OGH 12Os9/08b

12Os9/08bTribunal Superior21 de fev. de 2008

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OGH 12Os9/08b

  • Dokumenttyp: Entscheidungstext
  • Entscheidungsdatum: 21.02.2008

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Der Oberste Gerichtshof hat am 21. Februar 2008 durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Schwab als Vorsitzenden sowie die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Schroll, Dr. Lässig, Dr. T. Solé und die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Mag. Hetlinger als weitere Richter, in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Wieltschnig als Schriftführerin, in der Strafsache gegen Avni I***** und andere Angeklagte wegen des Verbrechens des gewerbsmäßig schweren und durch Einbruch begangenen Diebstahls nach §§ 127, 128 Abs 2, 129 Z 1 und Z 2, 130 dritter und vierter Fall StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten Burim L***** und Agim Z***** gegen das Urteil des Landesgerichts Salzburg als Schöffengericht vom 17. Juli 2007, GZ 41 Hv 36/07m-426b, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

In Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Agim Z***** wird das angefochtene Urteil, welches im Übrigen unberührt bleibt, im Schuldspruch A IV 1, weiters in der zu den Schuldsprüchen A IV gebildeten Subsumtionseinheit nach §§ 127, 128 Abs 1 Z 4, 129 Z 1 und Z 2, 130 vierter Fall StGB sowie im den Angeklagten Agim Z***** betreffenden Strafausspruch (einschließlich der Vorhaftanrechnung) aufgehoben und die Sache in diesem Umfang an das Landesgericht Salzburg zu neuer Verhandlung und Entscheidung verwiesen. Die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Burim L***** wird zurückgewiesen.

Mit seiner Berufung wird der Angeklagte Agim Z***** auf dieses Urteil verwiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung des Angeklagten Burim L***** sind die Akten dem Oberlandesgericht Linz zuzuleiten.

Den Angeklagten Burim L***** und Agim Z***** fallen auch die Kosten des sie betreffenden bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Begründung

Gründe:

Mit dem angefochtenen, auch unangefochten rechtskräftig gewordene Freisprüche und Schuldsprüche enthaltenden Urteil wurden unter anderem Burim L***** des Verbrechens des gewerbsmäßig schweren und durch Einbruch begangenen Diebstahls nach §§ 127, 128 Abs 2, 129 Z 1 und Z 2, 130 dritter und vierter Fall StGB (A II., III. und IV.), der Vergehen der Urkundenunterdrückung nach § 229 Abs 1 StGB (B II. und III.), des Vergehens der Entfremdung unbarer Zahlungsmitteln nach § 241e Abs 3 StGB (C) sowie des Vergehens des unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen als Beteiligter nach §§ 12 dritter Fall, 136 Abs 1 StGB und Agim Z***** des Verbrechens des schweren und gewerbsmäßig durch Einbruch begangenen Diebstahls nach §§ 127, 128 Abs 1 Z 4, 129 Z 1 und 2, 130 vierter Fall StGB (A IV.), der Vergehen der Urkundenunterdrückung nach § 229 Abs 1 StGB (B III.), des Vergehens der Entfremdung unbarer Zahlungsmitteln nach § 241e Abs 3 StGB (C) sowie des Vergehens des unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen nach § 136 Abs 1 StGB (D) schuldig erkannt.

Danach haben sie - soweit für das Rechtsmittelverfahren von Bedeutung

A. fremde bewegliche Sachen (Burim L***** in einem insgesamt 50.000 EUR übersteigenden Wert; Agim Z***** in einem insgesamt 3.000 EUR übersteigenden Wert) nachangeführten Personen teils durch Einbruch in Gebäude bzw durch Aufbrechen von Behältnissen mit dem Vorsatz weggenommen bzw wegzunehmen versucht, sich oder einen Dritten dadurch unrechtmäßig zu bereichern, wobei sie die schweren Diebstähle (Burim L*****) und die Diebstähle durch Einbruch (Burim L***** und Agim Z*****) mit dem Vorsatz begangen haben, sich durch deren wiederkehrende Begehung eine fortlaufende Einnahme zu verschaffen und zwar

I. ...

III. Burim L***** alleine bzw zum Teil mit abgesondert verfolgten Mittätern

1. in der Nacht zum 9. Juni 2006 in S***** Verfügungsberechtigten des Unternehmens J***** durch Aufzwängen der Notausgangstür sowie Aufbrechen des Tresors 12.108 EUR Bargeld;

2. in der Nacht zum 9. Juni 2006 in St. J***** Verfügungsberechtigten des Unternehmens J***** durch Aufzwängen eines Fensters 7.743,02 EUR Bargeld;

3. in der Nacht zum 14. Juli 2006 in M***** Verfügungsberechtigten des Unternehmens F***** durch Aufzwängen der pneumatischen Eingangstüre sowie Aufbrechen des Tresors 1.710 EUR Bargeld und Gutscheine im Wert von 800 EUR;

4. in der Nacht zum 14. Juli 2006 in B***** Verfügungsberechtigten des Unternehmens F***** durch Aufzwängen der Lieferantentüren sowie Aufbrechen des Tresors 2.081 EUR Bargeld sowie F*****-Gutscheine bzw F*****-Münzen im Gesamtwert von 4.245 EUR;

5. in der Nacht zum 14. Juli 2006 in R***** Verfügungsberechtigten des Unternehmens F***** durch Aufzwängen einer Glasschiebetüre sowie einer Ausgangstüre in das Stiegenhaus im Tresor befindliche Gegenstände im Gesamtwert von 18.000 EUR, nämlich 3.000 EUR Bargeld sowie Geschenkmünzen im Wert von 15.000 EUR, wobei die Tat beim Versuch (§ 15 StGB) blieb;

