagnahmten Vermögenswerte auch zur Deckung dieser Bussen und Kosten verwendet werden dürfen. Andernfalls wäre die Bestimmung von § 85 Abs. 1 bis

StPO unnötig und sinnlos. Die Möglichkeit der Beschlagnahme von Vermögenswerten gemäss § 85 Abs. 1 bis StPO findet jedoch ihre Grenze im betreibungsrechtlichen Schutz des Schuldners gemäss Art. 92 ff. SchKG.

2001 Strafprozessrecht 77 Ein Eingriff in das betreibungsrechtliche Existenzminimum steht dem Staat zur Deckung von Bussen, Verfahrens- und Vollzugskosten nicht zu (OGE, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 5. Februar 2001 i.S. F.W., Erw. 2b; vgl. auch ZR 90 [1991] Nr. 31 S. 103 ff.). Die Bestimmung ist zudem auch dann nur mit Zurückhaltung anzuwenden, wenn mit der Beschlagnahme die Resozialisierung eines Betroffenen akut gefährdet würde, indem dieser dadurch in eine finanzielle Notlage gelangen würde (vgl. dazu auch Brühlmeier, Aargauische Strafprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Aarau 1980, S. 220). 25 §§ 164 Abs. 1 Satz 2, 198 Abs. 2 StPO; § 94 GOG. Kostenauflage beim Rückzug der Einsprache gegen einen Strafbefehl.

  • Bei einem Rückzug der Einsprache gegen einen Strafbefehl ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr, die zusätzlich zu den Strafbefehlskosten zu bezahlen ist, auf den bis zum Rückzug angefallenen Aufwand abzustellen.
  • Kostenbefreiung i.S.v. § 164 Abs. 1 Satz 2 StPO kann wegen Rechtsunkenntnis nicht gewährt werden. Aus dem Entscheid der Inspektionskommission vom 25. April 2001 i.S. Z. Aus den Erwägungen 3. Die Kostenauflage im Urteil des Bezirksgerichts Z. vom 29. Juni 2000 stützt sich auf § 198 Abs. 2 StPO, wonach beim Rückzug der Einsprache gegen einen Strafbefehl die entstandenen Mehrkosten dem Einsprecher aufzuerlegen sind. Vorliegend zu prüfen ist, ob die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- im Hinblick auf diese Bestimmung gerechtfertigt ist. a) Der Beschwerdeführer bringt einerseits vor, die vom Bezirksamt Z. verhängte Busse sei für sich allein schon viel zu hoch bemessen. Allein, die Beurteilung dieser Frage entzieht sich der Zuständigkeit der Inspektionskommission als Aufsichtsbehörde; dafür wäre der Rechtsmittelweg zu beschreiten. Durch den Rückzug der

Palavras-chave

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Questão jurídica principal

Whether money not derived from an offence may be confiscated and used to satisfy fines, procedural costs, and execution costs.

Decisão extraída

Such funds cannot be confiscated as proceeds of crime under criminal forfeiture rules, but they may be seized and used to cover fines, procedural costs, and execution costs under cantonal law and the relevant federal reservation.

Fundamentação extraída

Art. 59 StGB did not apply because the money was not criminal proceeds. However, Art. 44 SchKG preserves cantonal rules allowing seizure and realization of assets for criminal or fiscal debts. Section 85(1 bis) StPO must be read purposively to permit not only seizure but also use of the seized assets for the specified debts.

Questão jurídica principal

Whether seizure for fines and costs may extend into the debtor’s enforceable minimum subsistence.

Decisão extraída

No. The seizure power ends at the debtor’s minimum subsistence protected by debt-enforcement law.

Fundamentação extraída

The court stated that state collection of fines and costs cannot encroach on the debtor’s existential minimum under Art. 92 ff. SchKG; the measure must also be applied cautiously where it would jeopardize resocialization through financial distress.

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