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Anhang 1

814.680AltlVFederal Council Ordinance1 de out. de 1998Fonte original

(Art. 9 und 10)

Konzentrationswerte für die Beurteilung der Einwirkungen von belasteten Standorten auf die Gewässer

1Für die Beurteilung der Einwirkungen von belasteten Standorten auf die Gewässer gelten die Konzentrationswerte der nachfolgenden Tabelle. Sind für Stoffe, die Gewässer verunreinigen können und mit denen ein Standort belastet ist, keine Konzentrationswerte festgelegt, so legt die Behörde solche mit Zustimmung des BAFU im Einzelfall nach den Vorschriften der Gewässerschutzgesetzgebung fest.

2Wenn sich die Beurteilung auf das Eluat des Materials des Standortes bezieht, so gelten die folgenden Anforderungen an die Probenahme, die Herstellung der Eluate und deren Analyse:

  1. Die Anzahl der Proben und die Entnahmestellen sind so festzulegen, dass die Proben repräsentativ für die Belastung des Standortes sind.
  2. Das Eluat ist mit einem Säulenversuch herzustellen. Als Elutionsmittel ist sauerstofffreies deionisiertes Wasser zu verwenden. Dieses muss die Säule in der Regel von unten nach oben und bei einer definierten Durchflussrate durchströmen. Das Eluat darf vor der Analyse in der Regel weder zentrifugiert noch durch Mikrofilter filtriert werden.
  3. Das Eluat muss nur im Hinblick auf diejenigen Stoffe analysiert werden, mit deren Vorkommen am Standort auf Grund der historischen Untersuchung zu rechnen ist. Werden bloss Summenparameter analysiert, so gilt als Beurteilungskriterium stets der niedrigste Konzentrationswert der Einzelstoffe.

3Können bei Standorten mit besonders heterogenen Belastungen (z.B. Ablagerungsstandorte) Proben aus dem Sickerwasser entnommen werden, können diese als Eluat betrachtet werden.

4Zur Beurteilung der Einwirkungen leichtflüchtiger Stoffe1wird das Sickerwasser als Eluat betrachtet; können keine Sickerwasserproben entnommen werden, wird die Sickerwasserkonzentration auf Grund von Messungen der Porenluftkonzentrationen berechnet.

5Auf die Durchführung eines Eluatversuches nach Absatz 2 kann verzichtet werden, wenn die Unter- oder Überschreitung der Konzentrationswerte im Eluat des Materials auf Grund anderer Angaben festgestellt werden kann, wie Zusammensetzung und Herkunft des Materials des Standortes, Summenparameter, ökotoxikologische Untersuchungen oder die rechnerische Herleitung aus Gesamtgehalten.

6Das BAFU erlässt Richtlinien über die Probenahmen, die Herstellung der Eluate und deren Analyse sowie über die Beurteilung der Einwirkungen leichtflüchtiger Stoffe.

StoffKonzentrationswert
Anorganika
Antimon0.01 mg Sb/l
Arsen0.01 mg As/l
Blei0.05 mg Pb/l
Cadmium0.005 mg Cd/l
Chrom (VI)0.02 mg CrVI/l
Kobalt2 mg Co/l
Kupfer1.5 mg Cu/l
Nickel0.7 mg Ni/l
Quecksilber0.001 mg Hg/l
Silber0.1 mg Ag/l
Zink5 mg Zn/l
Zinn20 mg Sn/l
Ammonium**0.5 mg NH4+/l
Cyanid (frei)0.05 mg CN-/l
Fluorid1.5 mg F-/l
Nitrit**0.1 mg NO2-/l
Organika
Aliphatische Kohlenwasserstoffe:
– Summe (C5–C10)2 mg/l
– Methyl-tert-butyl-Ether (MTBE)0.2 mg/l
Amine
– Anilin0.05 mg/l
– 4-Chloranilin0.1 mg/l
Halogenierte Kohlenwasserstoffe
– 1,2-Dibromethan (EDB)0.05 µg/la
– 1,1-Dichlorethan*3 mg/l
– 1,2-Dichlorethan (EDC)*0.003 mg/l
– 1,1-Dichlorethen*2 mg/l
– 1,2-Dichlorethene*0.05 mg/l
– Dichlormethan (Methylenchlorid, DCM)*0.2 mg/l
– 1,2-Dichlorpropan*0.005 mg/l
– 1,1,2,2-Tetrachlorethan0.001 mg/l
– Tetrachlorethen (Per)0.04 mg/l
– Tetrachlormethan (Tetrachlorkohlenstoff)*0.002 mg/l
– 1,1,1-Trichlorethan*2 mg/l
– Trichlorethen (Tri)*0.01 mg/l
– Trichlormethan (Chloroform)*0.04 mg/l
– Vinylchlorid*0.5 µg/l
– Chlorbenzol0.7 mg/l
– 1,2-Dichlorbenzol3 mg/l
– 1,3-Dichlorbenzol3 mg/l
– 1,4-Dichlorbenzol0.01 mg/l
– 1,2,4-Trichlorbenzol0.4 mg/l
– Polychlorierte Biphenyle (PCB)b0.1 µg/l
Monocyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX)
– Benzol*0.01 mg/l
– Toluol7 mg/l
– Ethylbenzol0.8 mg/l
– Xylole10 mg/l
Nitroverbindungen
– 2,4-Dinitrophenol0.05 mg/l
– Dinitrotoluole0.5 µg/l
– Nitrobenzol0.01 mg/l
– 4-Nitrophenol2 mg/l
Phenole
– 2-Chlorphenol0.2 mg/l
– 2,4-Dichlorphenol0.1 mg/l
– 2-Methylphenol (o-Kresol)2 mg/l
– 3-Methylphenol (m-Kresol)2 mg/l
– 4-Methylphenol (p-Kresol)0.2 mg/l
– Pentachlorphenol (PCP)0.001 mg/l
– Phenol (C6H6O)10 mg/l
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
– Acenaphthen2 mg/l
– Anthracen10 mg/lc
– Benz(a)anthracen4 µg/l
– Benzo(b)fluoranthen4 µg/l
– Benzo(k)fluoranthen0.04 mg/l
– Benzo(a)pyren0.4 µg/l
– Chrysen0.4 mg/l
– Dibenz(ah)anthracen0.4 µg/l
– Fluoranthen1 mg/lc
– Fluoren1 mg/l
– Indeno(1,2,3-cd)pyren4 µg/lc
– Naphthalin1 mg/l
– Pyren1 mg/lc
a Bestimmungsgrenze b PCB: die Summe der 6 Einzelisomere 28, 52, 101, 138, 153 und 180 multipliziert mit dem Faktor 4,3
darf den Konzentrationswert nicht überschreiten. c In diesen Konzentrationen im Eluat normalerweise nicht feststellbar. * Wird nach Absatz 4 beurteilt. ** Gilt nur für oberirdische Gewässer.

Footnotes

  1. In der Tabelle mit *) gekennzeichnet.

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