0.922.73Multilateral International Treaty16 gen 1935
0.922.73
BS 14 211; BBl 1932 II 288
Übersetzung*1*
Abgeschlossen in Genf am 24 September 1931
Von der Bundesversammlung genehmigt am 16. Dezember 19322
Ratifikationsurkunde von der Schweiz hinterlegt am 16. Februar 1933
In Kraft getreten für die Schweiz am 16. Januar 1935
(Stand am 16. Januar 1935)
Seine Majestät der König von Albanien; der Deutsche Reichspräsident; der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika; Seine Majestät der König der Belgier; Seine Majestät der König von Grossbritannien und Irland sowie der britischen überseeischen Dominien, Kaiser von Indien; der Präsident der Republik Kolumbien; Seine Majestät der König von Dänemark und Island; der Präsident der Spanischen Republik; der Präsident der Republik Finnland; der Präsident der Französischen Republik; der Präsident der Hellenischen Republik; Seine Majestät der König von Italien; der Präsident der Vereinigten Staaten von Mexiko; Seine Majestät der König von Norwegen; Ihre Majestät die Königin der Niederlande; der Präsident der Polnischen Republik; Seine Majestät der König von Rumänien; der Schweizerische Bundesrat; der Präsident der Tschechoslowakischen Republik; der Präsident der Türkischen Republik; Seine Majestät der König von Jugoslawien
haben zu ihren Bevollmächtigten ernannt:
(Es folgen die Namen der Bevollmächtigten)
die nach Vorlage ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten
folgende Bestimmungen vereinbart haben:
Die hohen vertragschliessenden Teile kommen überein, innerhalb der Grenzen ihrer Hoheitsgebiete die geeigneten Massnahmen zu treffen, um die Durchführung der Bestimmungen des vorliegenden Abkommens sicherzustellen und Zuwiderhandlungen zu bestrafen.
Das vorliegende Abkommen findet lediglich auf die Bartenwale Anwendung.
Das vorliegende Abkommen findet auf die an den Küsten der Gebiete der hohen vertragschliessenden Teile ansässige einheimische Bevölkerung keine Anwendung, sofern diese:
Der Fang oder die Tötung des «right whale», worunter der Nordkapwal, der Grönlandwal, der südliche «right whale», der «right whale» des stillen Ozeans und die südliche Zwerggattung des «right whale» verstanden sind, ist verboten.
Der Fang oder die Tötung von Walfischjungen oder jungen, noch nicht abgesetzten Walen sowie nicht ausgewachsenen Walen und Walfischweibchen, die von Walfischjungen (oder jungen, noch nicht abgesetzten Walen) begleitet sind, ist verboten.
Die Körper der gefangenen Wale sind möglichst restlos zu verwerten. Insbesondere ist zu beachten:
Die Feuermeister sowie die Besatzung der dem Walfang obliegenden Schiffe müssen, sofern die Entlöhnung von der Jagdbeute abhängt, zu Bedingungen angeheuert werden, die ihre Entlöhnung zum grossen Teil von Faktoren, wie Umfang, Gattung und Wert der gefangen Wale sowie von der gewonnenen Ölmenge und nicht nur von der Anzahl der gefangenen Wale abhängig machen.
Kein Schiff der hohen vertragschliessenden Teile darf den Walfischfang oder die Walverarbeitung betreiben, ohne dass ihm vom hohen vertragschliessenden Teile, dessen Flagge es führt, eine besondere Erlaubnis erteilt worden wäre oder ohne dass der Eigentümer oder Befrachter der Regierung dieses hohen vertragschliessenden Teils seine Absicht mitgeteilt hat, dieses Schiff für den Walfischfang zu verwenden, und er von der Regierung eine Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung erhalten hat.
Der vorliegende Artikel beeinträchtigt keineswegs das Recht irgendeines der hohen vertragschliessenden Teile, für alle Schiffe, die ihr Gebiet oder ihre Hoheitsgewässer benützen wollen, um Walfische zu fangen, auf Strand zu setzen oder zu verarbeiten, ausserdem noch eine von ihren eigenen Behörden zu erteilende Erlaubnis vorzuschreiben. Ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit des Schiffes kann die Erteilung dieser Erlaubnis verweigert oder von den Bedingungen abhängig gemacht werden, die der betreffende hohe vertragschliessende Teil für notwendig oder angezeigt erachtet.
