OGH 1Ob98/02x

1Ob98/02xTribunal Superior30 de abr. de 2002

Abrir fonte

Texto completo

OGH 1Ob98/02x

  • Dokumenttyp: Entscheidungstext
  • Entscheidungsdatum: 30.04.2002

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr.Schlosser als Vorsitzenden und die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr.Gerstenecker, Dr.Rohrer, Dr.Zechner und Univ.Doz.Dr.Bydlinski als weitere Richter in den verbundenen Rechtssachen der klagenden Parteien 1. S*****, vertreten durch Dr.Christian Kleinszig,Dr.Christian Puswald und Mag.Paul Wolf, Rechtsanwälte in St.Veit an der Glan, sowie 2. G***** Versicherungs AG, ***** vertreten durch Dr.Maximilian Motschiunig, Rechtsanwalt in Klagenfurt, wider die beklagte Partei D***** Gesellschaft mbH, ***** vertreten durch Klaus Quendler, Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Klagenfurt, wegen zu 1.EUR732.071,75 sowie zu 2.EUR1,090.092,51 infolge des außerordentlichen Revisionsrekurses der beklagten Partei gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Graz als Rekursgericht vom 25.Februar2002, GZ2R27/02m55, mit dem der Rekurs der beklagten Partei gegen den Beschluss des Landesgerichts Klagenfurt vom 21.Jänner2002, GZ29Cg148/00h49, zurückgewiesen wurde, folgenden

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der außerordentliche Revisionsrekurs wird gemäß §526 Abs2 Satz1 ZPO mangels der Voraussetzungen des §528 Abs1 ZPO zurückgewiesen(§528a iVm §510 Abs3 ZPO).

Begründung

Begründung:

Gemäß §277 Abs4 ZPO ist insbesondere gegen Beweisbeschlüsse ein abgesondertes Rechtsmittel nicht zulässig. Davon sind grundsätzlich alle gerichtlichen (prozessleitenden) Entscheidungen betroffen, mit denen die Aufnahme eines bestimmten Beweises angeordnet wird; von solchen Beschlüssen kann das Gericht im Laufe des Verfahrens auch wieder abgehen, ohne dass dies mit einem abgesonderten Rechtsmittel bekämpft werden könnte (siehe dazu nur Rechberger in Rechberger2, Rz1f zu§277 ZPO). Auch in §291 Abs1 ZPO wird (nochmals) bestimmt, dass unter anderem gegen Beschlüsse, durch die Beweisaufnahmen angeordnet werden, ein abgesondertes Rechtsmittel nicht zulässig ist.

Es entspricht herrschender Judikatur, dass insbesondere die Auswahl eines Sachverständigen im Sinnedes §277Abs4 und des§291Abs1 ZPO nicht abgesondert anfechtbar ist, weil sie einen Teil des Beweisbeschlusses bildet (EvBl 1971/286, MietSlg 26.510, RZ 1982/5 uva). Dies gilt auch für einen Beschluss, mit dem der bestellte Sachverständige durch einen anderen ersetzt wird (EvBl 1966/448). Die von der beklagten Partei ins Treffen geführte abweichende Entscheidung RZ 1971, 15 wurde in der neueren Judikatur des Obersten Gerichtshofs nahezu einhellig abgelehnt (siehe dazu nur die Entscheidungen zu RISJustiz RS0040607). Im Übrigen wurde dort die Rekurszulässigkeit nur mit der Begründung bejaht, dass die Frage, ob der bestellte Sachverständige die erforderliche Sachkenntnis besitzt, im Rechtsmittelweg überprüfbar sein müsse; hier stellt die beklagte Partei jedoch die Kompetenz des (zusätzlich) beigezogenen Sachverständigen gar nicht in Frage.

Ob die Einholung eines weiteren Sachverständigengutachtens erforderlich ist, ist eine Frage derim Rekursverfahren nicht überprüfbarenBeweiswürdigung (EvBl 1958/94, SZ 41/26, SZ 46/34, EFSlg 41.788, SZ 68/101, SZ 69/74 uva). Derartige Anordnungen können daherwie bereits dargelegtdurch ein abgesondertes Rechtsmittel nicht bekämpft werden. Dass der erstgerichtliche Beschluss nicht unter die in §366 Abs2 ZPO angeführten Fälle subsumiert werden kann, gegen die ein Rechtsmittel überhaupt unzulässig ist, ist ohne Bedeutung, weil jedenfalls der abgesonderte Rekurs durch andere Vorschriften (§277Abs4, §291Abs1 ZPO) ausgeschlossen wird.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.