OGH 12Os141/09s

12Os141/09sTribunal Superior29 de out. de 2009

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OGH 12Os141/09s

  • Dokumenttyp: Entscheidungstext
  • Entscheidungsdatum: 29.10.2009

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Der Oberste Gerichtshof hat am 29. Oktober 2009 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Holzweber als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Schroll, Dr. Schwab, Dr. T. Solé und die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Mag. Hetlinger als weitere Richter in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Metzler als Schriftführerin in der Strafsache gegen A***** B***** und einen weiteren Angeklagten wegen des Verbrechens des Raubes nach § 142 Abs 1 StGB und anderer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten A***** B***** sowie über die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Jugendschöffengericht vom 13. Mai 2009, GZ 143 Hv 18/09d-32, sowie über die Beschwerden des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft gegen den zugleich gefassten Beschluss nach § 494a Abs 1 Z 2, Abs 6 StPO nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufungen und die Beschwerden werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.

Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Begründung

Gründe:

Mit dem angefochtenen, auch einen rechtskräftigen Schuldspruch betreffend A***** A***** enthaltenen Urteil wurde A***** B***** der Verbrechen des Raubes nach § 142 Abs 1 StGB (A./) sowie der Vergehen der Urkundenunterdrückung nach § 229 Abs 1 StGB (B./) und der Urkundenfälschung nach § 223 Abs 1 StGB (C./) schuldig erkannt. Danach haben A***** B***** und A***** A***** in Wien

A./

am 31. Oktober 2008 mit dem Vorsatz, sich durch die Zueignung unrechtmäßig zu bereichern, anderen mit Gewalt gegen eine Person oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben (§ 89 StGB) fremde bewegliche Sachen weggenommen, und zwar 1./ A***** B***** und A***** A***** im bewussten und gewollten Zusammenwirken als Mittäter (§ 12 StGB) dem L***** H***** ein Mobiltelefon und eine Geldbörse samt Bargeld in Höhe von 20 EUR, indem L***** H***** von A***** B***** festgehalten und von A***** A***** geschlagen wurde;

2. / A***** B***** der S***** S***** ein Mobiltelefon im Wert von 150 EUR, wobei er S***** S***** von hinten den Mund zuhielt und ihr das Mobiltelefon aus der Hand riss;

B./

A***** B***** nachgenannte Urkunden, über die er nicht verfügen durfte, mit dem Vorsatz unterdrückt, zu verhindern, dass diese im Rechtsverkehr zum Beweis eines Rechtes, eines Rechtsverhältnisses oder einer Tatsache gebraucht werden, und zwar

1. / am 31. Oktober 2008 eine Sozialversicherungskarte und einen Schülerausweis des L***** H*****;

2. / vom 20. bis 30. August 2008 eine Jahreskarte der Wiener Linien

lautend auf R***** L*****;

C./

A***** B***** am 20. August 2008 eine Jahreskarte der Wiener Linien lautend auf R***** L*****, somit eine Urkunde, mit dem Vorsatz verfälscht, dass sie im Rechtsverkehr zum Beweis Rechtes, eines Rechtsverhältnisses oder einer Tatsache, nämlich eines bestehenden Beförderungsvertrags mit den Wiener Linien, gebraucht werde, indem er das Lichtbild des R***** L***** gegen sein Lichtbild austauschte.

Dagegen richtet sich die auf § 281 Abs 1 Z 5 und 5a StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten, der jedoch keine Berechtigung zukommt.

Die Mängelrüge (Z 5) behauptet offenbar unzureichende Gründe, weil die Tatrichter die Beweise zum Nachteil des Beschwerdeführers gewürdigt hätten. Damit wird kein den Kriterien des § 281 Abs 1 Z 5 StPO entsprechender Fehler des Urteils aufgezeigt.

Der Nichtigkeitsgrund des § 281 Abs 1 Z 5a StPO greift seinem Wesen nach erst dann, wenn aktenkundige Beweisergebnisse vorliegen, die nach allgemein menschlicher Erfahrung gravierende Bedenken gegen die Richtigkeit der bekämpften Urteilsannahmen aufkommen lassen. Eine über die Prüfung erheblicher Bedenken hinausgehende Auseinandersetzung mit der Überzeugungskraft von Beweisergebnissen - wie sie die Berufung wegen Schuld im Einzelrichterverfahren einräumt - wird dadurch nicht eröffnet (vgl Ratz WK-StPO § 281 Rz 391 und 490; RIS-Justiz RS0119583).

Mit einer eigenständigen Bewertung der Beweisergebnisse, insbesondere der Behauptung, den vor der Polizei abgelegten Aussagen des A***** A*****, A***** K***** und M***** D***** komme im Vergleich zu ihren den Nichtigkeitswerber entlastenden Angaben in der Hauptverhandlung keine Überzeugungskraft zu, übt der Beschwerdeführer lediglich Kritik an der Beweiswürdigung des erkennenden Gerichts nach Art einer im kollegialgerichtlichen Verfahren nicht vorgesehenen Schuldberufung. Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (§ 285d Abs 1 StPO). Daraus folgt die Kompetenz des Oberlandesgerichts zur Entscheidung über die Berufungen und die Beschwerden (§§ 285i, 498 Abs 3 StPO).

Die Kostenentscheidung stützt sich auf § 390a Abs 1 StPO.

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