Das geographische Anwendungsgebiet der Artikel des vorliegenden Abkommens erstreckt sich auf alle Gewässer der ganzen Welt, und zwar sowohl auf die hohe See als auch auf die Territorialgewässer und die nationalen Gewässer.
Jeder der hohen vertragschliessenden Teile wird sich von allen seiner Hoheit unterstehenden schwimmenden oder auf dem Festland angelegten Werken Aufzeichnungen geben lassen, aus denen die Anzahl der in jedem dieser Werke verarbeiteten Wale der verschiedenen Gattungen sowie die Ölmengen nach Qualitäten, das Pulver, das Guano und die anderen Nebenprodukte zu ersehen sind, die aus diesen Walen gewonnen wurden.
Jeder der hohen vertragschliessenden Teile hat die statistischen Angaben über die mit den Walen zusammenhängenden Vorgänge, die sich in ihrem Hoheitsbereich ereignen, dem Internationalen Bureau für Walfischstatistiken in Oslo bekanntzugeben. Die erteilten Angaben haben wenigstens die im Art. 10 erwähnten Einzelheiten zu enthalten, sowie:
Die Verpflichtung für irgendeinen der hohen vertragschliessenden Teile zur Ergreifung von Massnahmen, um die Einhaltung der Bestimmungen des vorliegenden Abkommens auf seinem Gebiete, in seinen Territorialgewässern sowie durch seine Schiffe sicherzustellen, bleibt auf diejenigen seiner Gebiete, auf die das Abkommen Anwendung findet, auf die angrenzenden Territorialgewässer sowie auf die in diesen Gebieten immatrikulierten Schiffe beschränkt.
Das vorliegende Abkommen, dessen französischer und englischer Wortlaut in gleicher Weise massgebend sein sollen, kann bis zum 31. März 1932 von jedem Mitglied des Völkerbundes und von jedem dem Völkerbunde nicht angehörenden Staat unterzeichnet werden.
Das vorliegende Abkommen bedarf der Ratifikation. Die Ratifikationsurkunden sind beim Generalsekretär des Völkerbundes3zu hinterlegen, der sämtlichen Mitgliedern des Völkerbundes und den ihm nicht angehörenden Staaten die Hinterlegung und das Datum derselben angezeigt.
Vom 1. April 1932 an kann jedes Mitglied des Völkerbundes und jeder ihm nicht angehörende Staat, in dessen Namen bis zu jedem Zeitpunkte das Abkommen nicht unterzeichnet worden ist, diesem beitreten.
Die Beitrittsurkunden sind beim Generalsekretär des Völkerbundes4zu hinterlegen, der sämtlichen Mitgliedern des Völkerbundes und den ihm nicht angehörenden Staaten die Hinterlegung und das Datum derselben anzeigt.
Das vorliegende Abkommen tritt neunzig Tage nach dem Eintreffen der Ratifikationsurkunden oder Beitrittserklärungen von mindestens acht Mitgliedern des Völkerbundes oder Nichtmitgliedstaaten beim Generalsekretär des Völkerbundes in Kraft. Unter diesen acht Staaten müssen sich das Königreich Norwegen sowie das Vereinigte Königreich von Grossbritannien und Nordirland befinden.
Für die Mitglieder und Nichtmitgliedstaaten, deren Ratifikations- oder Beitrittsurkunde später hinterlegt wird, tritt das Abkommen jeweilen am neunzigsten Tage nach der Hinterlegung dieser Urkunde in Kraft.
Für den Fall, dass der Völkerbundsrat nach dem Inkrafttreten des vorliegenden Abkommens auf Verlangen zweier Mitglieder des Völkerbundes oder Nichtmitgliedstaaten, für die das vorliegende Abkommen in dem betreffenden Zeitpunkt in Kraft ist, eine Konferenz zur Revision des Abkommens einberuft, übernehmen die hohen vertragschliessenden Teile die Verpflichtung, sich an dieser Konferenz vertreten zu lassen.
Das vorliegende Abkommen ist vom Generalsekretär des Völkerbundes sofort nach seinem Inkrafttreten einzutragen.
