2Ob44/94(2Ob45/94)•OGH 2Ob44/94(2Ob45/94)
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Melber als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Graf, Dr.Schinko, Dr.Tittel und Dr.Baumann als weitere Richter in den verbundenen Rechtssachen I) der klagenden Partei Elke B*****, Verkäuferin, ***** vertreten durch Dr.Paul Kreuzberger und Mag.Markus Stranimaier, Rechtsanwälte in Bischofshofen, wider die beklagten Parteien 1) E***** Handels GmbH, 2) Mehmed K, Geschäftsführer, 3) Versicherungs-AG, ***** alle vertreten durch Dr.Wolfgang Stolz, Rechtsanwalt in Radstadt, wegen S 25.165 sA (1 C 1040/93 des Bezirksgerichtes Werfen) und II) der klagenden Partei E Handels GmbH, vertreten durch Dr.Wolfgang Stolz, Rechtsanwalt in Radstadt, wider die beklagten Parteien 1)Elke B*****, Verkäuferin, ***** 2) Thomas B*****, 3) Versicherungsanstalt Versicherungs-AG, *****alle vertreten durch Dr.Paul Kreuzberger und Mag.Markus Stranimaier, Rechtsanwälte in Bischhofshofen, wegen S
41. 690 sA (1 C 1090/93 des Bezirksgerichtes Werfen) infolge Rekurses der zu I) beklagten Parteien und zu II) klagenden Partei gegen den Beschluß des Landesgerichtes Salzburg als Berufungsgerichtes vom 24. März 1994, GZ 21 R 109/94-13, mit dem die Berufung dieser Parteien gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Werfen vom 16.Dezember 1993, GZ 1 C 1040/93-9, als verspätet zurückgewiesen wurde, folgenden
Beschluß
gefaßt:
Dem Rekurs wird Folge gegeben.
Der angefochtene Beschluß wird ersatzlos aufgehoben.
Die Rekurskosten sind weitere Verfahrenskosten.
Begründung:
Das dem Klagebegehren zu I) stattgebende, jenes zu II) abweisende erstgerichtliche Urteil wurde dem Rechtsvertreter der zu I) beklagten Pareien und zu II) klagenden Partei am 27.12.1993 zugestellt. Die Berufungsfrist endete daher am 3.2.1994.
Die beim Erstgericht am 7.2.1994 eingelangte, mit einem Postaufgabevermerk vom 5.2.1994 versehene Berufung wurde vom Gericht zweiter Instanz mit dem angefochtenen Beschluß als verspätet zurückgewiesen. In einem Wiedereinsetzungsantrag, mit dem in eventu der vorliegende Rekurs erhoben wurde, haben die Berufungswerber durch Vorlage des Postaufgabescheines vom 3.2.1994 bescheinigt, daß sie die Berufung an das Bezirksgericht Werfen zur Aufgabenummer 663 a am 3.2.1994, 18 Uhr, beim Postamt Radstadt aufgegeben haben.
Da somit von einer Verspätung der Berufung nicht die Rede sein kann, erweist sich der vorliegende Rekurs als berechtigt, sodaß der zweitinstanzliche Zurückweisungsbeschluß ersatzlos aufzuheben ist.
Der Kostenvorbehalt beruht auf dem § 52 Abs 1 ZPO.
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