6. in der Nacht zum 14. Juli 2006 in R***** Josef K***** als Inhaber von „S*****" durch Aufzwängen eines Fensters vier Flaschen ACE im Gesamtwert von 6,80 EUR;

7. in der Nacht zum 19. Juli 2006 in K***** Verfügungsberechtigten des Unternehmens J***** durch Aufzwängen einer Notausgangstüre, einer Verbindungstüre sowie durch Aufbrechen eines Tresors 4.051,30 EUR Bargeld;

8. in der Nacht zum 19. Juli 2006 in K***** Verfügungsberechtigten des Unternehmens C***** GesmbH (J*****-Tankstelle) durch Aufzwängen der Lagertür und weiterer Innentüren eine Geldtasche unbekannten Werts;

IV. Burim L***** und Agim Z***** im bewussten und gewollten Zusammenwirken

1. in der Nacht zum 22. Juli 2006 in W***** Johann G***** die vorderer Stoßstange eines BMW 525 im Wert von ca 3.100 EUR; ...

Dagegen richten sich die Schuldspruch A III. 3. bis 8. bekämpfende, auf § 281 Abs 1 Z 5a StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Burim L***** sowie die Schuldspruch A IV. 1. anfechtende, § 281 Abs 1 Z 5 StPO geltend machende Nichtigkeitsbeschwerde des Agim Z*****.

Zur Nichtigkeitsbeschwerde des Burim L*****:

Der Angeklagte behauptet in der Tatsachenrüge (Z 5a), dass sich die Observationsberichte betreffend die Schuldsprüche A III. 3. bis 8. lediglich darauf stützen, dass ein Peilsender am Fahrzeug des Burim L***** angebracht und dieser Datensatz ausgewertet wurde, ohne dass er selbst beobachtet worden wäre. Unter Hinweis auf einzelne Verfahrensergebnisse, wonach auch andere Personen außer dem Beschwerdeführer mit diesem Pkw unterwegs waren, reklamiert der andere Autobenutzer in den Raum stellende Nichtigkeitswerber erhebliche Bedenken gegen die Richtigkeit der seine Täterschaft in diesen Fakten zugrunde legenden Schuldsprüche.

Er übergeht dabei die konkreten Observationsberichte, auf die sich das Urteil ausdrücklich stützte (US 83) und aus denen hervorgeht, dass anlässlich dieser Fahrten sogar Lichtbilder vom Angeklagten angefertigt wurden (vgl S 87 ff/XXI).

Die weiteren Einwände gegen die Schuldsprüche A III. 7. und 8. lassen die der leugnenden Verantwortung gegenüber gestellten Erwägungen der Tatrichter (US 85 ff) außer Betracht, die aus dem Observationsbericht in Verbindung mit anderen, im Urteil im Einzelnen dargetanen Verfahrensergebnissen (vgl US 46 und US 85 ff) die Unrichtigkeit der Verantwortung des Beschwerdeführers ableiteten.

Der Rechtsmittelwerber vermag solcherart keine sich aus den Akten ergebende erhebliche Bedenken gegen die Richtigkeit der dem Ausspruch über die Schuld zugrunde liegenden entscheidenden Tatsachen aufzuzeigen.

Die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Burim L***** war daher bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (§ 285d Abs 1 StPO). Daraus folgt die Kompetenz des Oberlandesgerichts zur Entscheidung über dessen Berufung (§ 285i StPO).

Zur Nichtigkeitsbeschwerde des Agim Z*****:

Zutreffend zeigt der Beschwerdeführer auf, dass die Tatrichter die Einlassung des Mitangeklagten Burim L***** aktenwidrig wiedergaben. Dieser erklärte in der Hauptverhandlung vom 11. Juni 2007, den vom Schuldspruch A IV. 1. umfassten Diebstahl gemeinsam mit dem abgesondert verfolgten Fatmir T***** und einem weiteren Unbekannten, jedenfalls aber nicht mit Agim Z***** begangen zu haben (S 249/XX). Demgegenüber führt das Urteil aus, dieser Mitangeklagte hätte seinen Angaben zufolge die Tat nur mit Fatmir T***** begangen (US 88). Da das Schöffengericht aus anderen (auf die Beteiligung von drei Tätern hinweisenden) Beweisergebnissen die Unrichtigkeit der den Rechtsmittelwerber entlastenden Verantwortung des Burim L***** ableitete, betrifft dieser Widerspruch eine erhebliche Tatsache. Soweit sich das erkennende Gericht überdies darauf beruft, dass Fatmir T***** den Nichtigkeitswerber im Vorverfahren zu Schuldspruch A IV. 1. als Mittäter genannt hatte, fehlt es - wie der Beschwerdeführer ebenfalls zu Recht aufzeigt - an einer Auseinandersetzung mit der diese belastenden Angaben widerrufenden Einlassung dieses Mitbeschuldigten vor dem Untersuchungsrichter anlässlich der Vernehmung vom 2. November 2006 (S 47a/III). Diese Mängel zwingen zur Aufhebung des davon betroffenen Schuldspruchs A IV. 1., der nach § 29 StGB gebildeten Subsumtionseinheit zu den Schuldsprüchen A IV. und des den Rechtsmittelwerber betreffenden Strafausspruchs. Der Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Agim Z***** war daher in Übereinstimmung mit der Stellungnahme der Generalprokuratur bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort Folge zu geben (§ 285e StPO). Mit seiner Berufung war der Angeklagte Agim Z***** auf dieses kassatorische Urteil zu verweisen.

Die Kostenentscheidung stützt sich auf § 390a Abs 1 StPO.

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