Legal aid request must be substantiated; no duty to seek reports

AGVE_2001_16Tribunal Civil / Câmara Civil II23 de ago. de 2001Other

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In an appellate civil proceeding before the Aargau Obergericht, the appellant made a late matrimonial property request and applied for legal aid. The court held that the new request was out of time because it was raised only after the written submissions and was not triggered by new facts or evidence. It further held that, in legal-aid proceedings, the investigation principle does not oblige the judge to order additional reports where the request is inadequately substantiated. Finally, the mere fact that the enforced claim rests on earlier judgments of the same judicial office does not, by itself, create a ground for recusal.

Sumário Omnilex

Art. 138 Abs. 1 ZGB; § 321 Abs. 4 ZPO; new claims on appeal are admissible only if introduced in the written appeal submissions and, where required, are prompted by new facts or evidence. In legal-aid proceedings, the investigation principle does not impose an unlimited duty on the judge to gather evidence ex officio; the parties retain the primary burden to submit the factual basis and supporting documents, and the court's power to seek further reports remains discretionary (consid. 1). A recusal ground is not established merely because the claim in enforcement is based on judgments previously rendered by the same judicial office; prior judicial involvement alone does not suffice to show bias or statutory disqualification (consid. 2).

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62 Obergericht/Handelsgericht 2001 ZGB). In Einklang mit Art. 138 Abs. 1 ZGB bestimmt das aargauische Recht in § 321 Abs. 4 ZPO, dass neue Tatsachen und Beweismittel uneingeschränkt und neue Rechtsbegehren unter der Voraussetzung von Art. 138 ZGB, d.h. sofern sie durch neue Tatsachen oder Beweismittel veranlasst worden sind, nur in der schriftlichen Begründung von Appellation und Anschlussappellation sowie der Antwort auf diese vorgebracht werden können. Das neue Begehren der Klägerin zum Güterrecht, das erst nach Abschluss des Schriftenwechsels vorgebracht wurde, ist somit verspätet, und es kann nicht darauf eingetreten werden. Dazu kommt, dass von der Klägerin keine neuen Tatsachen vorgebracht werden, auf die sich das neue Begehren stützt. 16 Untersuchungsmaxime im Verfahren über die unentgeltliche Rechtspflege. Die Geltung der Untersuchungsmaxime im Verfahren über die unentgeltliche Rechtspflege bedeutet nicht, dass der Richter uneingeschränkt verpflichtet ist, die nötigen Berichte einzuholen. Aus dem Entscheid des Obergerichts, 2. Zivilkammer, vom 23. August 2001 i.S. A.V. gegen J.B. Aus den Erwägungen 1.a) Im Verfahren über die unentgeltliche Rechtspflege gilt die Offizialmaxime (AGVE 1982, S. 67). Diese Prozessmaxime steht im Gegensatz zur Verhandlungs- und Eventualmaxime (Alfred Bühler, Das Novenrecht im neuen Aargauischen Zivilprozessrecht, 1986, S. 47). Sie besagt, dass die Sammlung des Prozessstoffs neben den Parteien auch dem Gericht obliegt. Das Gericht darf und soll die erforderlichen Beweise von Amtes wegen erheben, insbesondere kann es auch von Amtes wegen Beweise auferlegen. Die Offizialmaxime (genauer: die Untersuchungsmaxime) ist indessen nicht dahin zu verstehen, dass sich die Parteien an der Sammlung des Prozessstoffs nicht beteiligen müssen. Auch unter dem Regime des Untersu-

2001 Zivilprozessrecht 63 chungsgrundsatzes haben vorrangig die Parteien das in Betracht fallende Tatsachenmaterial dem Gericht zu unterbreiten und die Beweismittel zu nennen. So gesehen darf ihre Tragweite nicht überschätzt werden (Max Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. A., Zürich 1979, S. 169). b) Dem Richter wird durch § 129 Abs. 1 ZPO die Befugnis eingeräumt, unter anderem weitere Berichte einzuholen. Eine Verpflichtung dazu besteht nach dem Gesetzeswortlaut und den obgenannten Grundsätzen indessen nicht uneingeschränkt. Der mit dem aargauischen Prozessrecht vertraute Anwalt des Gesuchstellers weiss aufgrund seiner Praxis, welche Anforderungen an die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt werden. Es liegt nicht der Fall vor, dass eine unbeholfene, rechtsunkundige Partei ein Gesuch ohne Beilegung irgendwelcher Unterlagen einreichte. c) Der Beklagte hat mit der Einreichung der Appellation vom 5. Februar 2001 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Appellationsverfahren nur rudimentär und ungenügend begründet und darauf verwiesen, dass das vollständig begründete Gesuch nach Erhalt der vollständigen Unterlagen separat nachgereicht würde. Dies hat er bis zum heutigen Tag unterlassen. Aus der Tatsache, dass der rechtskundige Anwalt für den Gesuchsteller ein derart rudimentäres Gesuch einreichte, ohne die in Aussicht gestellten Unterlagen nachzuliefern, ist zu schliessen, dass keine weiteren Unterlagen existieren, welche die Bedürftigkeit des Gesuchstellers ausweisen. Es erübrigt sich folglich, dem Gesuchsteller Frist für die Einreichung zusätzlicher Unterlagen anzusetzen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist hierin nicht zu erblicken. Der Verweis in der Appellation auf ein steuerbares Einkommen aus dem Jahre 1997/98 ist für die Feststellung der Bedürftigkeit im Jahre 2001 untauglich. Das Gesuch ist deshalb mangels Substanziierung abzuweisen. 17 Die Tatsache, dass eine in Betreibung gesetzte Forderung auf Urteilen des nunmehr mit der Rechtsöffnung befassten Gerichtspräsidiums beruhen, begründet für sich allein keinen Ausstandsgrund (§§ 2 und 3 ZPO). Das Gerichtspräsidium amtete vormals als Sachrichter und jetzt als Voll-

Palavras-chave

legal aidinvestigation principleappealnew claimssubstantiationrecusalcivil procedure

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Questão jurídica principal

Whether a new matrimonial property claim raised only after the close of written pleadings in appeal is admissible.

Decisão extraída

The new claim was untimely and could not be entered into because it was raised only after the written exchange and was not based on new facts or evidence.

Fundamentação extraída

Under the cantonal rule consistent with Art. 138(1) ZGB, new claims may be introduced only in the written appeal submissions if prompted by new facts or evidence; here neither condition was met.

Questão jurídica principal

Whether the appellant's request for legal aid had to be granted or supplemented by the court with further reports.

Decisão extraída

The request for legal aid was dismissed for lack of substantiation; the judge was not obliged to obtain further reports ex officio.

Fundamentação extraída

The investigation principle in legal-aid proceedings does not relieve the parties of their duty to present the relevant facts and documents, and the court's power to order further reports is discretionary, not mandatory.

Questão jurídica principal

Whether a judge handling debt-enforcement proceedings must recuse because the claim is based on prior judgments of that judge's office.

Decisão extraída

Mere fact that the enforced claim is based on judgments previously rendered by the same judicial office does not by itself establish a ground for recusal.

Fundamentação extraída

The prior role of the Gerichtspräsidium as trial judge and its current role in enforcement is insufficient, without more, to show bias or a statutory disqualification.

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