Revision complaint inadmissible against partially confirming appeal decision

13 RS 2004.27-92Li Supreme Court2 giu 2005Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

In a mutual legal assistance matter arising from the Parmalat investigation, the first-instance court ordered the transfer of seized documents to the Italian prosecutor. The appellate court partly granted the complaints of BB and DD by excluding five documents from transmission, but otherwise confirmed the first-instance orders. BB then filed a revision complaint. The OGH held that the complaint was inadmissible regarding the confirmed part of the appellate decision, because a partially modifying appeal decision remains a confirming decision for the part not changed. The incorrect appellate-rights notice did not cure the statutory inadmissibility.

Massima Omnilex

§ 240 Z 4 StPO; admissibility of revision complaint against an appellate decision partly allowing and otherwise confirming the first-instance ruling. A decision remains a confirming judgment to the extent that the appellate court leaves the lower-court ruling unchanged; the fact that the complaint was partially upheld does not render the entire decision non-confirming. A revision complaint is therefore inadmissible insofar as it attacks the confirmed part. This applies also in mutual legal assistance proceedings, since the StPO is to be applied mutatis mutandis under Art. 9 Abs. 1 and Art. 58 RHG. An erroneous legal remedies instruction cannot create a remedy excluded by law (consid. on admissibility).

Testo completo

13 RS 2004.27-92

Leitsatz 1

Selbst wenn der Beschwerde des Betroffenen vom OG teilweise Folge gegeben wird, so liegt hinsichtlich des nicht stattgegebenen Teiles eine gleichlautende, somit bestätigende E vor, die hinsichtlich des nicht stattgegebenen Teiles vom Betroffenen nicht mehr mit Revisionsbeschwerde bekämpft werden kann.

Sachverhalt

Die StA Parma/Italien führt im Zusammenhang mit dem Straffall "Parmalat" gegen NN und verschiedene weitere Personen ein Strafverfahren wegen Verdachtes der Widerhandlung gegen § 416 des italienischen Strafgesetzbuches (Verbrecherbande), §§ 216, 219 und 223 des italienischen Konkursgesetzes (betrügerischer Bankrott) sowie weiterer Straftaten. Aufgrund eines Rechtshilfeersuchens der StA Parma beschlagnahmte das LG mit B vom 14.07.2004 verschiedene Unterlagen aus dem Inlandsstrafverfahren 13 UR 2004.49, in dem Vorerhebungen im objektiven Verfallsverfahren nach § 20 b StGB betreffend Vermögenswerte der Fa AA AG geführt werden.

Am 16.11.2004 fasste das LG zwei Beschlüsse, mit denen die Ausfolgung zahlreicher beschlagnahmter Unterlagen an die StA in Parma angeordnet wurde.

Den gegen diese beiden Beschlüsse von BB und DD erhobenen Beschwerden gab das OG mit B vom 21.02.2005 teilweise Folge und änderte die angefochtenen E insoweit ab, als die Übersendung von fünf dieser auszufolgenden beschlagnahmten Unterlagen an die um Rechtshilfe ersuchende Behörde nicht für zulässig erklärt wurde. Im Übrigen bestätigte das Beschwerdegericht die beiden erstinstanzlichen Beschlüsse und fügte seinem B folgende Rechtsmittelbelehrung bei:

"Gegen diesen B ist innert 14 Tagen ab Zustellung die Revisionsbeschwerde an den OGH zulässig."

Der OGH wies jedoch die von BB erhobene Revisionsbeschwerde als unzulässig zurück.

Aus der Begründung

§ 240 Z4 StPO besagt unter anderem, dass der Entscheid des OGH nur dann angerufen werden kann, wenn keine gleichlautenden E gem § 238 Abs 3 StPO vorliegen. Nun wurde den Beschwerden des BB und des DD gegen die Beschlüsse des LG zwar teilweise Folge gegeben, sodass man auf dem ersten Blick der Meinung sein könnte, dass keine gleichlautenden E vorliegen, da das OG die Ausfolgung von einigen vom LG zur Ausfolgung vorgesehenen Urkunden nicht für zulässig erklärte. Hinsichtlich der übrigen in den erstinstanzlichen Beschlüssen angeführten Unterlagen liegt jedoch tatsächlich eine gleichlautende E des OG mit jener des LG vor. Wenn nun BB mit der Revisionsbeschwerde wiederum die Ausfolgung dieser Unterlagen bekämpft, so ficht er damit eine gleichlautende E des Beschwerdegerichtes an. Dies ist iS der obzitierten Gesetzesstelle unzulässig. Dies hat auch für das Rechtshilfeverfahren Gültigkeit, da in diesem Verfahren die Strafprozessordnung sinngemäss anzuwenden ist (Art 9 Abs 1, Art 58 RHG).

Die unzutreffende Rechtsmittelbelehrung durch das OG kann an der Notwendigkeit, die Revisionsbeschwerde des BB zurückzuweisen, nichts ändern, da eine falsche Rechtsmittelbelehrung durch das Gericht ein von Gesetzes wegen unzulässiges Rechtsmittel nicht zu eröffnen vermag (LES 1980, 25).

Parole chiave

mutual legal assistanceadmissibilityconfirming decisionpartial appeal successrevision complaintlegal remedy noticeseizuredocument transmission

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether a revision complaint is admissible against the appellate court's decision insofar as it confirmed the first-instance order to hand over seized documents.

Decisione estratta

The revision complaint is inadmissible to the extent it attacks the part of the appellate decision that is identical to the first-instance ruling; a partial allowance does not remove the confirming character for the remaining part.

Motivazione estratta

Under § 240 Z 4 StPO, the OGH may be seized only if no congruent decisions under § 238 Abs 3 StPO exist. Although the appeal was partially upheld, the appellate court confirmed the first-instance decision for the remaining documents. In that respect the challenged decision was a confirming one and could not be attacked by revision complaint. The same applies in mutual legal assistance proceedings because the StPO applies mutatis mutandis under Art. 9 Abs. 1 and Art. 58 RHG.

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