Zu Urkund dessen haben die obenerwähnten Bevollmächtigten das vorliegende Abkommen unterzeichnet.Geschehen in Genf, am vierundzwanzigsten September eintausendneunhundertundeinunddreissig, in einer einzigen Ausfertigung, die im Archiv des Völkerbundssekretariats10aufzubewahren ist und von der beglaubigte Abschriften allen Mitgliedern des Völkerbundes und allen Nichtmitgliedstaaten zu übermitteln sind.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikations- bzw. Beitrittsurkunde hinterlegt am: | In Kraft getreten am: | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ägypten | 25. Januar | 1933 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Brasilien | 21. November | 1932 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Dänemark (mit Grönland) | 26. Juni | 1934 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Ekuador | 13. April | 1935 | 12. Juli | 1935 | ||||
| Finnland | 21. März | 1936 | 19. Juni | 1936 | ||||
| Frankreich | 16. Mai | 1935 | 14. August | 1935 | ||||
| Grossbritannien und Nordirland | 18. Oktober | 1934 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Bahamas | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Barbados | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Bermudas | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Britisch Borneo | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Britisch Guayana | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Britisch Honduras | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Ceylon | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Cypern | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Falkland-Inseln und Nebenländer | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Fidschi-Inseln | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Gambia | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Gibraltar | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Gilbert- und Ellice-Inseln | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Goldküste | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Hongkong | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Inseln über dem Winde | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Inseln unter dem Winde | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Jamaica (mit Turks-, Kaikos-und Kaiman-Inseln) | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Kenia | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Malaiische Staaten (Föderierte und Nicht-Föderierte) | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Malta | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Mauritius | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Neufundland | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Nigeria | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Palästina | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Salomon-Inseln | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| St. Helena und Ascension | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Sansibar | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Sarawak | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Seyschellen | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Sierra Leone | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Somaliland | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Straits Settlements | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Tanganjika | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Tonga | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Trinidad und Tobago | 17. Februar | 1937 | 18. Mai | 1937 | ||||
| Irland | 9. April | 1938 | 8. Juli | 1938 | ||||
| Italien (mit Vorbehalt*) | 12. Juni | 1933 | 16. Januar. | 1935 | ||||
| Jugoslawien | 16. Januar | 1934 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Kanada | 12. Dezember | 1935 | 12. März | 1935 | ||||
| Lettland | 17. September | 1935 | 16. Dezember | 1935 | ||||
| Mexiko | 13. März | 1933 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Monaco | 7. Juni | 1932 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Neuseeland | 16. Oktober | 1935 | 14. Januar | 1936 | ||||
| Nicaragua | 30. April | 1932 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Niederlande (mit Niederländisch Indien, Surinam und Curaçao) | 30. Mai | 1933 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Norwegen | 18. Juli | 1932 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Österreich | 2. Januar | 1936 | 1. April | 1936 | ||||
| Polen | 27. September | 1933 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Schweiz | 16. Februar | 1933 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Spanien | 2. August | 1933 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Südafrika | 11. Januar | 1933 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Sudan | 13. April | 1932 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Tschechoslowakei | 20. Oktober | 1933 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Türkei | 28. Mai | 1934 | 16. Januar | 1935 | ||||
| Vereinigte Staaten von Amerika | 7. Juli | 1932 | 16. Januar | 1935 | ||||
| * Siehe hiernach. | ||||||||
| Italien Die Ratifikation wird unter dem Vorbehalt gegeben, dass der Beitritt der italienischen Regierung zum Abkommen auf keinen Fall einen Präzedenzfall für spätere Übereinkommen zur Beschränkung des Fischfanges in den ausserterritorialen Meeren Bilden wird. |
Übersetzung des französischen Originaltextes. ↩
AS 50 1329 ↩
Nach der Auflösung des Völkerbundes ist das Generalsekretariat der Vereinigten Nationen mit den hier erwähnten Funktionen betraut. Vgl.BBl 1946 II 1222, 1227 ff. ↩
Siehe Anm. zu Art. 15. ↩
Siehe Anm. zu Art. 15. ↩
Siehe Anm. zu Art. 15. ↩
Siehe Anm. zu Art. 15. ↩
Siehe Anm. zu Art. 15. ↩
Siehe Anm. zu Art. 15. ↩
Siehe Anm. zu Art. 15. ↩
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